Dinkel-Distinktion mit Jens Balzer
Shownotes
In der Juni-Ausgabe der tipBerlin Literaturkapelle spricht tipBerlin-Literaturredakteur Erik Heier mit Popkultur-Philosoph, Journalist und Schriftsteller Jens Balzer über sein neues Dekaden-Buch „Confusion Is Next. Die Nullerjahre – das Jahrzehnt des Umbruchs“. Es geht um Bushido, Schnappi und den Papst, um Bionade-Biedermeier in Prenzlauer Berg und die Frage, warum das sogenannte Sommermärchen in seiner Erzählung keinen Platz findet.
Die Literaturkapelle ist eine neue Lesereihe, die einmal im Monat in der Kapelle99 in Friedrichshain stattfindet. Nach einer kurzen Sommerpause gibt's die nächste Ausgabe der Literaturkapelle am 30. September 2026.
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Eine Produktion von tipBerlin in Kooperation mit Studio36.
Cover Art: Jonas Schulte
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00:00:00: Die
00:00:31: Tipp Berlin Literaturkapelle, der literarische Berlin-Podcast.
00:00:35: Jeden Monat aus der Kapelle, neunundneinzig in Friedrichshain.
00:00:43: Herzlich willkommen zur Tipp Berlin Literaturkapelle die Juni-Ausgabe mit dem Journalisten und Schriftsteller, den besten Popexperten des Landes, Jens Balzer!
00:00:55: Vielen Dank für meine sehr gute Anmoderation, vielen Dank.
00:01:04: Ich bin ja nicht fertig.
00:01:06: Ach so...
00:01:07: Mein Name ist Erik Heier, Literatur-Redaktor beim Tipp Berlin Und wir reden heute über Jens Balthas neues Buch, Confusion ist Next.
00:01:16: Die nuller Jahre des Jahrzehntes Umbruchs und ich weiß nicht wer von Ihnen, wer von euch zum ersten Mal da ist.
00:01:23: aber die Literaturkapelle geht immer mit dem ersten Satz des Buchs los.
00:01:28: Jens Balzer mit dem Ersten Satz aus Confusion is
00:01:31: next!
00:01:32: Und schön dass ihr alle da seid.
00:01:33: willkommen bei diesen... Ja so
00:01:34: viele Leute oder diese alle noch da weil es kühl ist.
00:01:37: Es ist der beste Ort um den Tag zu verbringen.
00:01:40: Der erste Satz Das Jahr zweitausend findet statt.
00:01:44: Ein neues Jahrtausend bericht an und noch nie in der Geschichte der Menschheit hat es eine so glückliche Epoche gegeben wie diese.
00:01:53: Ja, das klingt doch ein ziemlich gut gelaufenden Jahrzehnt.
00:01:56: Klär uns mal auf!
00:01:58: Ja, dass das Buch beginnt... Es gibt ja viele verschiedene Jahre, zwei tausend.
00:02:04: Und mir viel beim... also ich überlegte irgendwie... Was kommt da dran vor?
00:02:09: Um welches Jahr zweitausend, um welches jetzt?
00:02:10: hier geht es eigentlich vielmehr auf.
00:02:11: Das ist natürlich seit schon über hundert Jahre davor die Menschen sich Gedanken gemacht haben darüber was im Jahr zweitausend wohl so passieren wird.
00:02:21: und also das späte neunzehnte Jahrhunderte werden dann auch das gesamte zwanzigste Jahrhundert sind voll mit Zukunftsvisionen.
00:02:30: Ich beginne mit einer, die stammt aus dem Jahr Der US-amerikanische Schriftsteller namens Edward Bellamy und da erzählt er davon, wie jemand durch irgendein verunglücktes Drogenexperiment, Magnetismus-Experiment aus dem Jahr aus dem Jahr XVIII.
00:02:47: Jahr zweitausend gebiemt wird gewissermaßen.
00:02:50: Und das ist alles wahnsinnig toll!
00:02:51: Also die Technologie hat alle Probleme der Menschheit gelöst.
00:02:56: Man wird nicht mehr nass weil alle Städte überdacht sind.
00:02:59: Es gibt irgendwie auch sehr interessantes... sozialistischem Gesellschaftsmodell.
00:03:05: Also die Menschen arbeiten nur noch zwischen zwanzig und fünfundvierzig, also Rente mit vormundvierzig in dieser... Visionen arbeiten auch in bestimmten Berufen, die ihnen zugeteilt werden von einem weisen, von einem kremiumweiser Männern.
00:03:20: Dann erhalten alle die Lebensmittelrationen was man so braucht.
00:03:25: also es gibt keinen Konsumkapitalismus oder irgendwas wie das alles sehr gerecht zugeteilte und eine vollendet funktionierende Planwirtschaft.
00:03:32: und mit forty fünf hat man dann Zeit irgendwie für alle schönen Dinge, die man machen möchte.
00:03:36: Zum Beispiel Hausmusik.
00:03:37: und es gibt von wenn man Haus Musik hat dann hat man die Möglichkeit das auch interessant ein Rohrsystem wie alle anderen Häuser, die sich gerade für die eigene Musik interessieren damit zu beglücken.
00:03:52: also es gibt schon so eine Art Telefonie oder Radiophonie in dieser Zukunftsvision.
00:03:57: Also ich glaube wir spoilern nicht zu viel dass sie nur Jahre nicht ganz so gut gelaufen sind.
00:04:03: Nicht direkt, wenn man sich die Zukunftsvisionen gibt in den Weltausstellern im Berlin.
00:04:14: Wo technologische Vorhersagen getroffen werden und zum Teil wird das Internet entfunden Und der iPod.
00:04:26: Es gibt eine Vision, wo die Leute mit Gerätschaften in den Straßenbahnen umherfahren und über die ihnen die Nachrichten des Tages vorgespielt werden.
00:04:37: Bevor wir ins Buch einsteigen... Ich weiß nicht, ob du auf dem Motto-Partys stehst?
00:04:42: Nein!
00:04:43: Gut.
00:04:45: Wenn du eingeladen würdest für eine Nuller-Party-Motoparty oder nuller Jahre Fasching Gott, eine gruselige Vorstellung.
00:04:53: Was würdest du anziehen?
00:04:54: Ich würde
00:04:54: nicht hingehen.
00:05:00: Okay... Du machst ein Nullerjahr am Otto-Party und welche Musik würdest so spielen, Erik?
00:05:06: Ich bin gespannt!
00:05:07: Darauf muss man ja eben dazu... Oh
00:05:08: wir sparen gerade da vorne draußen!
00:05:10: Was
00:05:10: denn?!
00:05:10: Also ich würde dir eine Wippen spielen aber möglicherweise läge ich richtig mit Japanpop.
00:05:16: ne
00:05:16: Ja, von Pop ist dann eher so spät in Nullarsch.
00:05:19: Wenn man die The Band spielt, da müsste man sich natürlich irgendwie als Hipster verkleiden.
00:05:22: Das war ja irgendwie so der... Also dann würde ich mir einen Bart wachsen lassen, Flanellhemd anziehen und mich auf den Tretroller kommen.
00:05:29: Okay!
00:05:30: Das finde ich eine gute Überleitung zur ersten Lesestelle.
00:05:34: Ich lese ein kleines Stück aus dem zweiten Kapitel.
00:05:38: Der Bogen ist, dass das erste Kapitel handelt dann tatsächlich von den Zukunftsvisionen und wie sie also von all den Dingen die da nicht eingetreten sind endet aber eben auch.
00:05:47: Das hat man eigentlich schon wieder so ein bisschen vergessen mit der großen apokalyptischen... Visionen, die man dann... ...am ersten, zweiten, zwölf Uhr um Mitternacht alles zusammen berechen wird wegen diesem sogenannten Millennium-Bug.
00:06:01: Die Älteren werden sich erinnern.
00:06:03: Alle glaubten, weil im Waren der elektronischen Datenverarbeitung wurden ja die Jahreszahlen nur zweistellig programmiert und dann dachte man jetzt wird irgendwie alles komplett dem Bach untergehen.
00:06:14: Also nichts funktioniert mehr wie gestern Abend bei der Deutschen Bahn zum Beispiel.
00:06:19: Alles bricht zusammen.
00:06:21: Es gab in der Tat und in den USA schon Leute, die dann so präpermäßig sich vorbereitet haben, welche Siedlungen ein paar Lachen gegründet haben für Selbstversorger.
00:06:29: Also das war alles schon mal da.
00:06:30: Gut, es ging dann, ich glaube am ersten, zwei Tausend, es gab eine australische Straßenbahn irgendwo, die stehen blieb irgendwie.
00:06:37: Und dann noch so zwei oder drei andere.
00:06:38: aber im Großen und Ganzen ging das dann irgendwie, ging das einigermaßen blindlich vonstatten.
00:06:42: Das ließ man ganz langsam aus dem ersten Kapitel vor.
00:06:47: in der zur Jahreswende, aus der Serie Calvin & Hobbes des US-amerikanischen Comiczeichners Bill Waterson.
00:07:00: Darin wird von den Erlebnissen des kleinen jungen Calvin erzählt, die ihr gemeinsam mit seinem Stoff Tiger Hobbs erlebt.
00:07:07: Wenn die Bilder aus der Perspektive von Calvin gezeigt werden ist Hobbs ein lebendiger Tiger, der spricht und widerspricht und Gefühle hat.
00:07:14: Zur Jahreswände, ein neues Jahrzehnt beginnt.
00:07:20: Aber Calvin antwortet sarkastisch, ja tolle Sache aber wo sind die fliegenden Autos?
00:07:26: Wo ist denn die Mondkolonien?
00:07:27: Wo sind die persönlichen Roboter und die Antigravitation-Stiefe?
00:07:31: Du nennst das im neuen Jahrzehn?
00:07:33: Du nennst das die Zukunft?
00:07:34: Ha!
00:07:35: Und dem nächsten Bild?
00:07:36: Wo is'n die Raketenrucksäcke?
00:07:38: Wo'sen die Destintegrationsstrahler?
00:07:40: Wo es in die schwimmenden Städte?
00:07:43: Hauptsicht zu bedenken... Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob die Menschen genug Verstand haben um mit der Technologie umzugehen, die es schon gibt.
00:07:54: Calvin schmollt und fügt sich in seinen Schicksal.
00:07:56: aber nicht nur das!
00:07:57: In der nächsten Szene im nächsten Bild macht er schon wieder das Beste daraus.
00:08:01: denn wenn man über so viel Fantasie verfügt wie er dann kann man auch auf einem raketenbetriebenden Hyper-Warp Antriebsgerät durch die Welt rasen weil man in Wahrheit nur auf einem Tretroller steht.
00:08:16: ist am Neuestag, also das neunzig ein Visionär.
00:08:19: Denn zehn Jahre später sieht man in der realen Welt tatsächlich überall junge Menschen die auf Triedrollern durch die Straßen piesen und sich so benehmen wie Kinder oder die junge Erwachsene, die nicht erwachsen werden wollen.
00:08:33: Sie werden ganz so als ob sie damit abgefunden hätten dass das neue Jahrtausend für sie keine neuen Fortbewegungsmöglichkeiten mehr bereit halten wird?
00:08:40: Darum eignet ihr jetzt die Alten an, die aus ihrer Kindheit kennen!
00:08:44: Tretroller für Erwachsene sind jedenfalls das meist diskutierte neue Verkehrsmittel des gerade angebrochenen neuen Jahrtausends.
00:08:53: Es gibt Microskate, Scooters, Speedliner, Speedsticks, Citytrand, Presti oder Swing Drives.
00:09:02: Die avossierteste Weiterentwicklung des Tretrollers ist das Kickboard.
00:09:06: Dieses hat vorne zwei Räder und hinten eins was die Stabilität der Gesamtkonstruktion erhöht.
00:09:12: Auch ist das Board also der Stehbrett breiter als bei einem gemeinen Tretroller, damit man mit zwei Füßen darauf stehen kann.
00:09:19: Dafür hat das Kickboard statt eines Lenkers nur einen Knauf.
00:09:23: Das heißt es wird nicht durch das bewiegendes Lenker gesteuert sondern wie ein Skateboard Durch die Verwagerung des Körpergewichts unterstützt durch das Seitwärtsdrücken des Knaufs den man wie ein Joystick so die Werbung benutzen soll.
00:09:36: Und so erläutert es auch die Protagonisten der im Jahr zweitausend zunächst in Berlin erblühenden Kickboard-Szene.
00:09:43: Es sind all jene Menschen, die seit Ende der neunziger Anfang der Nullerjahre nach Berlin zu ziehen beginnen.
00:09:48: Menschen wie Karrieren in sogenannten Start-ups machen, Menschen die ihre Zeit mit der Entwicklung von originellen Geschäftsideen aus dem Feld des sogenannten Dotcom Wirtschaft verbringen, die also das gerade erblühende Internet dazu benutzen möglichst viel Geld zu verdienen und die dabei jedoch nicht so wirken wollen wie ihre Väter und Großväter, die der einst während des Wirtschaftswunders oder der danach folgenden Wirtschaftskrisen die persönlichen Fortskommen und der beruflichen Karriere alles andere untergeordnet haben, insbesondere
00:10:17: auch die
00:10:18: Coolness- und Jugendlichkeit der eigenen Erscheinung.
00:10:22: Für den neuen Start-up Hipster ist der Tril-Troller ein Zeichen der Zeitgemäßheit – und Zeitgemäßheit bedeutet in diesem Fall eine unermüdliches Inbewegung bleiben, ein unerfülliges sich verändern, schließlich die Fähigkeit sich durch Anpassungsvermögenwendigkeit niemals nachlassender Aufmerksamkeit auch durch schwierige Situationen maviieren zu
00:10:42: können.".
00:10:43: Wer sein Körpergefühl so gut und passend trainiert hat, dass er durch geringe Verlagerung des Gewichts und des Schwerpunkts sicher durch den Straßenverkehr manövriert.
00:10:51: Der hat eine neue Art der urbanen Eleganz entwickelt.
00:10:56: Weil das Kickboard wie beschrieben nicht mit einem Lenker sondern mit einem Knopf gesteuern wird und man dazu nur eine Hand braucht kann man wenn man besonders elegant ist mit der frei bleibenden Hand auch einen Kaffebecher halten Denn Kaffe-Bächer breiten sich im gleichen Zeitraum in der urbanerfülligkeit aus wie Tretroller.
00:11:14: Bis tief in die neunziger Jahre ist Kaffeetrinken eine Tätigkeit gewesen, die man fast ausschließlich im Sitzen und an Tischen vollzogen hat – zu Hause, im Cafés oder ein Restaurants.
00:11:25: Im Winter of der Nacht öffnet das erste Geschäft in Berlin, dass Kaffee zum Mitnehmen verkauft, es heißt Coffee-Mamas und befindet sich am hackischen Markt.
00:11:35: Dort kann man sich so berichtet als die Berliner Tageszeitung der Tagesspiegel durchaus fasziniert einen weißen Pappbecher in die Hand drücken lassen und mit dem warmen Muntermacher, der schwappsicher mit einem Plastikdeckel plus Trinköffnung versehen ist weiter durch die Straßen ins Büro geschäft oder die Uni flitzen.
00:11:56: Damit man sich nicht die Finger verbrennt haben die Becher eine Binde um den Bauch sogenannte Jawadjackets.
00:12:03: soweit der Tagespiel.
00:12:06: Im Jahr zweitausend schließen sich die ersten eingeführten Lebensmittelkonzerte dem Trend an, etwa Kraft Jakobs Sushar.
00:12:13: Der seine Kaffeemarke Jakobs zum Marken kennt der neuen Jakobs Fast-Food-Kaffee-Kette J-Cups macht!
00:12:21: Die Präsidentin des Deutschen Kaffeeverbandes Annemiek Wien zeigt sich im Gespräch mit der Berliner Zeitung – darob begeistert ich zitiere – «die Menschen leben ja heute viel schneller als früher.
00:12:32: Sie sind ständig unterwegs und haben es eigentlich ihre erste Million zu machen.».
00:12:36: Dazu passt es zwar ab und zu auch, sich hinzusetzen.
00:12:40: Und essen und trinken ausführlich zu zilibrieren doch oft heben – auch nicht!
00:12:44: Und
00:12:45: J-Cups ist ein Versuch Kaffee für die schnelllebige Kultur, die sich ja oft auf der Straße abspielen zu willig zu machen Denn es ist bekanntlich sehr viel schwerer mit einer Untertasse und einer Tasse aus Porzellan über die Straße zu gehen als mit einem Pappbecher mit Trinkdeckel.
00:13:03: Im Verlauf der Nullerjahre wird das Kaffee trinken aus Einwegbechern im Gehen zu einer zentralen Form der Flüssigkeitsaufnahme.
00:13:09: Von zweitausend bis zweitausend zwölf steigt die gesamte Masse weggeworfener Einwegbächer in Deutschland von dreißig tausend Tonnen auf einhundert sechstausende Tonnen, so lässt sich eine Studie des Umweltbundesamtes erleben.
00:13:24: Eine Erhebung der Deutschen Umwelthilfe aus dem Jahr zwölf geht von zwei Komma acht Milliarden nach Gebrauch entsorgten Einwegbechern und von ebenso vielen dazugehörigen Plastikteckeln aus nicht zu vergessen die Zwei Komma Acht Billiarden Kunststoffstäbchen zum umrühren.
00:13:40: Man sieht daran wie prägen die Mobilisierung des Kaffeetricks für den Lifestyle der Menschen in den Nullerjahren gewesen ist, auch wir es um ihr Umweltbewusstsein in diesem Jahrzehnt statt.
00:13:50: Vieles von dem, was vorhin umschloss in Räumen passierte an Wohnzimmer- und Arbeitsthischen im Sitzenendromur jedenfalls nicht in Bewegung.
00:13:57: Vieles wird nun in die Öffentlichkeit verlegt auf die Straße im Parksten öffentlicher Verkehrsmittel in Restaurants und Cafés.
00:14:04: Die Grenze zwischen den Privaten und Öffentlichen löst sich auch und das heißt auch die Grenze zu dem Privatleben und dem Arbeitsleben.
00:14:12: Am deutlichsten ist sie schon seit Mitte der Neunzigerjahre an den Telefoniergewohnheiten abzulesen.
00:14:17: Zu Beginn des Jahrzehnts telefonierten die meisten Menschen ausschließlich zu Hause, im Büro oder in Telefonzellen – und zwar mit Telefonen, die mit einem Kabel in der Wand verankert waren.
00:14:28: Am Ende des Jahrzes sind Mobiltelefone für breite Menschengruppen zu einem Alltagsgericht geboren.
00:14:32: ist es auch selbstverständlich, dass Menschen in der Öffentlichkeit an allen und denkbaren Orten telefonieren und alle anderen Menschen um sie herum an ihren Gesprächen teilhaben lassen.
00:14:42: Telefone haben sich von einem einfacheren Kommunikationsmittel zu einem Medium der Selbstdarstellung und selbst in Szenierung weiterentwickelt, sie sind zu Objekten des Lifestyles und der Individualisierung geworden.
00:14:53: In den Jahren letztendlich, das Jahr dekonditioniert, beginnt die ersten Mobiltelefonnutzer nun auch noch damit ihre Geräte mit individuellen Klingeltönen zu versehen.
00:15:03: Im Jahr zweitausend wird wiederum in Berlin die Firma Yamba gegründet, die mit dem Verkauf an Klingelthönen in den folgenden Jahren Millionen und Arbeitmillionen verdienen wird.
00:15:12: Sie wird von den drei Brüdern Mark, Oliver und Alexander Sammler geführt.
00:15:15: Die zuvor schon erfolgreich ein Internet-Aktionshaus gegründet hatten, welches sie nach wenigen Monaten an das Internetaktionshaus eBay verkaufen, bei dem sie wiederum vorher die Idee für ihr Internetaktionhaus abgeschaut hat.
00:15:30: Überall in den Städten sieht man am Anfang der Nullerjahre, also Menschen auf Tretrollern durch die Gegenflitzen, die in der einen Hand ein kopfigte Grobbecher halten und in anderen an Mobiltelefonen das wenn es klingelt, die Menschen drum herum über die musikalischen Vorlieben seines Besitzers informiert.
00:15:46: Die Hamburger Pankrockgruppe The Goldenen Zitronen singt im Jahr two-thausend eins in ihrem Lied Das Comeback des Tempo March folgendes Ich weiß nicht warum uns kaum jemand hasst uns worldwide.com popper aus den mitten der neuen stadt.
00:16:01: wir sind das comeback des tempomat der seinerzeit noch als feinbild galt.
00:16:06: wir sind netz piloten webmatrosen start-up lotzen mobile kickboard boten.
00:16:11: wir sind global weit online virtuall.
00:16:13: wie svelte menschheit sonst zu ergeht ist uns scheiß egal no way greifbar immer erreichbar, der kampf geht weiter.
00:16:20: börsengang noch in diesem jahr.
00:16:22: wir sind netsploten wetmatroseloft kaoten solide vollender kosen.
00:16:35: Ja, so war das da im Jahr zweitausendzwei in Berlin.
00:16:38: Ich habe mich beim Lachen von euch gefragt wie viele gedacht haben, er stimmt?
00:16:42: So war es als ich auf dem Roller mit einem Kaffee in der Hand rumgefahren bin, umgepäst bin, schönes Wort.
00:16:47: und wir dachten ach komm herauf!
00:16:49: Wer von Ihnen hatte der Kickboard?
00:16:52: Na immerhin einer... na gut.
00:16:54: Wer hat's
00:16:55: doch?
00:16:56: Auf einer sehr gut.
00:16:59: Ich komme auch später zurück.
00:17:00: Es ist dein viertes Dekadenbuch über Politik und Popkultur.
00:17:04: Du hast die Siebziger mannelt, die Achtziger, die Neunziger jetzt die Nullerjahre.
00:17:09: Ist es was anderes wenn man in Jahrzehnt behandelt dass man selbst als kulturell Teilhabende erlebt hat?
00:17:16: Bei den anderen warst du ja noch sehr klein und jung und unschuldig.
00:17:21: Na ja das unterscheidet sich schon natürlich vom Zugang.
00:17:24: also in dem... Ich habe hier überhaupt angefangen mit der Reihe weil ich... Das waren wir vor jetzt auch schon wieder fast zehn Jahren.
00:17:29: da gab's so ein großes Siebzigere bei und ich dachte mir so eine Warum nicht mal ein Buch über die Siebzigerschreibung?
00:17:34: Alles, was ich damals in den Jahrhunderten und Sechszig als Kind beim Fernseher so mitbekommen habe.
00:17:39: Noch einmal Emise auferbeuchten.
00:17:41: Also wie war das... Man guckte halt damals Disco-Mitjahrrichter.
00:17:44: Aber wie war jetzt die Geschichte der Disco Bewegungen wirklich?
00:17:48: Also wo kam das hier hin?
00:17:50: Und also nochmal zusammenhängend zu gucken, wie hängt Disco mit Punkzusammensachen, die immer sowieso in der Geschichte vergessen hat geraten sind?
00:18:00: Das ist natürlich ein Unterschied, bei dem Buch über die Achtziger war ich dann wie Teenager und da ging es halt viel um die Subkulturen, mit denen man sich identifizierte Punks, Hippies, Gothics, Metal-Leute etc.
00:18:15: Wo was tut er?
00:18:17: Sagen wir bei den Gothics.
00:18:19: Ich freu mich sehr, ich war mal im ersten Dekorkonzert und freu mir das erst nach ein paar Jahren wieder hinzugehen in der Wohlheide Und in den Neunzigern, klar.
00:18:30: Das war dann der große ... Es ist natürlich auch sehr berlinzentrisch irgendwie, also im Techno all die Möglichkeiten wie man hatte.
00:18:37: Bei den Nullern war ich ... Ich kam halt Ende neunziger ganz in Berlin an und wurde dann Redakteur bei der Berliner Zeitung, wo ich damals noch eine seriöse Zeitung war, da muss man mittlerweile immer dazusagen.
00:18:47: Wo ich dann fast zwanzig Jahre war als Musikredakteur.
00:18:52: Also die ersten zehn Jahre nur dann vertraucht um Konzerte zu gehen oder Clubs zu gehen und drüberzuschreiben.
00:18:57: Das heißt es war nochmal schon eine Perspektive, aber darum habe ich in diesem Buch darüber gar nicht so viel geschrieben.
00:19:04: Also das kommt jetzt garnicht so zentral vor, also Berlin kommt vor, aber die Berliner Klubkultur kocht nicht weiter vor, weil mich eben mehr interessierte was hat man damals eigentlich verpasst?
00:19:13: Oder wie haben wir im Berlinen unsere Blase?
00:19:16: und auch in unserer Mitte hipster, wie auch immer in den Bergheimen, Ostgutblase oder sowas haben wir vielleicht nicht mitgekrechten?
00:19:22: da gibt's tatsächlich einiges irgendwie Ja, also wir haben es schon mitgekriegt.
00:19:27: Aber auch die wahnsinnig Groß-Eminatirok in den Nularjahren war nicht zuletzt den ostdeutschen Bundesländern.
00:19:35: Entweder wie groß die Erfolge der der NPD damals waren Holger Hapfel, das bekannteste NPD Mitglied als Landtagsabgeordneter, sondern dass man mal in Beziehung zu setzen zu dem Ding.
00:19:48: Das war so was mich daran interessiert hat.
00:19:50: und auch dann natürlich... Wie hat sich dieses Am Anfang ja doch relativ unbeschwerte Jahrzehnte, dann irgendwie verändern die Küche mit dem Einschnitt im September-Jahr.
00:20:01: Dann bist du und das ist halt das Buch, es behandelt ein eher kurzes Jahrzehn.
00:20:04: in meiner Augen also meine Augen beginnt es mit dem Elfen-September-Jahren-Jahre-Jährigen und endet in der Liemann-Krise, also den Bankencrash.
00:20:12: alles andere was dann passiert weiß dann schon sehr deutlich irgendwie.
00:20:16: in die zwei tausend zehn nach einander.
00:20:17: Das nochmal so zu funktionieren.
00:20:18: und dann auch Sachen, ich habe mir damals nicht freiwillig irgendwie im Deutschland zu den Superstragen geguckt.
00:20:23: Und das habe ich da
00:20:24: noch mal nachgearbeitet jetzt.
00:20:25: Du nennst es das Jahrzehnt des Umbruchs im Untertitel?
00:20:30: Was kippt da... möglicherweise auch was wir heute erst wahrnehmen, dass es damals begonnen hat.
00:20:36: Die geopolitischen Anstände sind ja klar.
00:20:37: also ich meine das ist der erste September, da hat man damals sofort begriffen, was es bedeutet in den Achtzig-Übungen mich ausführlich damit beschäftigt wie mit gewissermaßen die das Ende der Industriegesellschaft also die Krise oder der Untergang der Schwerindustrie stichwort Rohgebiet Zechensterben in den Achzigern mit dem Aufstieg des tärzieren Sektors, wie das dazu führt dass diese ganzen proletarischen Zerfallen.
00:20:57: Das ist natürlich eben in den neunzigern hat man das natürlich in viel extremeren Tempo.
00:21:01: in der DDR also wurde eine gesamte Industrie und auch ein ganz anderes Wirtschaftsmodell komplett innerhalb kürzester Zeit akkupfiguriert wird.
00:21:10: und ja die auch die Gemeinschaftsmodelle damit zerfallen.
00:21:15: Genau, und so kommen wir dann auch zu den Hipstern der Jahrtausendbinde.
00:21:20: Weil in gewisser Weise sind die Hipster oder das passt man damals so nennt... ...ein Endpunkt- oder Peak dieser Entwicklung.
00:21:27: Es taucht zum ersten Mal der Begriff des digitalen Normalen auf.
00:21:30: Das waren ja auch nicht Gleichkeiten nur aus den letzten paar Jahren.
00:21:32: In dem Jahr war sie aber... ...'sind an Menschen die... Einfach nur mit einem Laptop bewaffnet, in der Weltgeschichte rumgonnen und mal hier von da schreiben können.
00:21:42: Irgendwas unter irgendeinem Big Start abschritten können aber die keinen Bezug mehr auf physikalisches Territorium haben.
00:21:48: Das ist wirklich das Ideal wird.
00:21:50: Das heißt eben auch dass die einfach mal wenn es irgendwie doof läuft Wenn sie krank werden oder wenn das Data breit ist, einfach mal total allein und einsam sind.
00:22:00: Und diese Spannung der Individualisierung habe ich versucht weiter
00:22:06: zu verfolgen hier.
00:22:07: Da gibt es doch diverse Namen für – ich klemm mir ja noch ein bisschen – also die digitalen Nomaden aber schon genannt.
00:22:12: von Mercedes-Bunds gab's die Digitalen Penner von Holm Friedrichs aus Schalllobo, die Digitale Bohemien und Richard Sennet sogar noch davor führt die flexiblen Menschen einen.
00:22:21: Was zeichnet die aus?
00:22:22: Dass sie sich halt irgendwie, genau wie die Tretrollerfahrer und Fahrerin an jede beliebige Situation irgendwie anpassen können.
00:22:29: Es gibt dann auch noch den Begriff... Da kommt aus der amerikanischen Menschenatherie, da wird von Gerhard Schwöder bei der Agenda-Zwanzigzehn der SPD irgendwie aufs Teufel gebracht.
00:22:40: Also damals sollten alle zu Ich AG's werden.
00:22:43: Das heißt aber auch, dass sich alle selber als Marken entwerfen.
00:22:46: lebenslanges Lernen vor so einem Stichwort.
00:22:50: mehr darauf verlassen.
00:22:51: Irgendwas, was man dann mal in seiner Ausbildung sich erworben hat, dann irgendwie auch noch bis zur Rente mit, damals doch ab dreiundsechzig, bis zu der Rente bei dreiund sechszig helfen und das ist irgendwie... Wenn man das seit den Siebzigerjahren so kontinuierlich weiterverfolgt, dann hat man natürlich in siebzehnten diese Große.
00:23:09: Wir sind jetzt irgendwie frei von der bürgerlichen Gesellschaft.
00:23:11: Erinnert die Gegenkulturen?
00:23:13: Hat den Achtzigern damals der späte Michel Foucault als Vordenker?
00:23:19: Es ist doch langweilig immer derselbe zu sein, also diese selbstneue Erfindung auch als philosophisches Konzept.
00:23:25: Und in den Neunzigern und Nullern beginnen Leute aber schon zu merken, dass es vielleicht ein Problem sein könnte.
00:23:31: Und dann spielt auch das, was ich glaube als Rückkehr der Religion beobachtet zu haben in den Nullerjahren.
00:23:43: Es spielt dann auch eine Rolle weil offensichtlich diese Atmosierung dazu führt dass die Leute sich nach spiritueller Rückvergewisserung sehnen oder nach irgendwelchen Gemeinschaften in denen sie sich aufgehoben fühlen könnten.
00:23:54: Wie entscheidest du?
00:23:54: Was kommt doch rein ins Buch und was nicht?
00:23:56: Das Buch ist ja gar nicht so dick, da wird es ein Jahrzehnt ist aber wenn es ein Zehnt verkürzt hat.
00:24:01: Aber was bleibt an so einem Tisch drauf?
00:24:03: Was bleibt unterm Tisch zurück?
00:24:05: und was hättest du jetzt vielleicht dann aufgehoben oder doch noch reingelommen.
00:24:09: Naja, das ist ja schon in unserem Interview für den Tipp, Emil.
00:24:11: Ammoniert, dass da Sommermärchen nicht vorkommt... Ich
00:24:13: hab nur gefragt!
00:24:16: Wir haben schon wieder Fußball.
00:24:18: Das liegt zum anderen daran, dass mir persönlich einfach Fußball dermaßen egal ist.
00:24:21: also ich muss das schon mal neulich und frage mich irgendwann ob Es war Ulf Poschert, der fragte ob ich sein neues Autobuch besprechen möchte.
00:24:28: Ich kenne das eigentlich interessierend.
00:24:29: nicht jeder für Autos noch für Fußball.
00:24:31: Ich bin irgendwie kein richtiger Mann und tut mir leid.
00:24:32: Kann ich mich irgendwie... kann ich ihn mithalten?
00:24:36: Nein aber es ist natürlich schon ein Phänomen, dass er mal mehrchen hat.
00:24:41: Ich fand diese Geschichte, dieses entspannte Patriotismus, der irgendwie ausgebrochen sein soll und das ist jetzt total kühl war mit so deutsch-schwarzbrot-golden fahren.
00:24:52: Ich fand es damals schon total scheiße.
00:24:54: Mir gingen diese Leute wahnsinnig auf die Nerven, weil sie waren auf irgendwelche Konzerten, dann gab's den Bastard noch da vor dem Prater.
00:25:05: Da war ich auf einem sehr guten Wert der WM Konzert einer japanischen Metalgruppe gekommen.
00:25:10: Und dann wollten irgendwelche Leute mit Deutschland, dieser Deutschlandschmink oder Reisen hochkant rausgeflogen.
00:25:17: natürlich wusste ich eigentlich, das sind meine Leute hier.
00:25:21: Ich glaube diese ganze Geschichte.
00:25:22: Deswegen hatte ich tatsächlich im Lach herein, es gibt zwei Ereignisse irgendwie die... Die Mitte dieses Jahrzehnts definieren aus unserem Umschlag, das kann man mit dem Sommermechel interpretieren.
00:25:35: Ich fand dann wirklich den Ton von Johannes Kroll
00:25:37: II.,
00:25:38: da kommen wir am Ende vielleicht noch drauf.
00:25:40: Viel interessanter!
00:25:41: Weil sich da was zeigte und viel mit gesellschaftlichen Entwicklungen in diesen Jahrzehn zu tun hatte... Bildern von Körpern, von optimierten Körpern oder in seinem Fall von sterbenden Körpern.
00:25:54: Und das fand ich unten.
00:25:55: dann auch die Wahl vom Benedikt zum folgenden Papst und der Beginn seines Pontifikats.
00:26:02: Ich fand es eher wie das... Deswegen habe ich gesagt, schmaß das doch mal ein bisschen raus machen, aber den Papst ganz groß.
00:26:07: So Entscheidungen kamen dann so beim Schreiben.
00:26:11: Dann lass uns einmal die zweite Lesestelle reingehen.
00:26:14: Gehen
00:26:16: in den Prenzlauberg, glaube ich.
00:26:20: Die ersten Naturkostläden auch Bioläden genannt entstehen seit Anfang der siebziger Jahre im Umfeld der Ökologiebewegung und der angeschlossenen Alternativkulturen.
00:26:30: Hier werden ausschließlich ökologisch erzeugte Lebensmittel angeboten das heißt pflanzliche Lebensmittel, die ohne Kunstdünger oder andere chemische oder synthetischen Glücksmittel angebaut wurden.
00:26:40: Oder tierische Lebensmitteln, die von Tieren aus artgerechter Haltung stammen.
00:26:46: Letztere finden sich freilich selten im Sortiment weil die meisten Naturkostläden vom Menschen geführt werden, die sie einer vegetarischen oder veganen Lebensweise verschrieben haben.
00:26:56: In ihren Leben bekommt man weder Sex nach Kotelettes oder Wurst oder Aufschnitt, sondern wenn man danach verlangt bestenfalls eine Belehrung darüber das es humoralisch ist Tiere zu essen.
00:27:05: Oder man erhält falls die Naturkostladenbetreiber auch noch Veganer sind wieder Käse noch Sahne und Milch, sondern eine Belegung darüber dass es humorals ist Tiere auszubeuten, wann jemand die Hühner in ihre Eier wegnimmt, wenn aus denen noch kleine Küken hätten werden können und das Käselfalter ist.
00:27:21: Stattdessen gibt es hier ganz viel Dinkel.
00:27:23: Man kann sagen, dass Dinkelprodukte für die erste Generation der Naturkostläden ein symbolisches Lebensmittel sind.
00:27:30: Freilich ist die Vorteile durchaus nicht immer erkennbar.
00:27:33: Dinkelbrote sehen stets etwas gräulich aus und Dinkelkeekse sind generell trockener und härter als normale Kekse.
00:27:39: Dinkelnudeln haben eine blässliche Farbe.
00:27:42: sie verfügen über einen Vernudelndurchweg zu starken oft etwas süßlichem oder nussigen Eigengeschmack.
00:27:46: Die Konsistenz ist mehlig und zäh und sie kleben gleicheinander.
00:27:50: Wenn sie einmal kalt geworden sind, kann man sie nur noch wegwerfen.
00:27:53: Anders als Spaghetti und andere hartweizen Grießnudeln die man nach Abkündung wieder aufbraten kann.
00:27:59: Eigentlich sind Dinkelnudel nur dann erträglich wenn man sie in besonders kräftige Soßen tunkt zum Beispiel den Käsesahne sosten am besten mit Rockfort oder anderen Schimmelkäse mit intensiver Gesandanmutung was freilich nur dann geht wenn man nicht gerade auch noch wiegar heißt.
00:28:12: Dinkel schmeckt also nicht und ist in der Zubereitung mühsam, aber wenn man etwas aus Dinkel isst dann kann man das Gefühl haben sich eine sehr lange agrarwirtschaftliche Tradition zu stellen.
00:28:21: Eine Tradition die bis zur Hildegard von Bingen zurück reichte noch weiter in die Vergangenheit.
00:28:27: In der zweiten Hälfte des neunziger Jahre beginnt sich den Bio neben die Speiseregeln zu lockern ebenso wie die Regel des Umgangs zwischen dem Personal unserer Kundschaft.
00:28:35: Es wandelt sich die generelle Anmutung der Geschäfte Entgänzend.
00:28:39: zu den älteren Reformhäusern und Naturkostleden entstehen nun Filialen von Bioläden, die nach dem Modell konventioneller Lebensmittelketten organisiert werden sowie an der Wende zum neuen Jahrzehnt sogar Bio-Supermärkte bis dann völlig undenkbar.
00:28:52: Also Märkte mit einem Vollsortiment an ökologisch erzeugten Produkten.
00:28:58: Die ersten werden am Beginn der Neunzigerjahre in Mannheim, Karlsruhe, Freiburg und Darmstadt gegründet.
00:29:02: Im Wiedervereinigten Berlin nimmt man seit vielundneunzig die erste Bio-Supermarkt der Kette LPG am Mehringdamm in Kreuzberg den Betrieb auf.
00:29:10: Am Mai zwei Tausend Sieben eröffnet ihr mittlerweile zur Öffentlichen LPG-Kette ihre bis dahin größte Filiale im Trenzler Berg am Sehnefelder Platz.
00:29:19: Diese hatten einen tausend sechsmal Quadratmeter auf zwei Etagen und ist damit die größte Europas!
00:29:26: Was für die älteren Naturkostledende Dinkel ist, das ist für den neuen Bio-Supermärkte die Bionade.
00:29:31: Eine Alternativlimonade, die der Braumeister Dieter Leibold aus Unterfranken im Jahr fourneinzig auf den Markt gebracht und patentiert hat.
00:29:38: Die ersten Geschmacksrichtungen, die er in Serie gibt sind Legi und Holunda.
00:29:44: Die Bionadet wird zunächst in Hamburger Kneipmann Clubs populär und dies insbesondere bei Trendsetzen, Journalisten und Menschen aus der Werbe und Marketing ziehen.
00:29:53: Von dort findet sie ihren Weg in den Nullerjahren, in die Bio-Supermärkte und nach Berlin.
00:29:57: Und in einem Artikel des Reporters Henning Sussebach von der Wochenzeitung Die Zeit.
00:30:02: Der Ende im Jahr zwei Tausend Sieben von seinen Erlebnissen im LPG Markt in Prenzlauer Berg berichtet.
00:30:09: Er betrachtet den Markt mit seinen meterhohen Bionadetürmen als Brennpunkt einer neuen gesellschaftlichen Kohorte, in der sich für ihn auch so etwas wie das neue Deutschland kristallisiert.
00:30:18: Die LPG-Kunden und Bionadetrinker, das sind Menschen die den Konsum von ökologischen Produkten vor allem deswegen betreiben weil sie sich auf diese Weise von der Mehrheitsgesellschaft absetzen wollen.
00:30:29: Viele von ihnen sind erfolgreiche Freiberufler.
00:30:32: Sie arbeiten in Medien- oder künstlerischen Berufen, sie entwickeln Projekte und es ist mit ihren Laptops und Laptop Cafés herum.
00:30:38: Sie trinken ihren Kaffee aus Coffee to Go, bechern wie die Bewohner von Berlin Mitte, die wir gerade schon kennengelernt haben zu wesentlichen Teilenhandels um dieselben Leute, die inzwischen aus Mitte nach Prenzlauberg gezogen sind und sich hier nun eine Eigentumswohnung im frisch sanierten Altbau gekauft haben.
00:30:54: Sie reisen mit dem Flugzeug ständig zwischen ihren Geschäfts- und Projektterminen hin und her, was wenn man ihre Öko-Bilanz im Ganzen betrachtet.
00:31:01: Ihrem ökologischen Lifestyle eher widerspricht.
00:31:05: aber es handelt sich hier ja eben auch um eine Kohorte die Öko als Lifestyle als neuen Luxus betrachtet und nicht das Aufforderung zum Verzicht.
00:31:14: Das moralische Konsumieren ist jetzt ein Zeichen der Distimtion ging einer als unmoralisch empfundene Außenwelt geworden.
00:31:19: Henning Sussebach bringt es der Zeit in der Formulierung auf den Punkt.
00:31:23: Hier herrscht der Bionade Biedermeier.
00:31:26: Das Wort vom Bionaden Biedermeyer wird in den folgenden Jahren zu einem geflügelten Wort immer dann, wenn es darum geht eine neue Bürgerlichkeit zu beschreiben die sich mit dem Insignen eines ökologischen Lifestyles versieht.
00:31:36: Mitte der Nullerjahre lässt sich im Transklarberg tatsächlich eine besondere Ballung dieses Menschen schlags beruobachten vor der deutschen Wiedervereinigung bei das Viertel vor allem von ärmeren Menschenbevölkern sowie von künstlerinnen Künstlern und sogenannten Bohemias.
00:31:50: Gerade in der Spätphase der DDR haben sich hier dringende Subkulturen entwickelt, nach der Wende strömen und viele Menschen aus den westlichen Stadtteilen Berlins.
00:31:57: Und aus Westdeutschland in den Kiez.
00:32:00: die Häuser werden saniert Die Preise vermieten und Eigentumswohnungen steigen bis Mitte des Nullerjahres, woraufhin viele ehemalige Bewohner des Kiezes aus- und umziehen müssen.
00:32:11: So ist das was Anfang der Nullere Jahre im Prenzlauer Berg geschieht geradezu der Paradefall an eine Gentrifizierung wie man sie in den Nullern überall auf der Welt beobachten kann.
00:32:21: Gegen diese Gentrifizierung erhebt sich natürlich Protest.
00:32:24: Die Alteingesessenen wehren sich gegen die Gentrifozierer und belegen sie mit
00:32:27: Schimpfwörtern.".
00:32:29: Das Wort Hipster hat sich zu der Zeit in Deutschland noch nicht so weit durchgesetzt, dass es sich zur Etikettierung unliebsamer Zuzügler eignet.
00:32:36: Darum ist in Berlin noch viel von Juppies, die Rede wenn gegen sie protestiert und demonstriert wird.
00:32:42: etwa ein Wortkombination wie Fak-Yapis?
00:32:45: Yapis raus oder yapi skon oder skan oder schöpferisch gereimt, jappieskam your time has come.
00:32:53: Auf Deutsch ohne Reim Juppi abschauen deine Zeit ist
00:32:55: gekommen.".
00:32:56: Noch gängiger als der gebraucht ist in Müllerjahren ja schon einigen recht vereilteten Juppipegriffs die Ethnisierung der Eindringlinge.
00:33:03: Viele von denen, die dieserzeit nach Panzlauberg ziehen kommen aus Baden-Württemberg oder könnten aus Badem-Wurtenberg kommen.
00:33:09: oder vielleicht ist es auch nur ein haltloses Vorurteil dass die Berliner Innenstandviertel von Menschen aus BadEN Württmberg überschwemmt werden.
00:33:15: In jedem Fall steigen die sogenannten Ökoschwaben zu den beliebtesten Feindbildern in Berlin der Schwedenbüllerjahre auf.
00:33:22: Schwaben raus, wird als Graffento überall im Transdorberg auf die Häuserwände gemalt.
00:33:27: vor dem Weihnachtsfest des Jahres.
00:33:28: zwei Tausend Sieben werden überall im Kiez Schilder aufgestellt mit dem Aufdruck Stuttgart-Sindelfingen.
00:33:35: sechshundertzehn Kilometer Ostberlin wünscht gute Heimfahrt!
00:33:39: Um das Pfingstfest des folgenden Jahres herum kleben anonyme Schwaben gegen das Gebiet um den Kohlwitzpferz mit knallgelben Plakaten zu, Schwaben in Trenzlauer Berg spießt sich überwachungswütig in der Nachbarschaft und keinen Sinn für Berliner Kultur.
00:33:53: Was wollt ihr eigentlich hier?
00:33:55: Zwei Wochen nach Pfingsten demonstriert ein Aktionsbündnis namens PIMP, Projekte im Mitte von Trenzeler Berg.
00:34:03: im Rahmen einer Fakt-Jappiesparade gegen die Überfremdung des Stadtteils stoppt die Besatzung des Pehbergs durch porno.
00:34:11: hippie Schwaben heißt die Parole.
00:34:15: Das ist interessant, weil sich auch darin ein politischer Evangelismus manifestiert.
00:34:18: Ein besonderes Verständnis von wie immer progressiver Politik, dass sich erst in den Zehnerjahren folgte nicht entfalten wird.
00:34:24: In dieser Umdeutung eines eigentlich sozialen Anliegens zu einer ethnischen Frage zeigt sich das was man später als linke Identitätspolitik bezeichnen wird.
00:34:35: aber nicht nur von links ernten die ökoschwabenscharfe Kritik.
00:34:38: diese kommt auch von explizit konservativer Seite.
00:34:41: Als einstägiges Manifest dieser Variante kann man einen Textesjournalisten Gustav Seibt ansehen, der im Februar of two-thousand elf in einer süddeutschen Zeitung erscheint.
00:34:52: Seibts vor seiner Zeit bei der SSZ.
00:34:55: kurz ein Kollege von mir bei der Berliner Zeitung und auch im Prenzlauer Berg ansässig muss ich dazu sagen.
00:35:01: Seibt stört an der Mikrogesellschaft des Prenslauer Bergs insbesondere der Umstand dass es hier nun sehr viele Kinder gibt und das diese wesentliche Stadtbild prägen.
00:35:10: Ich zitiere Wo früher Clubs dröhnten, pochen nun junge Eltern die ihre Säuglinge mühsam zum Schlafen bringen auf die polizeilich vorgeschriebenen Ruhezeiten.
00:35:20: Fahrradfahrer müssen vor den Buggy-Fronten, die sich über die G-Wege schieben unverzüglich bremsen.
00:35:27: Im Prenzler Berg zu Seib seien Kinder zu Tirannen geworden.
00:35:30: das habe zu einem Zustand geführt in der Folgen am Massen charakterisiert.
00:35:33: Gesundheit Sauberkeit und verordnete Fröhlichkeit sind hier die Leitwerte.
00:35:38: Dinkelbrot, da haben wir es wieder.
00:35:39: Und Milchgetränke statt Techno und Dacrum alles zusammen können man so seit nur als Kinderfaschismus bezeichnen.
00:35:50: Wenn man das Bionadebiedermeier also als den Ausdruck eines neuen bürgerlichen Moralismus begreifen kann dann kann man dieses Phänomen glaube ich zugleich nur dann vollständig erfassen wenn man berücksichtigt dass dieser bürgernliche Moralismus eine besondere Art der neo-bürgerlichen moralismus Kritik erzeugt die sich selber als anti-moralistisch begreift, aber in Wahrheit mindestens ebenso moralistisch ist wieder Moralismus den sie kritisiert.
00:36:12: Es handelt sich also gewissermaßen um ein Moralismus zweiter Ordnung.
00:36:16: Für Henning Soßebach von der Zeit ist es nur Biedermeier was im Prenzlauer Berg passiert.
00:36:20: für Gustav Seib es ist bereits Faschismus.
00:36:23: Wenn eine so kleine überschaubare Nachbarschaft aus so vergleichsweise geringen Gründen mit so drastischen Begriffen überzogen wird dann bedeutet das vielleicht doch darauf hin dass sich in dieser Gemeinschaft etwas artikuliert dass in die Zukunft weist.
00:36:46: Also ich habe diverse Fragen zur Dinkel-Distinktion, da muss ich mir vorstellen, LPG hätte seinen größten Supermarkt in Spandau gebaut und dann in Sussebach wäre der Spando gelaufen.
00:36:56: Wäre denn der Prinz Herberg vielleicht erlöst worden von diesem Ruf, den wir dann bekamen?
00:37:02: Naja, ich meine, den Ruf hatte der Prinzer Berg ja auch nicht so unreichbar.
00:37:06: Es ist ja ein Stimmtjahr was der Kollege da geschrieben hat.
00:37:10: Es ist aber interessant, der stand ja schon vor Jahrgewehr.
00:37:12: Eigentlich ab Anfang... Ich glaube es gab eigentlich, ich hab's auch zitiert im Buch, im Nächsten Jahr war das Jahr zwei tausendzwei die New York Times einen großen Text darüber dass irgendwie Berlin jetzt die größte Stadt der Welt ist und damit waren natürlich alles vorbei mit Berlin.
00:37:26: Dann fingen die Leute irgendwie scharenweise da rein zu strömen und dann auch in den Prenzer Werker.
00:37:31: natürlich war Trenzlauer Berg eigentlich ab Anfang der Nulli-Jahre im Schlag, Licht des Ernstfalls.
00:37:38: Unaufhörlich irgendwie... Also ich weiß meine Kinder sind ... ... zwei Tausend drei und zweitausend sechs geboren.
00:37:42: Ich war mit meiner Tochter dann so ab.
00:37:44: zwei vier, zwei fünf immer auf dem Spielplatz am Koldewitzplatz.
00:37:48: Und ich hatte immer das Gefühl so, oh Gott, dass sich jetzt bestimmt schon wieder ernten.
00:37:51: Redakteur von der Süddeutschen da eine Prenzl-Auberge Reportage schreibt, irgendwie hoffentlich benimmt sich das Kind, mache jetzt keinen schlechten Eindruck vom Prenzwahrwerk.
00:37:59: Also es war wirklich Wahnsinn!
00:38:00: Es gab dann die FHS, diese Frankfurt Allgemeinen Sondergestaltung war neu.
00:38:03: Die haben dann über jeden Spielplatz, gab noch den Spielplatz an der Richtung Volkspark Friedrichshain, der dann neu gebaut wurde hinterm Brot und Rosen.
00:38:14: zwei Seiten drüber gemacht über diesen Spielplatz im Prenzlauer Berg.
00:38:17: Also es war, man hat das Gefühl also da ist jetzt irgendwie ein... an diesem noch überschaubaren Kiez, natürlich reicht der Prenslauer Berg auch nur bis zur Danzig-Alle, also bis zum Helmholtz-Platz sind die alle nicht gekommen.
00:38:27: Ein sehr überschaobarer Kiez wirklich so und da sollte jetzt irgendwie die Zukunft des Landes abgelesen werden.
00:38:35: Stopp!
00:38:35: Die Besetzung des Pebergs durch Porno Hüppi Schwaben.
00:38:40: Was waren das für Leute?
00:38:41: Das waren ja Das waren eher schon die Generationen davor, die wahrscheinlich in den neunzeigern hingezogen sind.
00:38:49: Du
00:38:49: hast
00:38:50: da gewohnt?
00:38:52: Nein, nein, nein!
00:38:54: Also Bad Papenfuss, Gott hab ihn zielig, war für solche Angelegenheiten immer zu haben.
00:39:00: irgendwie, also damals noch Kaffeeburger und dann später das mittlerweile auch
00:39:03: egentrifizierte
00:39:04: Watt.
00:39:07: Also es gab schon noch irgendwie eine Rest aus Berliner Bohemien, so rund um die dameligen Zeitschrittgegner.
00:39:12: Aus der Vorwendezeit irgendwie rund um Papenfuss
00:39:14: etc.,
00:39:15: die da irgendwie ganz aktiv war.
00:39:16: und dann waren's natürlich auch... Naja, es waren auch glaube ich viele Antie-Impfst, die aus Kreuzberg mal so rüber kamen, um dann den Braun-Hippisch-Schwaben zu zeigen.
00:39:24: Wo ist er mir wirklich dabei, wenn ihr was holt?
00:39:26: So also das war... Einerseits stimmt daran viel und ich fand's aber damals schon ein bisschen unbehaglich weil natürlich weil dieser Ökoschwaben hatte etwas Lustiges.
00:39:35: Weil das waren ja alles mit CDS-Benz Leute.
00:39:37: Also ich hatte sie auch selber in der Kita dann irgendwie an der Kinder gegen der Emmanuel Kirchstraße oder an einer Kirche in die Kita.
00:39:44: Da waren ganz viele so mit CDs-Bendschwaben.
00:39:47: die übrigens völlig okay waren, nach fünf Jahren auch wieder zurück ins Mutterschrift geholt.
00:39:56: Und die aber irgendwas war daran unangenehm, weil natürlich wenn man das jetzt irgendwie ersetzt hätte durch Türken... Hätte es genauso, also man hätte die Rhetorik wäre die gleiche gewesen.
00:40:09: Ich hatte irgendwann das Gefühl da ist jetzt eine sehr selbstgerechte sich als links-progressiv verstehende Community, die mit den gleichen rhetorischen Mitteln auf irgendeinem Gegner eindrischt, dem man aber eigentlich von den Rechten übernommen hat.
00:40:27: Da war irgendwie so lustig.
00:40:31: diese Zitate auch sind im Stande... Wie gesagt, ich habe das alles immer für die Berliner Zeit noch reparatiert.
00:40:36: Wir haben alles eifrig mitgeschrieben was da irgendwie so an die Hauselände gesprayt wurde aber irgendwie war es uncool.
00:40:41: Das war so eine mit Ironie verbremte Selbstgerichtigkeit und Versöhnlichkeit auch so in der Härte schon, die dann auch darauf sprach.
00:40:49: Es gab ja Gegenbewegungen, es gab dann so eine Initiative was wahrscheinlich nur ein Mensch war Frisch Wabilon, die die Spätzlemauer aufbauten wollten Nee, die Wörterstraße in Wörtlentgasse umnennen wollten.
00:41:02: Ja ich hab dann auch noch ein Artikel damals an der Zeit im Stuhl, also eine sehr liebe Kollegin von mir, Sabine Vogel, damals Literaturredakteurin.
00:41:08: Die kam aus Schwaben irgendwie und hat das irgendwann mal sehr hochgehalten.
00:41:11: Sie war schon seit Ende siebzig Jahren Kreuzberg gewesen.
00:41:13: Also wir waren nun wirklich keine Gentrifiziererinnen.
00:41:15: oder einfach mach meine Schweben nicht an, ihr zuirren alle Schwabengutten Willens in der Stadt nochmal.
00:41:22: Das ist das Jahrzehnt der Selbstoptimierung und da spielt Bert in der Rolle?
00:41:27: Vielleicht nimmst du uns da mal mit die Bärte, die Bartmode der Hipster.
00:41:36: Du
00:41:36: als Bartträger!
00:41:38: Ja, ich habe mir den Bades in den Anti-Zyplisch-SNC nachjahren.
00:41:41: Sehr gut schon irgendwie!
00:41:41: Also die ganzen Nullerjahre war ich badlos aber um mich um einen herum wuchs natürlich die Band.
00:41:46: Das merkte man zuerst in mir wenn man viel auf Konzerte ging.
00:41:49: also es gab an dieses sogenannte manche Sprachen von Weird Folk und andere von You Weird America.
00:41:56: also dann so Künstler wie Devendra Bernhardt oder die frühen Annelm Collective.
00:42:01: das waren die Musik, die ich damals persönlich mit am aufregendsten fand.
00:42:05: Das waren halt alles irgendwie so musiziere Hippie-Kollektive, die auch komplett aus den Sechziger hätten reingebühmt werden können.
00:42:11: Und da sah man dann wirklich wie die Bärte tatsächlich wieder richtig lang wuchsten.
00:42:15: und dann gab es aber auch die ersten Kastenbärten, die dann zugeschnitten waren.
00:42:21: Und interessant war dann aber auch... Genau!
00:42:22: Es gab dann im Jahr zweitausend Fünf war es glaube ich das Tom Ford, der damals gerade als Chef-Designer von Gucci aufgehört hatte.
00:42:33: Nachdem er bei Gucci noch zum ersten Mal in der Spätphase, ich glaube das war so zwei tausend vier dann männliche Models mit Berthen über den Catwalk geschickt habe.
00:42:42: Das war auch völlig neu.
00:42:43: also bis da anwag klar diese Männer auf dem Catwalk haben keine Berthe zu haben.
00:42:47: Er hatte wiederum den.
00:42:49: Tom Ford hat irgendwie seine Freude am Bart abgeschaut.
00:42:56: Die Eltern werden sich erinnern, er miet der von den USA eingesetzte Präsident in Afghanistan nach dem Busta Bushta M. Bonterra die Taliban vertrieben hat und der dann wie man im Nachhinein weiß erfolgreich versuchte ein Staat im Sinne der USA aufzubauen.
00:43:11: Der hatte sehr schöne Bärte da auch und wurde dann von Tom Ford tatsächlich mit zum bestangezogene Mann des Jahres erhoben Als er bei Gucci weg war, ab zwei Tausend Fünf.
00:43:23: Irgendwie hat der dann seine erste Mans Brummini-Line also die ersten Männerpflegeprodukte und da spielt ein Bart eine ganz zentrale Rolle?
00:43:32: Es gab eh wie ich den Buch in einem so ästhetischen Bartreihe, die von Osama bin Laden zurückreicht zu schicke Vara Karl Marx, einer Tvala Cromeni auch interessant naja, Karl Marx und Jesus Christos.
00:43:43: und in der deutschen Politik war der einzelnen Bart trug außer dem versprecken Bürgerrechnung aus der DDR diese gerade die Berter Abnehmen diesen
00:43:51: Rudolf Scharping.
00:43:52: Der einzige Prominente SPD-Politiker, der natürlich auch gleich Chlorios gescheitert mit seinem Bad.
00:43:59: Tatsächlich gab es ihn aber nicht.
00:44:01: alle Ostbürgerrechtler haben die Bärter abgenommen.
00:44:03: Es war dann in den... Die Tiere!
00:44:06: ...Tierse wohnt am Koiwitzplatz.
00:44:10: Also der Begriff des Bürgerechtlers Barz war in den Nullerjahren auch einstehender.
00:44:16: Und genau, wenn man das noch ergänzen will.
00:44:19: Weil was mir damals neu war, war dann auch so circa im Berghain die Kombination aus Bad und Glatze.
00:44:29: Die Glatzen trugen ab jenseits der Skinhead-Kultur und wenn sie jetzt nicht gerade Yule Brinner oder Thelisa Wallas waren, das war auch neu.
00:44:40: Und gerade die... Das entwickelt sich dann irgendwie Ende Nullerjahre auch zum ersten Mal.
00:44:45: viele Linien an glatzenpflegeprodukten.
00:44:47: also wer eine Glatze hat hier meine Glatzer hier?
00:44:52: Also mal wie jeder, der eine Glatter hat weiß muss natürlich auch gepflegt werden.
00:44:57: mit dem glatzten Öl Gerade wenn es heiß ist, ist natürlich sehr Sonnenbrand gefährdet.
00:45:04: Ich weiß noch mal, mein Vater, Gott hat ihn seelig, hatte auch eine Glatze ermieten weil ihm die Haare einfach ausgefallen waren.
00:45:11: und der hat dann, wenn ich in den Siebziger mit den Eltern Urlaub fuhr, da hat er immer so einen Stofftaschen tut das er an den Enden zusammenknotete.
00:45:18: Ich bin immer gestorben vor Schaden, wenn ich mit meinem Vater auf die Straße gehen
00:45:24: musste.
00:45:24: Da gibt es einen Multi-Private-Sketch, oder?
00:45:26: My brain
00:45:27: hurts!
00:45:30: Ja, stimmt.
00:45:30: Genau.
00:45:31: Und natürlich gibt es schon eine lange Tradition irgendwie das Komp Over also der List und dann auch erst in den Zehnerjahren von Donald Trump wiederbelebt wurde.
00:45:43: Aber eigentlich jetzt war Glatzen und Bärte gerade in der Technokultur, wie sie dann so um... ...zwei-tausendzehn, zweitausendacht und so als das Berg an, da plötzlich als bester Club der Welt galt.
00:45:56: Das ist ein glaub ich, ein Stil, der relativ neu war.
00:45:59: Weil wir dabei Frisuren sind?
00:46:00: Du hast doch in deinem Buch einen Abschnitt drin zum Thema Intimhaarfrisur oder Style was damals auch eine Rolle zu spielen beginnt, dass mir nicht so bewusst war, das geht.
00:46:11: Das konnte man schon sehen bei der Serie Sex and the City.
00:46:13: Ja, Sex & The City hat für mich Im Jahr two-thausend war die dritte Staffel.
00:46:21: Da reisen die vier Freundinnen aus New York nach LA und lassen sich da zum ersten Mal der Pruzzewers Brasilien wechseln Und das war tatsächlich damals auch noch völlig neu.
00:46:36: Also Präsidium Wechseln kommt mit der Name aus Brasilien.
00:46:39: Es gab dann irgendwie ein legendäres Studie in New York, warum das bei Sex and the City keine Rolle spielt weiß ich nicht, aber Präsidiom Wechselm wurde dann eben wie in diesem einen Studio von sieben brasilianischen Expert-Schwestern in New york populär gemacht und wurde dann aber tatsächlich über diese Sex and The City Folge zum Mast für den Lifestyle.
00:47:02: Ich frage mich gerade, dass grad bei das Jahrzehnt oder in dem Jahrzehn geht es ja richtig los.
00:47:05: Die lustigen Friseurenamen?
00:47:08: Ob das auch im Bereich Intymfusur dann auch zu lustigem Namen ist?
00:47:11: Die gibt's schon länger, oder?
00:47:13: Ja, so Haareszeiten
00:47:14: und so.
00:47:16: Herr Reinspaziert!
00:47:19: Wo bestimmt denn dieses Badthema möchte ich hin?
00:47:22: Also da gibts in mir zumindest zwei Erklärungen dafür.
00:47:26: Bei diesen badtragenden Hippies Mit Sicherheit, gerade in dieser Hippie-Rock-Neofolk-Kultur der Nullerjahre, den Wunsch sich noch mal so zu inszenieren wie die hippies oder wie man Deutsch sagt, der Gammler der Sechzig und Siebziger.
00:47:43: Also eine bestimmte Form des Nicht mitmachen wollen, in der sich selbst schnell optimierenden Gesellschaft... Und die Bärte, die immer länger wurden zeigten auch irgendwie dass man einfach nicht zum Friseur ging.
00:47:55: also man verweigerte sich bestimmten bestimmten Optimierungsmaßnahmen oder bestimmte Sachen, die man für selbstverständlich hielt.
00:48:01: Und wer die längsten Werte hatte, der hat es halt am längsten... Es gab auch wirklich so langbar Wettbewerber dann.
00:48:08: Hatte man gezeigt und macht das wirklich am längst durchgehalten?
00:48:11: Das ist eine!
00:48:12: Das andere ist aber gleichzeitig ein prominenter Bar-Träger.
00:48:17: Anfang der Nullegiere war David Beckham, der Fußballspieler.
00:48:20: Er hatte eine relativ kurze Bartphase, die aber deswegen wichtig war weil er den Bart bei den sogenannten Metrosextuellen einführte.
00:48:26: Also bei den Männern heute würde man sagen nicht toxischen Männern Und bei denen wurde der Bart dann wiederum zum Zeichen einer Maskulinität, die aber gleichzeitig irgendwie effeminiert verweiblicht war.
00:48:38: In dem Sinne dass der Bart halt gepflegt wurde.
00:48:41: Das waren also Männer das war damals wirklich neu tatsächlich Der metrosexuelle Mann Also Männer die Hautfliege im Mittel auftugen Die dann eben die Bärte auch besonders besonders pflegten Besonders schnitten und da mit diesem Bartöl dann auch besonders flauschig und fluffig machten.
00:48:56: So eine Art von Widersprüchlichkeit wie man auch das in weiteren Teilen der hipster Kultur findet, sowas wie männliche und weiblich zugeschriebene oder gelesene Kultur- und Kulturtechniken miteinander zusammenzubringen.
00:49:11: Aber gleich sich am Ende dann eben doch echte Männer zu bleiben.
00:49:15: Ich gehe mal zur nächsten Rubrik über die so ein bisschen das Thema reinspielt an der Seitendinie eine Nebenfigur.
00:49:22: Und wir haben ja heute zum ersten Mal Der Turka-Pelle, ein Sachbuch.
00:49:27: Trotzdem habe ich mir eine Figur ausgesucht die ich interessant finde weil sie auf einer Art für das Jahrzehnt auch steht in einer Tragik durchaus und es ist Daniel Kübelbeck.
00:49:36: Vielleicht erläutern wir noch mal ganz kurz für denjenigen die nicht dabei waren.
00:49:41: Wer war dann der Kübelbek?
00:49:44: Ja, ich würde wirklich sagen, eigentlich ist das eine Nebenfigur.
00:49:46: Das ist einer der zentralen Figuren in der Epoche.
00:49:49: Wenn wir das umgehen?
00:49:50: Daniel Kübelbeck war irgendwie ein Kandidat in der ersten Staffel von Deutschland sucht den Superstar.
00:49:56: Das muss man vielleicht mal mit dem Bogen aus ein bisschen weiten.
00:50:01: Fernsehphänomien, Anfang der Nullerjahre war natürlich irgendwie diese Reality und Casting Shows.
00:50:06: Das war auch völlig neu also am Anfang, ich glaube es war im Januar oder Februar, die begannen die erste Staffel Big Brother in Deutschland.
00:50:13: Also wo sich dann irgendwie Leute zwentifosselten ins Bläser eine Container rein schließen ließen um die Uhr beobachten lassen.
00:50:20: übrigens auch etwas das... Ich weiß nicht wer sich noch, wer aus Westdeutschland kommt und sich irgendwie an die Volkszählungsdebatte nasset.
00:50:26: eighty-four erinnert, also mit welcher vehemenz mich eingeschlossen damals als politisch aktiven Gymnasijasten gegen die Volkszielung gekämpft haben, weil wir so fragen waren wie weit ist denn der Weg zur Arbeit?
00:50:40: Welche Religion gehören Sie an?
00:50:41: Das war schon damit damit schon den George Orwell-Start darauf, der man fünfzehn Jahre später ist das alles völlig vergessen.
00:50:47: Die Leute haben nichts Allgeres zu tun als ihre gesamte Privatsphäre offenzulegen bei Big Brasa übrigens auch wenn sie dann später Facebook und so soziale Netzwerke benutzen.
00:50:56: Aber das ist wirklich auch eine zentrale Entwicklung irgendwie so der völlige Verlust der Privatspher in den Nullerjahren.
00:51:03: Kübelböck ist, genau.
00:51:04: Dann bringt Bailein dann Deutsch und sucht den Superstar.
00:51:06: die Show von Dieter Bohlen wo dann Kübel Böck als Kandidat nur auf den dritten Platz kommt.
00:51:10: der wird dann rausgewählt Ist aber gleichzeitig wahnsinnig populär.
00:51:15: also es genießt wirklich größte Aufmerksamkeit im Fernsehen aber auch in der sonstigen Presse gibt Wahnsinnig viele Interviews mit Platten auf wo er dann eben so eigene Songs singen wird dann in einer, das ist auch toll.
00:51:28: Es gibt eine ZDF-Sendung wenig später über die Hundert.
00:51:33: Die hundert Bedeutschen, da soll das Publikum abstimmen.
00:51:37: Da kommt dann den Kübelböck im Jahr zwei Tausend Dreizehnt und auch Platz Sechzehn der bedeuteten Deutschen aller Zeiten also vor, ich glaube, vor Marx und Mozart.
00:51:47: Man mag es vor ihm aber...
00:51:48: Von Mozart schildert Thomas Mann?
00:51:50: Ja genau, Mozart schüttelt Thomas Mann ja.
00:51:52: Ich glaube, Max und Martin Luther kommen auf die Irre- und Arde-Nauer.
00:51:56: Also das ist interessant weil die Figur so wahnsinnig schnell so riesig groß wird Und dann aber auch gleichzeitig schnell wieder implodiert.
00:52:03: Also erst dann auch der erste, heute sagt man B oder C Prominente, der dem ersten Karriereknick lange durch die Shows kingelt und er ist auch deswegen interessant... Das sind wir wieder bei den, wie auch immer damals sagt man effinierte Männer oder wie auch im Queer zu lesenden Männern.
00:52:24: Also er hat irgendwie so ein Habitus in dem sich diese ältere Schwulenschrillheit und Tätigkeit verbindet mit tatsächlich aus neueren Queeren-Ausdrucksformen.
00:52:36: Damit sorgt er für Aufmerksamkeit.
00:52:39: erst dann aber auch immer derjenige, der von Dieter Bohlen bei DSDS am drastischsten beleidigt wird.
00:52:45: Er geht dann ins Dschungelcamp wo die Zuschauer hier auswählen können, wer jetzt welche Challenges machen muss und wird dann gleich bei der ersten Show im Gläsern in Saken dreißigtausend Kaka-Laken gesteckt.
00:52:56: Weil die Leute das irgendwie an den Bildschirmen so geil finden wie dieser kleine Quiere Kobold dann ähnliche hysterisch kreischt.
00:53:03: Aber das ist schon krass, ich meine du nennst sich auch glaube ich die Pynödes Shitstorms?
00:53:05: Ja!
00:53:07: Also dass Bolenleute fertig macht okay also nicht okay aber Bolen halt... ...aber dass dann die Fernsehdeutschland seinen Sadismus zeigt Und Ihnen wirklich dann da immer wieder in die schlimmsten Wusung reinwählen?
00:53:19: Ja,
00:53:20: das zeigt einiges über den Stand der Samarkirne-Manzipationen Anfang der Nullerjahre.
00:53:24: Also es sind Leute wie Kübelböck sind sichtbar.
00:53:28: Sie sind aber sichtba als Freaks und als Freakst, die man gerne leiden sieht bei dem man da Mitleid hat und die man hinterher auch wieder in den Arm nehmen kann.
00:53:38: Er macht das, also die Beile lang sehr clever.
00:53:42: Aber natürlich auch auf eine bestimmte Art und Weise auch tragisch.
00:53:45: Wir wissen irgendwie erst dann nach seiner Transition als Lahnler Kaiser, dann in Nolshund über Bord gegangen... Ich hatte eben damit zwei, also mit Kühlberg auch zwei persönlich berufliche Ereignisse.
00:53:57: Ich war dann im Jahr drei als Berichterstatter beim Echo Musikpreis.
00:54:02: Den gab es ja den die ganzen Nullerjahre noch bis in die späten Zähne, ein bisschen dann Kollege und Farid Bang ironiert haben.
00:54:11: Und da war diese DSDS-Crew auch mit Kübelböck auf der Bühne und sangen dann so ein schlimmes Bohlenlied Und danach war dann Michael Mittermayer, der Kuhmicker.
00:54:22: Der Witz war dann zu sagen so das ist ja furchtbar und die müsste man doch alle nach Guantanango Bay schicken.
00:54:29: Das war das gefangenen Lager von Busch, dass damals gerade öffnet worden war.
00:54:33: Und am allerschlimmsten ist dieser Kübelböck, der ist ja schlimmer als die Taliban weil sie singen wenigstens nicht.
00:54:38: So was heißt?
00:54:39: er wurde auf offener Bühne komplett fertig gemacht und die Leute fand es richtig.
00:54:46: Und das ist insofern interessant, weil man das damals noch nicht gewöhnt war.
00:54:51: Deswegen habe ich gesagt, pioniere Shitstorms, dass man in der entstehenden digitalen Medien-Netzwerkgesellschaft nur dann berühmt werden kann wenn man es gleichzeitig erträgt unglaublich gehasst zu werden.
00:55:05: Wir haben uns ja mittlerweile Komplett dran gewöhnt.
00:55:07: Also niemand der MB, also Journalisten kennen darf ihn nicht singen.
00:55:10: Niemand der MB in der Öffentlichkeit steht wird nicht von der einen oder anderen Seite aus welchen Gründen auch immer nicht MB in den Leidenschaftlich gehasst?
00:55:18: Bei Künstlern ist es genauso.
00:55:19: nur wenn künstler MB halt so ein polarisierendes Image oder wie auch immer haben dass sie auch gut zum Gehasst werden.
00:55:26: eigenen MB können Sie längere Karrieren machen.
00:55:29: das ist wirklich... Das kannte ich so aus den Achtzigern und Neunzigern
00:55:33: nicht.
00:55:33: Auch da kann man sagen das Schulcamp nimmt quasi die Mechanismen von Social Media später voll
00:55:37: weg,
00:55:38: indem es Ihnen
00:55:39: an die Wand nachhört.
00:55:39: Ja genau!
00:55:42: Wir haben ganz schönes Zeit für
00:55:43: mich.
00:55:44: Wenn Daniel Kühlbeck das hört und wo da ist alles Gute.
00:55:48: Nächste Rubrik, ne neue Rubrik One Moment in Time.
00:55:51: Du wirst jetzt nicht singen aber eine besondere Begebenheit, wo du dabei warst.
00:55:54: Und zwar... Tokyo Hotel spielt im Jahr zwei Tausend Fünf mit der Columbia Halle.
00:55:59: Ich war dabei
00:56:01: Das große Konzert und du bist dabei und es gibt eine Demonstration gegen dessen Ausverkauf an die falschen Japaner aus Magdeburg.
00:56:08: Richtig, es gab...
00:56:09: Erklär uns bitte mal das genauer!
00:56:11: Wir haben alle Fragen.
00:56:13: Das ist richtig, eine der großen Popkultureien Bickel ist natürlich die DJ-Pop-Kultur.
00:56:18: Insbesondere der Manga wird in den Nullerjahren zum Massenphänomen in Deutschland.
00:56:24: Das Cosplay zu einem Massenphenomen macht dann irgendwie auch zwei Eins oder zwei Zwei Macht.
00:56:28: und da gibt es noch an der Torstraße dieser Manga Bedarfsladen auf New Tokio.
00:56:35: Und es gibt dann wirklich sehr schnell auch sehr leidenschaftliche Gruppen von ein bisschen so wie die Gossiks in den achtziger Jahren.
00:56:43: Das waren ja außerdem die unverstandenen Teenager, die jetzt hier freuten wenn man sich in den damals neuen Message-Sports zusammenfand.
00:56:50: und alle hat das gleiche Interesse nämlich irgendwelche J Pop und J Rock Bands irgendwie aus Japan, die in Deutschland sonst keiner kannte weil die Musik auch noch relativ schwer zu haben war.
00:56:58: im Internet gab es das auch nicht so richtig.
00:57:01: Die trafen sich dann auch schon immer gerne mal zum Cosplay im Volkspark Friedrichshain.
00:57:05: Aber es gab das erste große J-Rockkonzert von einer Band, Dioran Gray.
00:57:10: Im Sommer war das in der inner Columbia Halle.
00:57:12: Das ist völlig fasziniert von dieser Szene.
00:57:16: Wie
00:57:17: sahen die aus?
00:57:18: Weißte Gesichter und Kajal?
00:57:23: Es gab unterschiedliche Spielarten.
00:57:27: hieß oder heißt visual k und die hatten sich.
00:57:30: das waren alles.
00:57:31: ich habe später ein paar verdient interviewt.
00:57:33: die hat alle so in den Späten-Achziger im Süden, die meisten in den Neunzigern angefangen.
00:57:38: Im Japan Musik zu machen waren aber alle Fans von Boi und Glamrock.
00:57:42: Die haben gewissermaßen dem Glamrogg nach Japan importiert... ...und dann gewissermassen in den Nullerjahren wieder zurückimportiert nach Deutschland für die damalige Jugend, die überhaupt nicht mehr wusste, wer David Boi oder Glamrok ist.
00:57:57: Das war total interessant!
00:57:57: Und dann gab es halt das zweite Wanderen irgendwie so, die Gothic Jpop-Bands.
00:58:02: Die sahen halt wirklich aus wie man das vom WF Gotik treffen auch noch kennt, also mit so viktorianischen Klamotten in die langen schwarzen Mänteln oder Rutschen
00:58:10: hören.
00:58:10: Oder von der Mangakonvention jetzt in Leipzig, die aus dem Jahr den Zugehör zu buchen?
00:58:14: Ja!
00:58:15: Ich kann nur mal sagen diese Kostüme sind nicht atmosaktiv, sie tun mir echt immer leid wenn ich hier auf der Straße war.
00:58:18: Ja
00:58:18: ja, es gibt eben auch einen Kapitel darüber, als Dragonball dann irgendwie zusammen zum Teil wichtigen Serie wird und dann fangen die halt alle an mit so Hard Plastik irgendwie so ein Dragonball-Masken irgendwie zuzubauen.
00:58:30: Aber die Frage war ja nach Tokyo-Tel und dann genau das.
00:58:33: Dann hat ein Tokyo Hotel ihren ersten Single vorgenommen, das allererste Konzert in Berlin in der Columbia Halle hat in dieser J-Pop Szene wirklich für riesige Aufregungen gesorgt weil heute man spart uns später von kultureller Aneignung.
00:58:44: also wie können sich diese... Die waren ja noch nie in Japan, es ging hier den Message Sports wirklich hoch her, sie konnten ja gar kein japanisch konnten die eine selber nicht.
00:58:51: aber war irgendwie ein Grund warum jetzt Tokyo Hotel sich nicht mit dieser japanischen Ästhetik schmücken können.
00:59:00: Japano, vielen Deutschen waren ja und die fanden die auch scheiße.
00:59:02: Die haben wir wirklich vor der Halle, gab es bestimmt so Fünfzig Medi dann mit so Schildern... ...die waren doch alle schon ein bisschen älter.
00:59:09: und dann die ganzen Kinder, die dann das Film auch irgendwie um sechs anders war als im Kinderkonzert, die ganzen Kindern waren echt ein bisschen eingeschüchtert von denen wie was ist?
00:59:16: Was haben denn jetzt hier falsch gemacht
00:59:18: oder nicht?
00:59:19: Also Experten über Kulturer der Alleinung wie dich, du hast einen Buch drüber geschrieben, muss da sowas ein Fest sein also die Japaner
00:59:26: und die Zellbrocken?
00:59:29: Ja, das sieht toll aus!
00:59:30: Ja, ja.
00:59:30: Das ist toll!
00:59:31: Und es war natürlich auch so... Es waren eine der ersten Fan-Kulturen die wirklich im Internet entstanden ist.
00:59:37: Also es gibt schon Ende der Neunziger.
00:59:38: Da gab's die ersten Japan-Manga-Pop wie immer, Message Sports irgendwie und dann auch in die ersten Frühformen des sozialen Netzwerkes.
00:59:47: Wo sind halt dann auch die Kids?
00:59:49: Die auch Emil denn auch.
00:59:50: So wie ich als Gothic Kid in den nachtzigern irgendwo einsam auf einem Dorf rumsitzen.
00:59:54: Keiner mag sie.
00:59:55: Die Jungs bringen keine Freundin, die Mädels umgekehrt.
00:59:58: kein Freund, was macht man?
01:00:00: Man schlüchtet sich ein besonders abseitiges Hobby und kommt dann miteinander irgendwie über diese Netzwerke in Kontakt.
01:00:05: Und das war dann wirklich bei diesem D&G Concert waren dann wirklich... Suchten die Leute sich mit so großen Schildern, wo dann ihre Nicknames auf diesen Matchesports drauf standen.
01:00:14: Ich habe mir dann... Tokio Mausi hieß eine und die suchte nach Matt Stalin.
01:00:22: Das waren so die Namen, die man sich damals so... Bitte
01:00:24: meldet euch wenn ihr irgendwo da draußen seid.
01:00:27: habt ihr euch gefunden?
01:00:28: Lass uns mal wissen, auf die vier Ratte einbiegen mit der Rubrik Fast Fifteen.
01:00:32: Fünfzehn schnelle Fragen und wir machen es diesmal als Nullerjahrespecial.
01:00:36: Muss ich wohl noch was
01:00:37: trinken?
01:00:37: Ja unbedingt!
01:00:39: Das erste ist gleich eine Getränkefrage.
01:00:41: Bionade-Litschi oder Rolunde?
01:00:45: Nichts von beiden aber im Wendern eher Litschi.
01:00:49: Barfünzwanzig oder Bergheim beide Gründer?
01:00:51: Bergheim.
01:00:54: Gar keine zwei Meinungen.
01:00:56: Käuvesplatz oder Helmersplatz?
01:01:00: Nein, ich hab ja am beiden gewohnt.
01:01:01: Ich bin erst an Helmholtzplatz da in die Stuppenkammer Richtung Planetarium gezogen und da haben wir dann bis zu zwei zwölf gewohnten und später zum Chorwitzplatz runter.
01:01:09: Ich mag das beides.
01:01:10: mittlerweile sind mir dazu viel Spanier oder die haben jetzt die Schwaben ersetzt.
01:01:16: Gastronomische Frage, Sand-Oberholz?
01:01:18: Oder frisches Donuts?
01:01:21: Müssen?
01:01:22: wir erläutern's
01:01:22: nicht!
01:01:23: Ach, ehrlich gesagt keins von beiden.
01:01:26: Also es gab den einen wirklich guten Italiener wo wir alle hingegen, die irgendwas mit Kultur zu tun haben.
01:01:32: Das war das Cantamaccio.
01:01:33: Ich glaube daran noch reinlasst an der alten schönen Hause.
01:01:36: da gingen auch die ganzen Volksbindleute um und die haben irgendwie so im Jahr sieben dann irgendwie Pleite gemacht.
01:01:40: Das waren The Place To Be.
01:01:42: War keine Oberfr...
01:01:43: Oder Frage was wäre das abwegigste Band-T-Shirt für Hipster?
01:01:47: Was man sich vorstellen könnte.
01:01:49: Hidine Fischer!
01:01:51: Obwohl, die flatt gerade deswegen wieder nicht.
01:01:55: Das Problem bei den Hipstern ist ja das irgendwie... ...dermaßen schnell immer alles drehen.
01:02:01: Das Abweg ist dann grade wie der Nicht-Abwegig.
01:02:03: Also eigentlich gibt's da eigentlich nichts.
01:02:08: Spaß ist schon.
01:02:13: Bushido oder Sido?
01:02:14: Ja, ich verstanden.
01:02:17: Sag mal so!
01:02:24: Ich fand die erste Silo-Platte richtig gut.
01:02:26: Mein Block ist ein richtig gutes Stück, weil ich weiß nicht, als das damals rauskam, wie persönlich es ist... abgesehen von New Metal nix, egal wie Deutschrap irgendwie.
01:02:38: Aber als das damals rauskann, das klang wirklich wie Kraftwerk und also diese elektronischen Beats, die der frühe Sido da drunter hatte, waren wirklich... Das war irgendwas, was man damals auch im Hip-Hop noch nicht gehört hat.
01:02:54: Und wo man dachte so naja Freundeskreis oder alle ganz sympathisch irgendwie aber am Ende auch Hippies.
01:02:59: und das war wirklich krass dass die ganze Sache dann eben so schnell so dermaßen furchtbar schiefginge.
01:03:03: Also gerade politische Welt anschaulich mit Akku Berlin-Ermedes haben wir damals nicht
01:03:07: geahnt.
01:03:08: Da muss ich kurz eine Zwischenfrage stellen, weil ich finde dass man aus diesen Büchern wie auch auf diesem unfassbar viel lernt und einen Detailzeit hat die man vorher nicht, die ich nicht kannte.
01:03:16: Ich habe dann im Buhre genommen das Haus Seehofer den Wunsch hatte, wo Schiedomögel der CSU also die Christdemokratische Sozialunion ein Wahlkampfschirm komponieren.
01:03:25: Also ist das Demo immer als Gedicht worden?
01:03:28: Nein, aber ich finde das gar nicht so.
01:03:30: Diesen einfach weltanscheulich sehr nahe beieinander in Bushido.
01:03:33: Also man macht da einfach total Sinn.
01:03:36: Bushido war ja auch dann einer der ersten, der dann im Jahr zwei Tausend Dreizehn war, glaube ich gesagt hat, dass man die AfD wählen soll.
01:03:43: Also er hat überhaupt noch Spaß gewesen irgendwie.
01:03:45: Aber ich weiß nicht, wie spaßig das gemeint war.
01:03:49: Ich weiß nicht ob Bushido jemals mit dem Seehofer Modell Eisenbahnen gebaut hat.
01:03:54: In diesem berühmten Seehoferkäller?
01:03:56: Als es noch Videos gab, hätte ich das Video gesehen.
01:03:58: Das Musikvideo
01:03:59: dazu nicht
01:04:00: entstanden ist.
01:04:00: Gut weiter geht's.
01:04:01: Echo oder Bambi?
01:04:03: Oh wir sehen die Bambis war ich nie, beim Echo war ich immer schon wegen der fantastischen Aftershow-Partys und wir haben da wirklich... Der Echo war wirklich interessant, weil man auch gerade so im Später der Nuller Anfang der Zehnerjahre dann irgendwie auch, wo man dachte als Musikkritiker.
01:04:21: Man kennt irgendwie alles wenn man immer in Bergheim ist.
01:04:24: Ach, weit gefehlt!
01:04:27: Ich war da mit einem Kollegen vom Spiegel, Kollege Borch-Holte.
01:04:30: wir haben es immer zu zweit durchgestanden und ich weiß jetzt gab's so einen Jahr, das war im Jahr zwei tausend neun.
01:04:35: Da kam eine Band von der wir noch nie was gehört hatten.
01:04:37: die war richtig groß freiwild aus Südtirol.
01:04:40: Und während wir noch dachten irgendwie so, das spielt sich alles irgendwie auf dem Dancefloor in der Panorama aber ab hatte irgendwie war der Rechtsrock im Südturol halt und begann schon irgendwie den die Weltmacht zu übernehmen.
01:04:51: Wir haben uns da mal nachgeschaut und Südterole kriegt dann auch noch den Preis echo national also freiwillig aus Südtirol kriegten den Preis Echo National wieder hat.
01:04:59: irgendetwas läuft ja gerade ganz schief.
01:05:01: Aber es war immer unterhaltsam
01:05:03: Eche oder ESC.
01:05:08: Ich finde den ESC wirklich, wirklich interessant.
01:05:10: Also ich habe gerade in den letzten Jahren immer drüber geschrieben, also auch mit den ganzen Auseinandersetzungen... ...oder für die älteren Kompri de la chance d'orne?
01:05:24: Der ESC ist wirklich interessant, gerade auch in den Nullerjahren.
01:05:28: Ich habe es ja vorhin schon mal erzählt, also in der Zeit wo man sich in Deutschland nur drüber lustig gemacht hat mit so Trash wie Dieter Thomas Kuhn und wie die alle hießen.
01:05:38: und dann hier auch dieser schreckliche Stefan Raab, der Moderator.
01:05:42: damit war da halt du da irgendwie?
01:05:45: Das war von Deutschkindel wiederhornend, gab's auch noch.
01:05:49: Das war ja von Deutschland aus gesehen immer nur so ein Abfallprodukt, über das man sich lustig machte.
01:05:55: Was für eine Wahnsinns-Bedeutung der ESC-Sieg von Ruslaner, der ukrainischen Kandidat in den Jahr zwei Tausendvier gehabt hat.
01:06:02: Und wie wichtig die ESC für das Nation-Bilding der Ukraine gewesen ist also im Jahr zweitausendfünf.
01:06:09: Also was das für ein Fest war in Kiew.
01:06:12: dann sieht man dass das was wir sagen wir so wir im Westen irgendwie so abfällig Ablehen betrachteten gerade bei den in Osteuropäischen Staaten die sich irgendwie auf dem Weg gemacht hatten hin zu liberalen Demokratien oder zumindest irgendwie auch nach Westen vor allem die Jugend, wie wichtig das für sie gewesen ist.
01:06:27: Ich werde aber fast ärgerlich wenn man jetzt irgendwie auch ich in meinem Fötung irgendwelchen Leuten immer noch erklären muss warum man im Fötum oder den ESC schreiben muss.
01:06:35: Das macht wahnsinnig viel auch an gesellschaftlichen Entwicklungen daran
01:06:39: abzulesen.
01:06:39: Träf' ich gerne mal am Tresen würde ich gern mal einen Tresentreffen in den Nullerjahren.
01:06:45: Ich bin ja so ein Typ, der eigentlich am liebsten allein am Tresen sitzt.
01:06:47: Ja,
01:06:48: also mich!
01:06:51: Also ich bin ja ein großer Fan und habe auch viel Zeit in meiner... Damals waren wir aber immer noch vor allem in die Bar Drei da an einer Foxbühne oder an einer Weidiger Straße.
01:07:03: Die schönsten Abende zusammen neben dem Wirt Marohan, der das drei dann ab im Jahr von den Fünften schippt, der auch nie redete.
01:07:10: Wir saßen immer so einen ganzen Abend nebeneinander, schweigend Drankel-Kölsch gucken uns die Leute an und ich ging ganz besieelt nach Hause.
01:07:18: Überbewertete in den Nullerjahren wer dient?
01:07:21: Na ja, überbewertet war sicher der Glaube dass das was man da in den nuller jahren hatte irgendwie noch länger so bleibt.
01:07:31: also bei.
01:07:31: irgendwie hat er mal schon das Gefühl so wow das ist alles.
01:07:34: irgendwie also man kann immer noch selbst Ende der Ende der Nullern war es ja doch so wenn man in die Stadt kam fand man Wohnungen Und man musste irgendwie nicht, also man musste sich... Als ich in der Wohnung gesucht habe, das können sich die Leute nicht mehr vorstellen.
01:07:50: Da konnte ich zwischen dreien aussuchen.
01:07:58: Das Berlin immer cool bleiben wird.
01:08:02: Man ahnte, dass es nicht gut gehen kann.
01:08:05: Aber man dachte auch, das ist sowieso so viel Energie in der Stadt und es kommen ständig neue Leute dazu.
01:08:11: Also das West-Germany machte auf in der Form, wie man das kannte.
01:08:18: Von von zwei Irren er mir geleitet.
01:08:21: Vorher über den Umweg der Ostküste.
01:08:22: Da waren plötzlich wahnsinnig viele Experts in der Stadt, die richtig gute Clubs aufmachen und was wollten mit der Musik.
01:08:29: Das war eine ganz tolle Zeit!
01:08:31: Und man ahnete dass es nicht so bleiben würde... Man hat sich irgendwie auch mal was hätten wir noch machen sollen.
01:08:35: Aber das war der Gedanke, dass man sich in diesem Berlin, wie's da so ist, einrichten könnte.. Das war glaube ich der größte Irrtum, den man in dieser Zeit hatte.
01:08:43: Eine Serienfrage, weil die in der Buch nicht so die Rolle spielen.
01:08:46: The Why oder Lost?
01:08:49: Wie denn noch... Ich hab immer nur Dr.
01:08:50: Haus geguckt!
01:08:53: Slatko oder Jürgen?
01:08:57: Wer lacht und weiß was das gemeint
01:08:58: ist?!
01:09:00: Ja es gibt auch mal einen Endo.
01:09:02: Slatka oder Jörg?
01:09:03: Das war ja eine fiese Frage.
01:09:06: Guck mal von Slatku ist natürlich einer der zentralen Sprüche des Jahrzehnts.
01:09:11: Klar kann ich diesen Shakespeare aber mir fällt gerade nicht ein, welche Filme er gemacht hat.
01:09:16: Daran kann man viel ablesen, wie gerade Sladko und Jürgen als die ersten Superstars aus dem ersten Big Brother-Container das vollendet haben.
01:09:24: Was Pank mal versucht hat, nämlich die bürgerliche Hochkultur zu zerstören.
01:09:28: Damit ist Pank nicht weit gekommen.
01:09:30: Sladka und Jörg haben es geschafft!
01:09:33: Es gibt eine sehr gute, einstündige Saint-Jean im Big Brasa wo man Sladko stundenlang beim Fingerniegel schneiden zu guckt.
01:09:41: Der knips sich so die Fingerlegel aus Klapp dabei und ist immer nicht so richtig.
01:09:44: Es dauert wirklich ewig!
01:09:46: Und das natürlich wie diese Rohrholfilme aus dem spielten Sechziger.
01:09:50: Wo man ja auch die Eltern werden sich in den vierundzwanzig Stunden lang auf die Eingangstür des Empire State Billings guckte.
01:09:57: So war es.
01:09:57: ansofern würde ich sagen Sladco.
01:09:59: Keiner weiß mehr wer die erste Staffel gewonnen hat?
01:10:02: Ich glaube, Jürgen wurde Zweiter.
01:10:03: Ja?
01:10:05: John!
01:10:06: Richtig!
01:10:06: Aus Potsdam, oder?
01:10:10: Der war doch Bäckermeister,
01:10:11: oder?!
01:10:14: T-neuen oder Tippfehler?
01:10:16: Ich war ja immer zu langsam für T-Neuen.
01:10:18: Weiß noch jemand was T-Nuin war?
01:10:21: Es klingt wie Panzer aber das ist das Team... Wie man auf dem Handy schrieb und was dann das ...
01:10:26: Genau.
01:10:26: Du hattest
01:10:26: einfach vollständig, gell?
01:10:27: Also die T-neuen Technologie also wie man Textnachrichten mit dieser enumerischen Testatur da waren halt irgendwie auf jeder Ziffer immer drei oder vier Buchstaben, da musst du auch immer ganz schnell... Das ist interessant weil meine Kinder war noch nicht geboren.
01:10:42: aber wir waren natürlich umgegeben von den zwölf bis fünfzehnjährigen, die das ganz schnell wahnsinnig schnell konnten und damit schon demonstrierten irgendwie, du bist zu alt, weil du kannst es nicht!
01:10:50: Da hieß es mal ein bisschen Boomer, ich war für die.
01:10:53: Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, weil ich dieses T-neunig kannte.
01:10:59: Und das ist wahrscheinlich auch die Kulturtechnik in der Geschichte der Menschheit, die am schnellsten wieder verschwunden ist.
01:11:04: Also es gibt ja viel.
01:11:06: So eine Nettdichtung oder auch eine Herstellung des Malen von Mehl und Mühlen.
01:11:14: Kann ja heute auch keiner mehr.
01:11:16: Aber das liegt, glaube ich wirklich nur drei Jahre und dann warst du oder vier.
01:11:20: Und dann kam das Smartphone irgendwie auf den Markt und ab da war es dann hier vorbei.
01:11:25: Es gibt ja so ein paar Sachen, die dieses Jahrzehnten kennzeichnen.
01:11:28: Die Klingeltunen haben wir vorhin auch schon mal genannt.
01:11:29: Also wer sich
01:11:30: noch erinnern kann, wenn man nachts Filme in privaten guckte und da war Werbung war entweder Klingelton, Schnappi, das Kokodil ... Bizarre Sex-Hotlines.
01:11:41: Ruf
01:11:41: an, ruf an!
01:11:43: Das hat auch das Jahrzehnte nicht überdauert während das iPhone, glaubst du?
01:11:46: Das iPhone, das war's im Jahr jahr'n
01:11:48: acht, glaube ich, sieben
01:11:49: vorgestellt wird.
01:11:50: Wird es bleiben?
01:11:53: Ob das bleiben wird weiß ich nicht aber ist natürlich insofern wirklich... Also klar, dass das Ribbels näher ist.
01:11:57: jetzt irgendwie no-brainer MB.
01:11:59: Aber interessant ist das iPhone In der Kombination mit dem App Store ein Jahr später.
01:12:06: Damit ist natürlich auch das Internet, wie wir älteren es mal kannten von neunzehntneunzig Folgen, der mit ihnen versprechen dass irgendwie alle daran, also Open Source Software, alle daran MV mitwirken können und mitprogrammieren können.
01:12:17: Da ist völlig klar irgendwie Apple will jetzt irgendwas eine Wirtschaftsform durchsetzen in der das ein Closed Shop ist.
01:12:25: Also man soll jetzt nicht mehr selber irgendwas machen sondern man soll Apps kaufen!
01:12:28: Und die erste App die an den Start geht ist natürlich Facebook.
01:12:31: Und dass das damit mit dem App Store und mit Facebook als erster, auch in der ersten extrem erfolgreiche App hat man ab im Jahr die sozialen Netzwerke in der Tasche.
01:12:41: Und es ist ab da von den Fassetten voll verkabelt und voll angeschlossen an die digitale Welt.
01:12:48: Man hat wirklich zwei Identitäten.
01:12:52: Das ist glaube ich etwas das natürlich auf alle Fälle bleiben wird, egal in welcher technologischen
01:12:57: Form.
01:12:58: So letzte Frage!
01:13:00: Aufmerksam zugesagt hat, kennt die Antwort.
01:13:03: Sommermärchen oder Papst?
01:13:06: Damit kommen wir zum letzten...
01:13:08: Das ist eine Überleitungens-Moderationsbrücke wie man so schön sagt!
01:13:13: Die letzte
01:13:13: Stätte an Sie in Klevere Dramatöne.
01:13:15: Unglaublich, ich hab dann so gebrüttet.
01:13:17: Wir sind auch gleich fertig und siehst schon
01:13:19: die Ventilatoren
01:13:20: auspacken.
01:13:23: Aber erst mal kommen wir nochmal zum Echo zurück.
01:13:26: Die Echo Musikpreisverleihung des Jahres zwei Tausend Fünf findet am zweiten April wiederum in Berlin statt.
01:13:34: In diesem Jahr wird erstmals am Preis für den meistverkauften Download des Jahres verliehen.
01:13:48: Er geht an die neunjährige Sängerin Joy Grütmann aus Gelsenkirchen, die unter den Mann Joy auftritt und ihr Lied Schnappi das kleine Krokodil.
01:13:58: Schnieschna schnappi, schnappy schnappen.
01:14:07: Ich bin Schnappie.
01:14:08: das kleine Krokodil kommt aus Ägypten.
01:14:10: Das liegt direkt am Niel.
01:14:12: Zuerst lag ich in einem Ei dann Schnieshna schnappte ich mich frei.
01:14:18: Tatsächlich handel es sich bei Schnappy um den größten Hitz der vorigen Monate.
01:14:21: und dass obwohl Joel Gruthmann tatsächlich schon vier Jahre zuvor im Alter von fünf das Lied aufgenommen hatte.
01:14:28: Es war zunächst auf einem Sampler erschienen mit Liter in der Kindersendung die Sendungen mit der Maus ohne sonderliche Aufmerksamkeit zu errehen.
01:14:36: Dann aber stellt ein bis heute analog gebliebener Schnappie-Fan das Lied ins Internet, woraufhin es viral geht – wie man in den Nullerjahren zu sagen beginnt ist Oxford Indistictionary verzeichnet die Phrase Go Viral.
01:14:50: erstmals im Jahr zwei Tausend Fünf!
01:14:53: So kann sich die schnappiesangeren Joy bei ihren Fans und beim Publikum der Echo Verleihung bedanken.
01:14:58: Danke dass ihr mich im Internet so runter geladen habt.
01:15:03: Sie trägt ein Anglerhut und hat zwei Begleiter mit auf die Bühne gebracht.
01:15:06: Der eine hat sich als das Krokodil Schnappi verkleidet, der andere entsprechend ihren zweiten Hit als das Lama aus Yokohama.
01:15:13: Um zwanzig Uhr ist bei einem Gebetsvigil auf dem Petersplatz in Vatikanstadt der argentinische Kurienkardinal Leonardo Sandri ans Mikrofon getreten und hat verkündet Liebe Brüder und Schwestern.
01:15:25: um einundzwanzig uhr siebenunddreißig ist unser geliebter heiliger Vater Johannes Paul II ins Haus des Vaters zurückgekehrt.
01:15:33: Beten wir für ihn?
01:15:34: Anschließend stimmt er mit der auf den Platz versammelten Menge das Totengebet, die profund ist.
01:15:42: Das Pontifikat von Johannes Paul II.
01:15:44: hat fast siebenundzwanzig Jahre gewehrt, als Karol Weutelang aus den Aten-Siebzig in sein Amt eingeführt wurde war die Welt noch eine völlig andere als jene des Jahres zwei Tausendfünf.
01:15:54: Sein Pontifikat hatte er als ungewöhnlich agiler und sportlicher Papst begonnen fährt gerne Skis und ist ein begeisterter Schwimmer.
01:16:01: er ruft sogar einen Gremium namens Kirche und Sport ins Leben.
01:16:06: In den letzten Jahren wird auf dem Petersplatz ein Anschlag verübt.
01:16:09: Der türkische Rechtsextremist Mehmet Ali Akca gibt drei Schüsse aus einer Pistole auf ihn ab, die dritte Kugel verletzt den Darm und tritt in den Rückgrat wieder aus.
01:16:19: Johannes Paul II kann in einer Notoperation gerettet werden leidet aber bis zum Ende seines Lebens unter den Folgen.
01:16:25: Akca wird festgenommen und zu lebenslanger Haft verurteilt.
01:16:27: im Jahr Bitte Johannes Paul II, darum ihn zu amnestieren.
01:16:32: Er hat Aksha schon kurz nach der Tat vom Krankenbett aus seine Vergebung ausgesprochen und ihn später im Gefängnis besucht.
01:16:40: In seinen Memoaren erklärt Akshash später er habe im Auftrag des iranischen Republikionsführers Ayatollah Kumbinega handelt.
01:16:48: Johannes Paul III leidet seit dem Attentat unter einer sich allmedisch verschlechternden Gesundheit.
01:16:52: unter muss er sich einen darin Tumor entfernen lassen.
01:16:56: Als er in dreiundneunzig bricht es sich bei einer Audienz der Schulter, dann ist er vierundneunsig stürzte Ermbar und muss sich danach eine Hüftprothese einsetzen lassen.
01:17:04: Ende neunziger Jahre beginnt er unter der Parkinsongkrankheit zu leiden.
01:17:07: Am Beginn des Jahres zwei tausend fünf verschlechtert sich sein Zustand rapide.
01:17:12: In der Eilen nur noch Atemnot im Infektionen.
01:17:15: Im Februar muss ein Luftröhrenschnitt vorgenommen werden.
01:17:17: Danach kehrt er zwar an den Vatikan zurück aber er kann jetzt kaum noch sprechen.
01:17:23: Eine Woche vor seinem Tod am Karfreitag, dem februarzwanzigsten März, kann wir die Zeremonie des Kreuz zugs nur noch an seiner Privatkapelle auf einem Fernsehbildschirm verfolgen.
01:17:32: Dabei lässt er sich wiederum filmen, schweigend und von der Krankheit gezeichnet in sich zusammengesunken.
01:17:38: man sieht ihn von hinten wie ein großes Kreuz mit dem sterben Christus in seinen zitternden Händen hält.
01:17:44: Ich biete euch mein Leiden an, damit der Plan Gottes verwirklicht werden kann und damit sein Wort einen Weg zu den Menschen findet.
01:17:51: Lässt er den Glaubigen verkünden?
01:17:54: Das ist natürlich ein Zeichen!
01:17:56: In einer Welt in der die Optimierung des Körpers zum Standard geworden ist – in einer Welt, wo die Menschen unablässig danach drachten mit chirurgischen, chemischen und anderen Mitteln ihre körperliche Erscheinung auf ewige Jugend- und auch ewige sexuelle Attraktivität zu trimmen In dieser Welt macht Johannes Paul II.
01:18:13: seinen eigenen, kranken, hinfälligen Körper zum Symbol der menschlichen Sterblichkeit und des menschlichem Leidens.
01:18:20: Dabei nutzt er die gleichen medialen Mittel wie die Protagonisten- und Protagonistinnen der neuen Spektakelgesellschaft.
01:18:26: Er bietet sich da und entblöst sich geradezu wie die Kandidaten im Big Brother Container.
01:18:32: Er lässt die Bilder seines Sterbens um die Welt gehen, er will damit zeigen dass menschliche Würde nicht von Gesundheit, Leistungsfähigkeit oder Sprache abhängt.
01:18:40: Im Leiden ist eine besondere Berufung enthalten.
01:18:43: so hat er schon in seinem apostolischen Schreiben sein wie Fiki Dolores aus dem Jahr
01:18:47: n.a.,
01:18:47: formuliert und weiter das menschlichen Leid hat seinen Höhepunkt im Leiden Christi erreicht.
01:18:54: So setzt Johannes Paul II.
01:18:56: sich mit den massenmedial verbreiteten Bildern seine Sterben im Körpers in die Nachfolge Christi und er bekräftigt, was der Apostel Paulus in seinem Brief an Nicole Losser schrieb für den Leib Christi – Die Kirche ergänzt sich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.
01:19:12: Am Ostersonntag Zeig er Papst sich ein letztes Mal in der Öffentlichkeit.
01:19:15: Er versucht den Segen Urebi et Aurebi zu sprechen, aber kann nur noch einige kaum verständliche Worte ins Mikrofon hauchen.
01:19:21: Dabei hat er offenbar die Schwierigkeiten seinen Kopf gerade zu halten.
01:19:26: Zum ersten mal wird diese Ostermesse unter Segen per Video auf Mobiltelefone übertragen.
01:19:32: Der Mobilfunkanbieter Vodafone hat dafür einen eigenen Dienst namens Vodaphone Live eingerichtet.
01:19:38: Da über einen Vodafone-Telefon mit dem damals völlig neuen Datenübertragungsstand UMTS verfügt, kann sich über ein Menüpunkt namens Nuvita Elive einklinken und die Ostermesse am Petersplatz und das Sterben des Papstes in Echtzeit verfolgen.
01:19:54: Vielen Dank!
01:20:04: Ja, wir sind nicht Papst
01:20:06: aber wir sind fertig.
01:20:07: Herzlichen Dank an Jens Balzer!
01:20:09: Danke
01:20:09: schön!
01:20:10: Vielen Dank.
01:20:19: Die Tipp Berlin Literaturkapelle ist eine Produktion der Tippberlin Media Group in Kooperation mit Studio thirty-six.
01:20:26: Die Folgen werden live aufgezeichnet an jedem letzten Mittwoch des Monats in der Kapelle neunundneinzig in
01:20:30: Friedrichshain.
01:20:31: Tickets unter www.tipp-berlin.de.
01:20:34: Neue Folgen gibt's immer am ersten Montag des Monads auf tipp minus berlin.DE und allen gängigen Podcastsportalen!
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