Abenteuerurlaub mit Kristof Magnusson

Shownotes

In der Mai-Ausgabe der tipBerlin Literaturkapelle spricht tipBerlin-Literaturredakteur Erik Heier mit dem Bestsellerautor Kristof Magnusson über seinen neuen Roman „Die Reise ans Ende der Geschichte“. Der deutsch-isländische Schriftsteller erzählt darin eine ebenso rasante wie urkomische Agentengeschichte, die in den 90er Jahren spielt: Ein exzentrischer BND-Agent rekrutiert auf einem Empfang der russischen Botschaft in Rom den gefeierten jungen Lyriker Jakob Dreiser für den Geheimdienst – mit ungeahnten Folgen.

Die Literaturkapelle ist eine neue Lesereihe, die einmal im Monat in der Kapelle99 in Friedrichshain stattfindet. Tickets für die nächste Literaturkapelle am 24. Juni 2026 mit Jens Balzer gibt’s hier: https://www.tip-berlin.de/event/die-neue-tipberlin-literaturkapelle-der-popkultur-papst-jens-balzer-erklaert-uns-die-nullerjahre/

Du willst immer wissen, was in Berlin los ist? Programm, Kultur, Stadtleben und vieles mehr gibt’s täglich auf www.tip-berlin.de, auf Instagram (@tipberlin) und TikTok (@tip_berlin).

Eine Produktion von tipBerlin in Kooperation mit Studio36. Cover Art: Jonas Schulte

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00:00:00: Vielleicht ist es wirklich vergessen, James Bond.

00:00:01: Vielleicht sind einfach Schriftstellerinnen und Künstler die besten Spione, die es gibt weil sie vermeintlich außerhalb des Kontextes stehen und trotzdem aber eine sehr wache Auffassungsskabe haben!

00:00:29: Herzlich willkommen zur Tipp.

00:00:31: Berlin Literaturkapelle Die Mai-Ausgabe.

00:00:35: Wir freuen uns, dass ihr da seid

00:00:37: und ich freue

00:00:38: mich, dass er da ist.

00:00:40: Der Roman-Schriftsteller, Autor von sehr erfolgreichen Theaterstücken, Übersetzer, Gastdozent oder ich weiß nicht ob was nachhören kann

00:00:48: ausgebildete

00:00:49: Kirchenmusiker.

00:00:51: Grüßt mit mir Christoph Magnussen!

00:01:00: Ja guten Abend.

00:01:02: hier muss man das ja sagen in dieser Kapelle mit der kirchenmusik allerdings ein bisschen mehr Leute als normalerweise in der Kirche wenn man spielt.

00:01:11: Das klingt ein

00:01:11: bisschen so, wie erst.

00:01:13: nicht nur das Schriftsteller hat etwas vernünftiges gelernt.

00:01:16: Ja, das glaube ich, das kann man da jetzt nicht so sagen

00:01:18: aber... Genau!

00:01:18: Aber wir reden heute auch über alternative Berufswege für Schriftstellern.

00:01:23: Was Sie was Euch erwartet?

00:01:26: ungefähr eine gute Stunde, fünfzehn Minuten.

00:01:29: Wir haben drei Lesestellen von Christoph und wir haben paar Rubriken die Ich immer mal so einstreue.

00:01:36: wer von euch zum ersten Mal hier ist Weiß das jetzt?

00:01:39: Und wir fangen immer mit der Eurobrik an, aller Anfang.

00:01:44: Der allererste Satz im Buch und das Buch um dass es heute geht heißt die Reise ans Ende der Geschichte Christoph Magnessen.

00:01:52: Ja, jetzt lese ich den ersten Satz.

00:01:54: Den erster Satz?

00:01:55: Nächst weiter!

00:01:56: Dann reden wir

00:01:56: darüber Dieter Gerneshausen Bundesbeamter im siebenundzwanzigsten Dienstjahr merkte nicht sofort, dass man ihn vergiftet hatte.

00:02:07: Das ist ja... Was man bei dem Drehautor so sagt, er hat ihm einfach dann das am steilern.

00:02:14: Ja ich hatte eigentlich schon in einem anderen Roman vor etwas zu schreiben über jemanden der vergiftet wird weil ich mich eh auch für medizinische Notfälle interessiere.

00:02:26: Ich habe mein ganz Buch geschrieben Arztromaden wo ich mit Notärztinnen durch Berlin gefahren bin und In das Buch hat dieser Giftnotfall nicht mehr reingepasst.

00:02:34: und dann dachte ich, hier passt es eigentlich sogar viel besser.

00:02:37: Weil ist ein Buches was eben im Spionagemilieu spielt.

00:02:40: Und die siebenundzwanzig Jahre wo dieser Dieter Gärmeshausen als Bundesbeamter gearbeitet hat Das ist in der Tat der Bundesnachrichtendienst.

00:02:48: Deswegen passt das sehr gut mit dem Gift.

00:02:55: Bevor wir ins Buch einsteigen eine wichtige Information noch Das Getränk, das ihm da nicht so richtig gut bekommt ist ein Negroni.

00:03:03: Negronis ist ein Cocktail der

00:03:06: dein

00:03:06: Buch kapaziert!

00:03:08: Was hat es damit auf sich?

00:03:13: Ja... was hat es mit Aufsichts an?

00:03:15: Eine gute Frage also.

00:03:16: ich glaube das hat sich so ergeben dass die Menschen in dem Buch gerne Negrinis trinken.

00:03:21: Das liegt zum Teil daran Zwei der Hauptpersonen in Rom wohnen, in Italien und deswegen ist es... Da wird das oft getrunken.

00:03:31: Und ja ich hatte irgendwie den Eindruck dass das das perfekte Getränk ist.

00:03:35: Ich weiß ehrlich gesagt bis heute nicht so genau was da drin ist aber ich trinke sehr gerne.

00:03:39: also Das ist eigentlich so.

00:03:44: Ja es ist eigentlich glaube ich Eher Zufall gewesen, dass das dann auf dem Buchcover gelandet ist.

00:03:49: Es ist vielleicht eine der interessanten Sachen die passieren wenn aus dem Manuskript ein Buch wird, das auf einmal Details über dich gar nicht so viel nachgedacht habt ihr in den Buch drin sind.

00:04:00: Die trinken das halt gerne weil ich trinke es auch gerne und das passt zu der Stimmung und es ist ein relativ starkes Getränk wo relativ schnell auch wenn's nicht verhiftet ist erratische Dinge passieren wenn man so viele davon trinkt.

00:04:13: Und so war der Negroni in dem Buch ein wichtiges Beiwerk, ohne dass ich sofort gedacht habe.

00:04:20: Das hat eine sonst wie aufgeladene Bedeutung.

00:04:23: und dann kommt eine Grafik-Designerin und überlegt sich was aus Cover kommt oder auf einmal ist der Negrooni auf dem Cover und als nächstes mache ich die Pressefotos mit diversen Zeitungen und hab andauernd Negronis in der Hand weil auf einmal alle denken hey das ist ja toll.

00:04:39: also wird sozusagen eigentlich einen Ein Detail auf einmal in der Promo für das Buch immer und immer größer, was zum Teil so absurden Situationen geführt hat.

00:04:49: Dass ich mit der Nina Morgenpost ein Interview hatte morgens um zehn Uhr und dann kam der Fotografen mit einem Negroni.

00:04:55: Dann musste ich den ersten Negronimorgens um zehn trinken.

00:04:58: Danach trafen sie uns um vierzehn Uhr.

00:05:00: Was habt ihr euch ausgedacht?

00:05:01: Negronie?

00:05:02: Der selben Tag!

00:05:02: Ja

00:05:03: also ich hatte irgendwie da bitte dann am Schluss vier Negrinis getrunken vor siebzechzehn uhr.

00:05:09: Also Augen auf bei der Getränke, warte.

00:05:12: Wie bitte?

00:05:14: Nein mit den Bubsschrauben so keiner gekommen!

00:05:16: Aber ich habe auch schon gedacht also wenn das so weitergeht dann muss ich beim nächsten Buch müssen die alle mal rote Betesaft trinken oder sowas.

00:05:22: Ein bisschen auf meine Gesundheit aufpasse.

00:05:25: aber ja ich fand es ganz interessant wirklich wie ein Detail was eigentlich so ein bisschen unterlaufen ist dass da drin war und auf einmal ist es ganz groß und alle finden dass das so das Ding ist.

00:05:39: Buchhandlungen, die Lesung machen.

00:05:41: Die sich wahnsinnig Mühe geben, ganz tolle Negronis zu mixen und dann trinken alle Negrons auf den Lesungen.

00:05:49: Das hat sich sehr versebstständigt!

00:05:53: Ihr seht wir haben hier Wasser da drüben gibt es auch noch Weih und wir fangen jetzt zu nüchtern.

00:05:59: wie's geht mit der ersten

00:06:03: Näsestelle an.

00:06:04: Ja, ich lehse dann jetzt gleich von Japa Preiser und Dieter Gernishausen.

00:06:06: Natürlich!

00:06:08: Dann überlege ich was ich dazu noch sagen möchte.

00:06:11: Erstens herzlich willkommen hier in der Literaturkapelle.

00:06:15: das Buch handelt vom zwei Hauptpersonen die ihr jetzt ja beide kennen lernt in dieser ersten Lesestelle.

00:06:26: Der eine ist dieser besagte Dieter Germaneshausen eben Bundesbeamter im siebenundzwanzigsten Dienstjahr der eigentlich schon so Pensionierung am Horizont heran segeln sieht mit seiner nicht so wahnsinnig erfolgreichen Tätigkeit beim Bundesnachrichtendienst und dachte, das geht jetzt langsam zu Ende.

00:06:44: Und dann kommt die schöne Beamtenpensionen.

00:06:47: Dann fällt allerdings der eiserne Vorhang.

00:06:49: Das spielt also in den neunziger Jahren.

00:06:53: Auf.

00:06:53: einmal hatte er ein Problem, weil er nämlich aus purer Langeweile nebenbei ab und zu für den KGB spioniert.

00:06:59: Und jetzt sieht er gar nicht mehr seine schönen Überamtenpensionen heran segeln sondern im Gegenteil erfurchtet jetzt die Entahnung natürlich eine Anklage und lange Haftstrafe.

00:07:08: das heißt Jetzt muss der eigentlich auf zum ersten Mal richtig ein wildes Ding drehen gegen Ende seiner Karriere Der braucht nämlich Geld damit er untertauchen kann bevor sie ihn enttahmen führt dazu, dass er feststellt hat so eine Idee was er machen kann.

00:07:25: Er weiß aber er kriegt es nicht alleine hin.

00:07:27: das heißt jetzt geht dieser Bundesbeamt der im siebenundzwanzigsten Dienstjahr los für den der Mauerfall wenn man sowohl der größte Unglückspfeil seines Lebens ist und versucht jemanden zu rekrutieren mit dem er dieses große Ding drehen kann und seine Wahl fällt auf einen Dichter namens Jakob Dreijes.

00:07:48: Also wahnsinnigen Erfolg hat seit dem Fall der Mauer so ein bisschen blauäugig durch die Welt läuft und denkt, so kommt er aus dem Westen und der denkt, Mensch jetzt ist alles toll.

00:07:58: Die Demokratie hat gewonnen, die Menschenrechte verbreiten sich automatisch in der Welt.

00:08:03: wir müssen gar nichts mehr tun.

00:08:04: Rassismus, Homophobie, Sexismus das stirbt mit den alten Leuten aus.

00:08:08: Die Welt ist jetzt super!

00:08:10: Und ich kann ganz in Ruhe einfach Oasis hören und Bananen weizentrinken.

00:08:14: Bisschen wie diese diesen Typus-Mensch, den es eben gab in den neunziger Jahren.

00:08:20: Die dachten politisch müssen wir gar nicht mehr sagen und muss sich für nichts mehr engagieren.

00:08:24: alles wird automatisch besser.

00:08:25: das heißt Für den ist der Mauerfall wenn man so will der größte Glücksfall seines Lebens.

00:08:30: Der steupert so naiv und blaue durch die Welt Und Ja wird dann als Spion rekrutiert von Dieter Gärmeshausen für seine letzte große Aktion.

00:08:43: und ich fange mal an Jetzt mit Jakob Dreiser, damit ihr immer einen Eindruck kriegt von dem, also dem jungen Dichter.

00:08:51: Die leben bei den Rom Kapitel I, Jakobdreiser Rom Garten der Botschaft der Russischen Föderationen.

00:08:59: In diesen Tagen war JakobDreiser immer wieder durch Rom gegangen und hatte sich darüber gefreut was für ein wunderbarer Ort die Welt doch in diesen letzten Jahren geworden war.

00:09:09: Der eisende Vorhang war weg.

00:09:11: Die Mauer war weg, der kalte Krieg vorbei und er war auf den Weg zu einem Sommerfest im Garten der russischen Botschaft.

00:09:18: Die Russen hatten massenweise Einladungzzettel gedruckt die mit grob gerasteten Grafiken von Ballons- und Sektlesern verziert waren und die sie in der Nachbarschaft an Laternen, Fehl- und Bauern geklebt hatten an die Eingangstore zu den Parks und Hundeauslaufgehegen.

00:09:33: Sommerfest der Botschaft der rossischen Föderation, typisch russische Spezialitäten.

00:09:38: Anmeldung nicht erforderlich.

00:09:40: Alle willkommen, russische Föderationen!

00:09:43: Jakob Dreiser musste sich an den Begriff immer noch gewöhnen denn auch die Sowjetunion gab es nicht mehr.

00:09:50: Als Jakob die Botschaft erreichte war regerhaft aufgekratzt.

00:09:53: In den letzten zwei Jahren in denen er schon im Rom gewohnt hatte war er oft an dieser hohen gelben Mauer vorbeigegangen ihres Botschaftsgelände abschirmte ohne sehen zu können was dahinter lag.

00:10:03: Selbst die beiden Flügel der ausladenden Schwiedereisernen Eingangstore waren mit Metallplatten verschraubt.

00:10:09: Kaum ein Römer hatte gewusst, wie die Botschaft aussah – zumindest nicht bis jetzt!

00:10:13: Denn heute war das Tor weit geöffnet und über den Köpfen der eintrudelnden Gäste rankten sich gelandet mit russischen italienischen und europaflangen und einem Barnermitteaufschrift Verein der Angehörigen der Mitarbeiter der Botschaft der Russischen Föderation.

00:10:29: Abgesehen von diesem zugegebenermaßen etwas sperrigen Vereinsnamen, passte die Veranstaltung in ihrer informellen Heiterkeit bestens zu dem sonnigen Wetter das seit einigen Tagen herrschte.

00:10:40: Selbst die Sicherheitsleute trugen lustige Papphütchen mit Braunbeeren oder Materialioschkras drauf.

00:10:46: andere trugen sogar Hütchen, die auslern wie russische Fellmützen aber ebenfalls aus Pappe waren.

00:10:52: Catering hingegen gab es keines Kein kaltes Buffet, keine professionellen Kellner.

00:10:57: Man aß was die Botschaftsangehörigen und ihre Familien zu Hause gekocht hatten.

00:11:03: Am Anfang hat er sich eine kleine Schlange gebildet.

00:11:06: Eine Wasserstoffblonde ältere Frau deren blau geschminkte Augenlieder in der Sonne glitzerten saß unter einem kleinen Baldach hin am Tor.

00:11:14: Jakob Dreiser glaubt den ihr die Frau des Kulturattaches zu erkennen.

00:11:18: Sie verkaufte Gutscheine, die man im Garten gegen Krimsekt, Piroggen, Pelmeni-Borsch und Aubergincavia eintauschen konnte.

00:11:25: Und wie so oft hatte Jakob Dreiser auch jetzt Glück!

00:11:31: Gerade als er an die Reihe kam, fiel ihm der Name der Ehefrau des Kulturattaches ein... Guten Tag, Lidia Karneyevner sagte er und erwahrt eine Marke für Essen und zwölf Marken für Krimsekt.

00:11:43: Die Lidya Karnejevna ihm lächelt überreichte.

00:11:45: dann ließ er sich von einer Welle des Willkommenseins in den Garten der russischen Botschaft spülen.

00:11:52: Es faszinierte Jakob immer wieder was für weitläufige Gärten sich hinter den Mauern vom Ruhm verparken zu pressen im regelmäßigen Abstand wie Wachsoldaten stehen Drösäumten den Weg Zwischen ihnen am Forum, Skulpturen und Blumenkästen aus Marmor die so groß fahren wie Serge.

00:12:10: Er verlangsamte den Schritt, war da den Teil des Gartens in dem die Party stattfand erst erreichen wollte wenn er einen ersten Überblick über die Gäste gewonnen hatte und sich an einigen Namen erinnerte.

00:12:21: Zwischen dem Portal der Botschaft und den sprudelnden Brunnen standen unzählige mit weißem Tuch bespannte städtische.

00:12:28: es gab sogar einen DJ CDs von ganzen Roses und Rockset auflegte, jetzt schon zum zweiten Mal seit Jakobs Ankunft Lambada spielte.

00:12:39: Die ganze internationale Gemeinde war hier – es war ein großes Hallo das sich aus vielen kleinen Hallos zusammensetzt!

00:12:46: Jakob begrüßte fast jeden, an dem er vorbei lief.

00:12:49: Manche mit einem Kopf nicken andere mit einem guten Tag und noch mehr Leute begrüßen und umarmten ihn.

00:12:54: Dass Jakob bald sich wie ein Affel im Regenwald vorkam nur dass es nicht von Ast zu Ast sondern von Umarmung zum Armung hangete.

00:13:02: Küsschen, Küsschien!

00:13:03: Er war in seinem Element.

00:13:05: In vielen Fällen kannte er nicht nur den Namen ihm viel auch einen vorüber mein letztes Mal geredet hatte.

00:13:11: Wie war der Skiurlaub?

00:13:12: Der Batikkurs Der Geburtstag der Tochter, das Date mit dem neuen aus der finnischen Konsulabteilung.

00:13:18: Ah!

00:13:18: Das freut mich.

00:13:20: Oh nein Herr Yeh.

00:13:22: Jakob kannte so viele Namen wie kaum jemand allerdings meist nur die Vornamen.

00:13:27: Nachnamen gehörten für ihn zum Ernst des Lebens und den war in den letzten Jahren mit großem Erfolg aus dem See gegangen.

00:13:35: Der Ernst gehörte zu den kalten Kriegsjahren die nun vorbei waren Den kalten jahren die in seiner Heimat besonders kalt gewesen waren.

00:13:43: Als Kind hatte er Angst vor der Anfangsmilodie der Tagesschau gehabt, weil er jedes Mal fest damit rechnete sie würden den Beginn des Krieges melden.

00:13:51: Die Kinder hatten Angst und die Erwachsenen hatten sie auch.

00:13:54: alle verlängten sich ab verdrängen doch entkommen konnte ihr niemand.

00:13:59: dazu waren die Geschichten aus dem letzten großen Krieg noch viel zu nah.

00:14:03: Jakob dachte an seiner ausgezehrte Religionslehrerin in der Grundschule, die den Klassenraum zu jeder Unterrichtsstunde in ein großformatiges Weltuntergangstheater verwandelte.

00:14:15: Als Achtjähriger hatte Jakob sie gefragt ob wir Russen nicht eigentlich auch frieden wollten und die Reaktionen seiner Lehrerin sah noch bis heute vor sich.

00:14:23: Ihre Augen weiteten sich, sie starb mit dem Gehstock in die Höhe und rief dann fragt ihr doch mal weißt du was die dann sagen?

00:14:30: Kinder morgen sind wir bei euch!

00:14:33: Und nun Was genau umgekehrt?

00:14:37: Nicht die Russen waren gekommen, sondern sie waren zu den Russen gekommen.

00:14:41: Sie standen in ihrem Garten und aßen ihre Piroggen!

00:14:44: Das war endgültig die Zeit des Friedens.

00:14:47: Der eiserne Vorhang war weg der Ernst war weg Die Angst war weg.

00:14:51: Rom war ebenso wenig von einer Atombombe zerstört worden wie der Rest der Welt auch wenn Jakob als Kind fest damit gerechnet hätte.

00:14:58: Seit ein paar Jahren gab es plötzlich wieder Zukunft Eine Zukunft von der Jakob Dreiser überzeugt war, dass sie eine bessere sein würde.

00:15:08: Auch den anderen Gästen musste es so gehen – da war Jakob dreiser sich sicher!

00:15:12: Es mochte nicht allen bewusst sein aber eigentlich feierten Sie auch heute wieder alle das sie überlebt hatten.

00:15:18: Sie feierten das Ende vom Ende der Welt.

00:15:21: ...

00:15:38: über Investmentbänker, das war nicht ich, ... ... Jahrzehnte.

00:15:41: Über eine Notfallmedizinerin, ... vorhin schon kurz erwähnt der Arzt-Roman von ... ...

00:15:46: den Kunstbetrieb,

00:15:47: ein Mann der Kunst von Jahrzehn-Zwanzig... Die Reise an Ende der Geschichte ist nun aber dein erster Stoff,... ... der nicht in einer jeweiligen Jetztzeit spielt!

00:15:57: Ist die jetzt da gerade so fürchterlich, dass du dachtest,

00:15:59: ich brauche

00:15:59: irgendeinen Escape Room Jahrzehr?

00:16:02: Das ist eine schöne Frage, weil ja auf jeden Fall nein eigentlich nicht.

00:16:08: Nein, aber es passt ein bisschen zu der zweiten Stelle die ich habe noch lesen wollte.

00:16:13: Mit dem Dieter Gerneshausen.

00:16:15: Der denkt nämlich auf jeden Fall sehr negativ über seine Zeit deswegen.

00:16:20: Dann geht das glaube ich mal und dann die Frage zurück.

00:16:24: Das ist jetzt das zweite Kapitel wie gesagt.

00:16:26: Jetzt habt ihr Jakob Dreiser kennengelernt und Dieter Der Geheimagent, der ist auch auf dieser Party und er muss ja nun Jakob Dreiser ansprechen weil er will ihn rekrutieren.

00:16:40: Er braucht den unbedingt für dieses große Ding was er drehen will.

00:16:44: Das Problem ist nur Dieter Germeshausen ist eigentlich überhaupt nicht in der Lage andere Leute anzusprechen so locker flockig auf Partys.

00:16:49: das kann da eigentlich gar nicht!

00:16:52: Er versucht trotzdem und sagt schon nach wenigen Minuten diesen weltberühmten Dichter diesem jungen Jakobreiser den Satz Ich mache mir nichts ausgedichten.

00:17:05: Und jetzt hieß ich die Stelle, wie.

00:17:06: Dieter Gernishausen versucht das derne mal wieder rauszukommen.

00:17:10: Dieter Germaneshausen, Rom, Garten der Botschaft der Russischen Föderation.

00:17:15: Ich mache mich nicht ausgedichten!

00:17:18: Dietter Germanes Hausen hatte das wirklich gesagt.

00:17:22: Er ärgerte sich sofort darüber.

00:17:24: Warum hat er ja nicht einfach etwas nettes gesagt?

00:17:26: Etwas normales?

00:17:27: Das konnte doch nicht so schwer sein So etwas wie tolles Buch, ich sollte mehr lesen.

00:17:33: Gerneshausen wusste das.

00:17:34: Das hätte er sagen sollen, dass wäre nett gewesen und normal.

00:17:38: aber Gerneshausen war einfach nicht normal oder erst recht nicht nett.

00:17:44: Er hatte sich oft genug bemüht diese Dinge zu lernen Und doch kam ihm solche Sätze im Ernstfall nicht über die Lippen.

00:17:50: und für Dieter Gernishausen war eigentlich jede Form von Gespräch mit anderen Menschen ein Ernst Fall.

00:17:56: Ihnen interessierten diese Gedichte einen Scheiß?

00:17:58: Er war an der Person Jakob Preiser interessiert auf den er in Rom schon lange ein Auge geworfen hat.

00:18:04: Dieser junge Mann beherrschte das am besten, was Gärmeshausen am meisten hasste – den Umgang mit Leuten.

00:18:11: Immer wenn Dieter Gärmesshausen auf einer Party etwas Nettes Normales sagen wollte, blockierte etwas in seinem Hirn.

00:18:18: Dieses oberflächliche Gewäsch verschwendete doch nur Zeit!

00:18:21: Wörter wie super toll oder wunderbar kam ihm einfach nicht über die Lippen.

00:18:25: Wenn er sehr gut gelaunt war, sagte er vielleicht mal so etwas wie Na immerhin.

00:18:30: Aber weitaus häufiger sagt er etwas Kritisches, beklagte sich über Rom.

00:18:35: zu wenige U-Bahnlinien zu viele sträumende Katzen.

00:18:38: Der Cappuccino niemals richtig heiß und in den Allesm.

00:18:41: allermeisten Fällen sagte er einfach das was er am besten konnte.

00:18:46: nichts mit ihm stimmte etwas nicht.

00:18:48: das wusste er.

00:18:49: Er beobachtete ja seit Ewigkeiten wie andere Leute sich auch partisch verhielten.

00:18:54: Er wusste was man eigentlich zu sagen hatte.

00:18:58: waren diese ganzen netten Bemerkungen auch noch da.

00:19:01: Ich bin kein großer Literaturexperte, aber Ihre Gedichte die finde ich einfach wunderbar!

00:19:07: Diesen Satz hat er sich zurecht gelegt doch auf dem Weg von seinem Hopf zu seinem Mund.

00:19:16: vielen hunderte kleiner Negativitätstäuschel über diesen Satz her metzelten ihn nieder und herauskam schließlich ich mache mir nichts ausgedichten.

00:19:23: und dann hatte er sogar noch hinzugefügt ich schlafe da immer ein Nachspitze dachte Gernishausen.

00:19:31: Auf der anderen Seite war ihm nun noch deutlicher klar, wie dringend er diesen jungen Dichter mit seinen kommunikativen Fähigkeiten brauchte und Jakob Dreysers souveräne Leation zeigt ihm auf das Deutlichste dass er genau der richtige Mann für Gerneshausen war.

00:19:45: Denn Jakob dreyser sagte na wenn sie einschlafen bei der Lektüre meiner Gedichte dann zeigt es ja zumindest, dass Sie sich jetzt nicht grob unwohl fühlen.

00:19:56: Ja das stimmt auch wieder.

00:19:57: Man kann doch auch eigentlich wenig Gegengedichte haben.

00:20:00: Sie sind nicht laut, fesseln einem nicht drei Stunden an eine unbequem Theaterstuhl und wenn man sie nicht versteht macht es auch nichts.

00:20:07: dafür sind sie ja viel zu schnell vorbei.

00:20:10: Na sie haben auf jeden Fall ne Menge Erfolg damit.

00:20:12: Naja... aber so ist das doch!

00:20:15: Sie sind der Mann der Stunde.

00:20:16: Sie haben die richtige Sache zur richtigen Zeit gemacht, sagte Hermeshausen, heuchte dem Klang seiner Stimme nach und hoffte es war nicht zu deutlich rauszuführen dass ihm genau das nie gelungen war.

00:20:28: Jakob sagte nichts.

00:20:31: Einen kurzen Moment legten sich Schweigen von ihrem Tisch am Rand auf die plaudernde Gäste schar.

00:20:36: Ich hasse diesen Zirkus hier, sagte gern des Hausen dann.

00:20:40: Wieso denn Zirkuss?

00:20:42: Na schauen Sie sich dort diese armen Russen an!

00:20:44: Die waren mal eine Supermacht und jetzt muss jeder russische Freunde haben.

00:20:47: wir behandeln die doch wie Maskottchen.

00:20:50: Also besser als den kalten Krieg finde ich das schon.

00:20:53: Was finden sie denn besser?

00:20:54: Den Bürgerkrieg auf dem Balkan, die Putschversuche in Moskau?

00:20:58: Na wir haben jetzt zumindest eine Chance.

00:21:01: Eine Chance auf eine friedlichere

00:21:02: Zukunft.".

00:21:04: Hermeshausen lachte auf so laut, dass Jakob Dreisern überrascht ansah.

00:21:10: Dieser junge Dichter sagte offenbar immer das was er immer sagte und hatte nicht damit gerechnet, dass ihn jemand dafür auslachte.

00:21:17: Er hatte das Interesse dieses jungen Poeten geweckt.

00:21:20: Also ich finde es nach wie vor unglaublich sagte Jakob.

00:21:23: dreisern sprachen nun deutlich langsamer als müsste er zum ersten Mal in diesem Gespräch darüber nachdenken, was er sagte.

00:21:31: Das sind doch Menschen vor denen ich meine Kindheit über Todesangst gehabt hatte und die vor uns?

00:21:38: Und wo ist das alles geblieben?

00:21:39: Wo ist das Böse hin?

00:21:42: Natürlich ist der Haas nicht weg!

00:21:43: Das ist klar aber er wird weniger Ganz automatisch Ja, sagt Jakob.

00:21:50: Die Generation jetzt aufwächst, die wird sich doch kaum noch an den kalten Krieg erinnern Die wird sich doch für ganz andere Dinge interessieren, als den Haarster auf einen bösen Feind.

00:22:00: Ich sage Ihnen mal woran die Russen sich erinnern werden daran wie sie jetzt gerade vom Westen gedemütigt werden.

00:22:06: Die Sowjetunion war eine Weltmacht.

00:22:07: Jetzt ist alles nur noch Scorpions und Wind of Change und Tetris.

00:22:11: Das kann doch nicht gut gehen.

00:22:14: Na im dritten Weltkrieg hat es auf jeden Fall nicht geendet Und jetzt ist der Frieden endgültig gesichert oder was?

00:22:19: Ja das glaube ich schon!

00:22:23: Unsere netten Gastgeber Die waren doch alle vor, Gorbatschow schon hier.

00:22:26: Was haben die denn gemacht in den ersten zehn Jahren damit sie hier durften?

00:22:29: Sicherlich keine Pirongen und in ihren Kellern haben die bestimmt nicht noch Getränke kaltgemacht.

00:22:36: Ja, fruchtbar, wenn man drüber nachdenkt oder?

00:22:38: Zum Glück ist das vorbei!

00:22:40: Glauben Sie wirklich, die denken heute anders unvergessen was sie jahrzehntelang gedacht haben?

00:22:45: für diese sind wir doch immer noch der Feind Und die für uns, die hören doch nicht auf uns zu hassen.

00:22:51: Und wenn doch... ...sie sind ganz schön blauäugig, sagte Hermeshausen.

00:22:57: Na gut, dann bin ich pläugig.

00:22:58: Warum denn noch nicht?

00:22:59: Das ist eine Chance wie sie noch nie zuvor da war in der ganzen Geschichte nicht!

00:23:03: Das ist das Ende der Geschichte!

00:23:06: Gernes Hausen bekam Schnappatmung... Alle redeten jetzt davon.

00:23:11: das Ende der Geschichte.

00:23:12: Er konnte es einfach nicht mehr hören, er wollte nicht dass die Geschichte endete und schon gar nicht so.

00:23:18: Wo blieben denn die ganzen Menschen in dieser Geschichte eine Rolle gespielt hatten?

00:23:22: Menschen wie er!

00:23:23: Man konnte ihm doch nicht einfach seine Geschichte unter dem Hintern wegziehen.

00:23:26: was sollten Leute wie er dann jetzt tun?

00:23:28: an den Frieden glauben?

00:23:31: Es ist auf jeden Fall eine aufregende Zeit sagte Jakob Preiser.

00:23:35: Aufregend aber natürlich diese ganze Veränderung.

00:23:39: Jetzt mal ganz ehrlich, sagte Hermeshausen, der sein Gegengeber unterbrach.

00:23:44: Denn die Begeisterung seines Gegenübers wurde ihm langsam zu viel.

00:23:48: Sie finden das doch alles überhaupt nicht aufregend hier!

00:23:51: Sie langweilen sich doch zu Tode!

00:23:54: Hermeshausen stellte zu Friesenfest, dass Jakob Dreiser erneut ein wenig verzögern antwortete.

00:24:01: Er konnte es fast perfekt verbergen, daß auch dieser Dazzi irritierte aber eben nur fast.

00:24:08: Wie kann man sich denn hier langweiln?

00:24:12: sagte Jakob Dreiser und zeigte mit einer weitausladenden Geste um sich herum auf die ganzen Menschen, den Garten, die Gäste.

00:24:19: Na ihnen gelingt das doch ganz gut!

00:24:21: Jeder bewundert sie hier oder maht sie zumindest.

00:24:24: Die Funktionien hier so perfekt?

00:24:25: Das kann doch nichts anderes sein als

00:24:27: Routine.".

00:24:29: Aber es ist eine unterhaltsame Routine", antwortete Jakob sehr schnell fast abrupt, als wollte er dem Eindruck entgegenwirken man hätte ihn aus dem Konzept gebracht.

00:24:38: Dieter Germeshausen war zufrieden.

00:24:41: Er hatte einen winzigen Riss in der Fassade dieses Glückspilzes gesehen.

00:24:46: Gerneshausin jedes Glück zwangtsläufig für eine Fassad, er glaubte nicht an das Glück und dann glückliche Menschen schon gar nicht.

00:24:52: doch die kleinen Irritationen, die er im Jakob-Preisers Reaktionen wahrnahm, die stimmten ihm zuversichtlich.

00:24:58: Er verfolgte die richtige Strategie.

00:25:01: Ja ich weiß legte Hermeshausen nach.

00:25:04: Sie haben zwischen Willy Brandt und Helmut Kohl an der gefallenen Mauer gestanden, und ihre Gedichte gelesen.

00:25:09: Die Reise mit Genscher die USA und auch da lesen sie ihre Geditte.

00:25:13: und dann in Moskau im Bolsheute Arta wieder ihre Gedichten.

00:25:17: das bedeutet doch nicht dass sie ein aufregendes Leben haben.

00:25:20: also was sie mir sagen bedeutet zumindest dass sie sich relativ gut in meinem leben auskennen dafür dass ich nichts ausgedichten mache.

00:25:30: ja sagt die Hermes Hausen Ich habe ein Auge auf sie geworfen und das schon seit langem.

00:25:37: Dieses Mal antwortete Jakob Dreyser gar nicht, er lächelte nur!

00:25:43: Auch Dieter Gärmeshausen sagte nichts.

00:25:45: Er genoss es diesen Satz einfach so stehen zu lassen... ...und da stand er nun in diesem Botschaftsgarten mitten im Sommer mitten in

00:25:55: Rom.".

00:26:03: Also ich muss ja sagen, ich hab' so n bisschen sympathie für diese zynische Weltsicht von Garmeshausen, wo es ein bisschen Realismus drin ist.

00:26:12: Weil die Neunzehaber waren ja wirklich nicht das Ende der Geschichte sondern eher so einen Urlaub von derselben, so einem Armteuerurlaub aus manchen Perspektiven betrachtet.

00:26:23: Ja auf jeden Fall ist es eben eine sehr besondere Zeit und vor allen Dingen eine Zeit, die sehr viel von dem geprägt hat was es natürlich heute jetzt bewegt also so das Verhältnis vom Westen zu Russland die Art und Weise wie die Wiedervereinigung gestaltet worden ist.

00:26:36: Das heißt Deswegen fand ich es gerade interessant, eben auch noch die Frage zu antworten warum ich jetzt zum ersten mal etwas gewählt habe wo ich nicht über die absolute Gegenwart schreibe.

00:26:49: Für mich ist da das wo die heutige Gegenwart eigentlich anfängt dass das sind die neunziger Jahre und ich finde es heute besonders interessant darüber nachzudenken.

00:26:57: Ich hab in den letzten zwanzig Jahren glaube ich nie über die neunsiger jahren gedacht.

00:27:01: erst wieder mit dem überfall Russland auf die Ukraine habe ich angefangen, darüber nachzudenken.

00:27:05: Ich dachte wie verrückt ist es doch dass es diese neunziger Jahre gab?

00:27:09: Dass das so eine ganz andere Zeit war.

00:27:12: und ich glaube die Trauer, die wir heute empfinden, dass wir uns zu völlig versinken in düsteren Prognosen und es mir jetzt in letzter Zeit schon öfter passiert ist, dass sich alte Freunde wieder getroffen haben nach zwei Jahren durch Zufall auf der Straße.

00:27:31: Ja, wie geht es dir denn jetzt trotz der Weltlage?

00:27:33: Wo ich so denke das ist ein bisschen ein Sonderbarer Gesprächs-Einstieg.

00:27:37: Aber also wie weit sich das so getrieben hat auch in unser in unserer Alltagsempfinden und unsere Alltagreden da habe ich gedacht dass ist vielleicht auch noch eine Spätfolge der neunziger Jahre, dass man sich damals glaube ich sehr viele Gedanken nicht gemacht hat und dann glaube Wir müssen bis heute noch damit umgehen, dass jetzt wieder so ein Normalfall zurückkommt.

00:28:02: Deswegen dieses Normalfalls vielleicht doch als schlimmer sehen, als er wirklich ist.

00:28:08: Weil was wir jetzt an Problemen haben eigentlich eher der Normalfall ist wie es eben in der Geschichte in aller meisten Zeit war und Deswegen glaube ich gerade ganz interessant finde, also ich habe das deswegen nicht gemacht weil ich die heutige Gegenwart so schlimm finde sondern weil ich eher etwas machen wollte was rausleuchtet aus diesem düsteren Prognosen die wir heute haben.

00:28:29: Das ist aber auch ein bisschen eigentlich mein großes Projekt seitlich schreibe irgendwie zu gucken wie kann man Gesellschaftskritik üben?

00:28:38: So wie es ja immer wichtig ist ohne in diese unkreative, schlimm finderei und nörgeli reinzufallen.

00:28:45: Weil das finde ich immer den Tod von jeder Literatur wenn sie uns nur noch mal die Probleme, die wir alle aus dem Nachrichten kennen nochmal aufkocht.

00:28:54: Ich finde es ärgerlich und auch gefährlich weil das natürlich genau ist dieses alles wird immer schlimmer.

00:29:03: Das trainiert diesen Angstmuskel, den dann letztendlich doch nur Populisten ausnutzen.

00:29:08: Das heißt, ich fand das wichtig einfach auf die heutige Zeit zu gucken in dem man diese auf diesen neunziger Jahre guckt und dann schon mal guckt was wie sind wir damals abgebogen?

00:29:22: Und wie hilft uns das die heutigen Zeit zu verstehen?

00:29:25: Ich glaube auch etwas gegen Publisten hilft ist

00:29:27: gute Laune

00:29:28: im Landtag.

00:29:28: Ich finde Publisten sind immer wahnsinnig schlecht gelaunt und ich finde dein Roman ist ein wahnsinnigt gut gelaunterer Roman wie ich generell bei den Büchern einfach gute Laune kriege.

00:29:38: Es ist ja so ein warmes Gefühl, dass nicht alles dem Wach runtergeht auch wenn es manchmal aus Kangen gießt.

00:29:43: Ja genau das ist so bisschen.

00:29:44: ich glaube alle Leute die dann ab und zu mal was positives sagen sie sofort werden in diese neoliberale Ecke gestellt.

00:29:50: Ich glaube der Daumen geht's gar nicht.

00:29:56: auf die Probleme guckt, die wir heute haben.

00:29:58: Dass man da nicht die Augen vorverschließt aber dass man ein bisschen eine andere Perspektive hat.

00:30:02: Das ist ja halt das Schöne an Literatur, dass man anders auf die Dinge raufguckt.

00:30:05: und Humor ist glaube ich auch ein Weg wie man eben anders auf Dinge drauf gucken kann.

00:30:09: Ich glaube es sind das Einzige was uns wirklich auch die Möglichkeit gibt dagegen etwas zu tun allein dadurch dass wir im Kopf erstmal schon mal freier sind und nicht so wie das Kaninchen auf die Schlange starren.

00:30:27: Das ist das, was mich immer wieder antreibt.

00:30:34: Diese Mischung zu finden aus der Gesellschaftskritik ohne Debri Kitsch.

00:30:44: Ich finde es schön, dass so Abenteuer-Romansatz, weil das natürlich noch wichtiger gewesen an diesem Buch war.

00:30:51: Der Konzept für den Überbau aber... Am wichtigsten war mir natürlich wirklich so ein wirklich abenteuerlichen, wilden Roman zu schreiben.

00:30:58: Und dafür sind diese neunziger Jahre mit ihren ganzen Veränderungen wiederum auch sehr gut geeignet.

00:31:04: Ich habe ganz viel die Schatzinsel gelesen und der Graf von Monte Cristo und solche Bücher, wo ich auch dachte... Das fehlt mir gerade in der Literatur heute.

00:31:17: Hier so ein bisschen verrückt auf den Geschichten.

00:31:21: Ein anderer Aspekt, den ich an deinen Romanen mag ist das Lob des Smalltalks.

00:31:26: Also Garmeshausen rekrutiert ja Jakob auch deswegen bei.

00:31:29: Jakob den Smalltalk beherrscht haben wir vorhin auch gehört den er nicht beherrschte.

00:31:34: also kann man sagen dass wer Smalltalk Beherrsht ist besser dran und verflucht sein die Verstoppen?

00:31:46: Also an Dieter Gerneshausen merkt man ja doch auch, dass ich dieser Figur so viel Raum anräume.

00:31:51: Dass sich ein großes Soft-Spot in meinen Herzen hat für die Verstoppen.

00:31:59: Aber also ich habe schon das Gefühl, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem worüber wir unterhalten wenn wir auf Partys rumstehen und dem was politisch passiert.

00:32:07: Wenn man nicht in der Lage ist über lustige Dinge zu sprechen sondern wie's... Smalltalk auf Partys in Berlin ist irgendwie erstens BVG-Verspätung, zweitens deutsche Bahnverspätungen, drittens teure Mieten.

00:32:21: Das ist ja alles richtig!

00:32:24: Das sind auch Sachen über die wir natürlich im gewisser Weise reden müssen aber vielleicht nicht auf einer Party.

00:32:30: Vielleicht könnte man ja auch mal ein bisschen was über das Wetter sagen oder so.

00:32:38: In Island unterhält man sich erstmal ganz lange darüber wie und ob man miteinander verwandt ist Meistens eher, wie man miteinander verwandt ist.

00:32:46: Also solche Sachen, ne?

00:32:49: Ich werfe ein, dass du deutsch-isländischer Herkunft bist.

00:32:52: Ja also ich finde es immer interessant, wie unterschiedlich das in den unterschiedlichen Ländern ist und was so durchgeht als irgendwie gutes Partythema.

00:33:03: Kann man bei den Zwei-Talk Fähigkeiten in Island im Berlins

00:33:07: Mordakum streiten?

00:33:09: Ja, es ist immer ein bisschen schwierig.

00:33:11: Weil wenn du da versuchst wie du mit dem anderen verwandt bist dann kommst du nicht so wahnsinnig weit.

00:33:17: Das ist natürlich das Schöne.

00:33:19: Gerade in Deutschland die Leute ganz viel eigentlich wissen wollen über Island immer interessant finden.

00:33:24: Also da kommt man eigentlich gut mit durch und das ist auch wiederum ohne jetzt zu weit abschweifen zu wollen glaube ich eine.

00:33:31: etwas was die Isländerinnen und Isländern schon immer wichtig gefunden haben ist Geschichten erzählen über ihr Land.

00:33:37: also muss sich da vorstellen Wie wenig Island bekannt war früher.

00:33:42: Also, als mein Vater nach Deutschland kam...

00:33:43: Es war auch weit weg einfach?

00:33:44: Ja!

00:33:45: Es war weit weg aber es war nie ersehbar, das ist ja drei Stunden nicht alles in den Mund.

00:33:49: Das war zwar weit weg ... Aber es war so zu sagen ... Es war sonderbar dass es überhaupt nicht ... Niemand wusste irgendwas.

00:33:56: Vater in den fünftiger Jahren nach Deutschland kam und war so, ach du kommst aus Island.

00:34:00: Woher denn?

00:34:00: Aus Dublin?

00:34:02: Und dann am nächsten Mal... Du bist doch kommst auch aus Finnland!

00:34:04: Das war ein bisschen auf Skur irgendwo im Norden Randoms.

00:34:07: alles dasselbe so.

00:34:09: Das heißt damit sind eigentlich die Isländerinnen und Isländern aufgewachsen, die älteren das niemand irgendwas wusste und dagegen gesetzt haben sie Geschichten erzählen möglichst originelle lustige Geschichten über das was los ist.

00:34:21: Und da haben sie einen erzähltes Island geschaffen was hier viel größer ist als das eigentliche Land und das ist eine gute Form der Notwehr gegen ein Missstand.

00:34:32: Der Roman beginnt ja in Rom, bevor er dann weit in die Welt hinausgeht nach Kassastan und nach Deutschland und will ich gar nicht so weit vorweg nehmen.

00:34:41: aber warum in Rom?

00:34:42: Du hast es im Jahr zwanzig vierundzwanzig in der Wiener Massimo Zeit verbracht in Rom.

00:34:48: Hattest du den Stoff schon dabei?

00:34:50: Nein!

00:34:50: Ich habe das da, ich bin dahin und also ich hatte dieses wahnsinnige Glück den Ruhmpreis zu gewinnen.

00:34:58: Und habe, konnte zehn Monate da wohnen in der deutschen Akademie Villa Massimo die... ...und bin da völlig ohne ein Gedanken hingekommen mit einem so was ich machen möchte.

00:35:11: Da ist allerdings etwas passiert für den Roman sehr zentral war nämlich die Tatsache dass die sehr viel Und neben der Tatsache, dass man da in Ruhe schreiben darf auch dafür sorgen das ganz viel Austausch stattfindet.

00:35:25: Das heißt es gibt riesige Veranstaltungen mit eintrittfreie und gratiswahnen von tausendfünfhundert Leute kommen also gibt ganz große Sachen aber es gibt auch so kleinere exklusive Sachen wo man mit diesen anderen Leuten die im internationalen Bereich in Rom für die UNO oder für die Botschaften arbeiten zusammenkommt.

00:35:43: und das war eine Welt die mir war mir neu, die kannte ich nicht besonders gut.

00:35:47: Und auf einmal wird man da überall so ein bisschen hofiert.

00:35:50: und dann habe ich gesagt es ist schon erstaunlich was die Leute einem erzählen wenn sie denken man ist Künstler also ich will nichts von dem die wollen nichts von mir.

00:36:00: und wenn die dann noch raus kriegen man ist in paar Monaten eh wieder weg und der wein ist umsonst Reden die.

00:36:07: Und da dachte ich auch so am Ende von solchen Abenden bei solchen Botschaftsempfängen oder so, jetzt haben wir wahrscheinlich zehn Personen an diesem Abend alles ein ganz kleines bisschen mehr erzählt als sie mir hätten erzählen sollen.

00:36:18: und wenn ich das jetzt sozusagen systematisch Dieses Wissen-Einsätze, um wiederum dem Nächsten zu sagen.

00:36:24: Ich weiß das oder der Nächste nicht wissenzustellen, dann hätte ich auch anfangen können zu spionieren und habe dann gedacht eigentlich ist es doch wirklich so... Ist das wahrscheinlich die Qualifikation?

00:36:35: Die wichtiger ist als jetzt zu James Bond mäßig Schrauber fliegen zu können oder sich zur Not noch mit einer Autobatterie selbst zu reanimieren nach einem Herbststellstand.

00:36:47: Also diese Sachen, die James Bond zu machen Vielleicht ist es wirklich vergessen, James Bond.

00:36:51: Vielleicht sind einfach Schriftstellerinnen und Künstler die besten Spione, die es gibt weil sie vermeintlich außerhalb des Kontextes stehen und trotzdem aber eine sehr wache Auffassung gaben.

00:37:07: Das habe ich.

00:37:08: ein wichtiger Gedanke also wenn nicht in Rom gewesen wäre in dieser Welt dann hätte ich diesen Roman sicherlich gar nicht geschrieben.

00:37:14: Also ich weiß nicht ob irgendwelche Geheimräten oder Stabhüte hier im Raum sind gerne melden.

00:37:21: Aber ist es nicht so, dass Literaten eigentlich auch nichts für sich behalten können und gleich ein Buch draus wird oder einen Fortschrag oder ein Gedicht?

00:37:29: Ja aber trotzdem denkt man dann ja doch das die sich das alles ausdenken und ich glaube wenn man... oder ich sage mal anders also eigentlich hast du vollkommen recht Die Leute erzählen einem ja trotzdem alles mögliche.

00:37:48: Also ich weiß auch nicht wieso, aber es ist eigentlich wirklich ein Wunder.

00:37:52: Wenn das stimmen würde, was du sagen würdest dann würde ich überhaupt niemanden mehr mit Schlussstellern würden.

00:37:59: Vielleicht ist das auch so eine unterbewusste Beichtssituation, dass sich oft vielleicht ein bisschen beleidigt sind wenn sie in anderen Büchern vorkommen von anderen Leuten, aber noch beleidigter sind, wenn sie nicht vorkomen.

00:38:14: Das ist vielleicht auch eines der sonderbaren Dinge an der Literatur, dass es trotzdem so ist.

00:38:22: Manche bräuchten mich auf ein Register, das man schon nachgucken kann, aber drinnen ist noch nicht drin.

00:38:25: Ja, gibt es.

00:38:28: Mach mal schnell den Rubrik, weil mein Zeitplan... Ich schau mit Sorge drauf!

00:38:32: Setze bitte über Schreibkrituale.

00:38:36: In Rom hast du dir eine Olvetti-Schreibmaschine gekauft?

00:38:43: Ich schreib es uns ganz normal auf dem Computer und hab auch gedacht, ich will da nie so ein Gewesen drum machen weil ich dachte wenn man damit erst mal anfängt das richtige Papier den richtigen Stift zu suchen dann ist der erste Schritt zum gar nicht mehr schreiben.

00:38:59: Aber dann habe ich mir da wirklich eine Univette hier so eine Reiserschreitmaschine gekauft und fand's auch ganz interessant wie die Reaktionen waren.

00:39:07: also immer wenn deutsche Delegationen da durchgeführt wurden, die fanden das alles super mit dieser kleinen Olivetti und so.

00:39:16: Und wenn ich aber so Schriftstellerkolleginnen aus Italien, die ein paar Jahre jünger waren als ich, die Fanden das so richtig scheiße!

00:39:25: Ja ja für euch Deutsch ist es alles hier so ein großes Freilichtmuseum und sie waren so richtig genervt davon.

00:39:31: Das noch mal einen vermeintlich gar nicht so wichtigen Dingen war sofort irgendwie ein kennenlernen, wie so die deutsche und italienische Perspektive anders sind.

00:39:44: Ich habe natürlich auch gar nicht daran gedacht dass das natürlich eine italienischen Tastatur ist also gibt es natürlich gar keine Umlaute.

00:39:49: Und dafür ist ganz interessant, dass das Komma ganz normal ist.

00:39:54: da kann man einfach einen Taster drücken aber in den Punkt muss man die Schifftaste und Punkt.

00:39:58: Das heißt Es ist irgendwie nicht so vorgesehen, dass man mal einen Punkt macht im italienischem.

00:40:03: Also wenn im deutschen Punkt ist sozusagen dann muss man.

00:40:06: Aber das ist vielleicht jetzt auch ein bisschen sehr nördig, aber über solche Sachen macht man sich dann eben Gedanken.

00:40:13: Hast du feste Zeiten, wo du schreibst?

00:40:15: Feste Orte

00:40:16: gibst du

00:40:16: im Anfang?

00:40:17: Nein, alles gar nicht!

00:40:19: Das dachte ich immer... Ich dachte immer, man braucht das und habe mich immer schlecht gefühlt, dass ich keine Ritualer hab, aber ich kann es einfach nicht.

00:40:27: Wenn ich zwei Tage auf eine bestimmte Art und Weise schreibe, dann ist mir am dritten langweilig und ich muss was anderes machen.

00:40:34: Gut gelaunt sein, um gut gelaunte Bücher zu schreien?

00:40:38: Oh nein.

00:40:42: Lass wieder so stehen!

00:40:46: Liefst du dir deine Sachen selbst laut vor?

00:40:49: Liegst du sie anderen vor?

00:40:52: Nee, andere nicht... Das hat ja Thomas Mann gemacht, ne?

00:40:55: Da hat immer, glaube ich, jeden Abend die zwei Seitbier geschrieben und seine Familie vorgelesen.

00:41:01: Der Familie ist aber auch nicht so gut getan.

00:41:06: Dann lass uns mal in die zweite Lesung Passage einsteigen.

00:41:09: Mit Jakob Preiser?

00:41:11: Ja, genau!

00:41:12: Das ist jetzt eine kurze Passage... Ich mach sie vielleicht sogar ganz kurz, wenn du auf deinem Zeitplan...

00:41:19: Wir haben ja schon das Zeit aufgeholt.

00:41:21: Ach so!

00:41:22: Das merkt ihr gar nicht

00:41:23: mehr.

00:41:24: Wie spät ist es denn?

00:41:25: Ähm...

00:41:27: ...IX und forty.

00:41:29: Und dann lese ich die Kurze weil ich lese ja danach natürlich andere Städte ein bisschen länger, also am Schluss erfahrt ihr noch sozusagen was das zumindest für eine Mission ist auf die sie aufbrechen.

00:41:39: Also die erste Mission.

00:41:40: aber erst mal geht es jetzt dahin dass Dieter Gerneshausen Jakob Dreiser das anbietet, dass er ihn als Spion, als Agent rekrutiert.

00:41:53: und normalerweise ist es dann ja so, dass die Leute immer nicht gleich Ja sagen wenn man so überlegt.

00:42:00: Tamino geht in der Zauberflöte nicht gleich in den Wald.

00:42:02: Der will da gar nicht rein und Frodo sagt ja auch nicht, gib den Ring her!

00:42:06: Ich gehe los nach Mordor.

00:42:08: Normalerweise ist er immer so ein gewisses Zülgern bei Jakob III seit.

00:42:12: er ist einfach so spontan, immer so begeistert von allem.

00:42:15: und darf ich immer so da sein wo das Abenteuer ist, wo der Puls der Zeit ist?

00:42:19: Wo die Welt sich verändert?

00:42:20: Der sagt sofort Ja spionklar mach' ich.

00:42:24: Daraufhin unterzieht Gerneshausen ihn allerdings einen Test.

00:42:28: Er muss dann mit einer promovierten Germanistin sich treffen, die mit einem Siemens-Manager verheiratet ist.

00:42:35: Und in einem Gespräch rauskriegen wie er erst das Haustier hieß und ob sie schon mal im Grönland war... Das ist der Test!

00:42:45: Und das unterschätzt er so ein bisschen.

00:42:48: Er vertraut aus seine kommunikativen Fähigkeiten.

00:42:51: Kriegt es dann fast nicht hin?

00:42:53: Kriegt's dann letztendlich doch

00:42:54: hin?!

00:42:57: Ich lese jetzt eine ganz kurze Stelle, wie es ihm geht nachdem er das fast nicht geschafft hätte und dann doch schafft.

00:43:04: Weil ich möchte das hier so ein bisschen einen Gefühl dafür bekommen, nicht nur wo das von der Handlung her hingeht dieses Buch sondern auch für dieser Mensch sich verändert die ihr eben als so wahnsinnig blauäugig kennengelernt habt.

00:43:20: Aller die Tatsache, dass er jetzt auf einmal anfängt zu spionieren.

00:43:23: Er hat so ein bisschen dunkle Seiten in die man vorholt von denen er gar nicht so richtig wusste das er sie hat.

00:43:31: Deswegen lehnt sich jetzt was passiert als er aus dem Restaurant wo er sich mit dieser Germanistin getroffen hat und was dann passiert, als er auf der Straße tritt.

00:43:43: Erst auf der Strasse Als er in dem alltäglichen römischen Trugel versang und eine ganze Weile überhaupt nichts dachte, als seine Muskeln sich entspanden und sein Gehirn sich beruhigte wurde ihm klar wie angespannt er gewesen war.

00:43:59: Er hatte die Aufgabe, die Gärmeshafen ihm gestellt hat, unterschätzt.

00:44:04: Und doch...er hatte es geschafft!

00:44:07: Zumindest kam jetzt erst die Erleichterung.

00:44:11: Stolz kamen zu und dann eine Euphorie, die so schnell, so groß wurde das alles andere hinter ihr verschwand.

00:44:18: Er hatte spioniert!

00:44:19: Er hat diese Frau manipuliert ihre Freundlichkeit, ihre Begeisterung für Kultur im Generellen und seine Gedichte in besonderem für seine Zwecke genutzt.

00:44:29: Sie hatte sich bestimmt gefreut in Rom mit einem echten europäischen Intellektuellen zu sitzen Und das war er.

00:44:35: aber er verwaltet diesen Status nicht nur ersetzt ihn um... ...in Macht.

00:44:41: Jakob Preiser schämte sich nur überraschend kurz dafür.

00:44:45: Dann fing er an sein schlechtes Gewissen zu genießen, unglaublich wie beleben so ein schlechtes gewissen sein konnte!

00:44:52: Er hatte sich etwas genommen ohne zu stehlen.

00:44:55: Er hatte Dr.

00:44:55: Christiane Sorge Gerlach ja nicht belauscht.

00:44:58: Sie hat ihm alles freiwillig erzählt.

00:45:00: dennoch durften die ganzen Leute, die ihn für seine Freundlichkeit schätzen das nie erfahren.

00:45:05: sie wären empört aber sie erfuhren es auch nicht.

00:45:10: Er hoffte, dass schlechte Gewissen würde ihm erhalten bleiben.

00:45:13: Denn er ahnte das mit dem schlechten Gewissen auch die Euphorie verschwinden würde.

00:45:19: Vielleicht war er wirklich ein guter Spion.

00:45:22: Wer hätte das gedacht?

00:45:28: Vielleicht auch so eine Lebenserkennung gewesen, die irgendwie vielleicht zu mitspielen, weil ich keine Ahnung warum ihn jetzt gekommen ist in den letzten Jahren.

00:45:35: und dieses Zusammenhang aus irgendwie schlechtem Gewissen und wie euphorierend es auch sein kann!

00:45:45: Was mich hier erst mal schon an Jakob Reiser fasziniert ist, ein Lyriker der mit Lyrik weltberühmt

00:45:50: wird.

00:45:51: Ja das ist ein bisschen also das so ganz hohe Hochvölge Tor Als sie das Buch rezensiert haben, die haben ja auch... Ja, da fliegen damit Hubschraubern.

00:46:02: Das ist alles verwundene, alle vollkommen hingenommen.

00:46:06: Das Einzige wo die dachten, dass es jetzt wirklich eine ganz gewagte abenteuerliche Setzung ist eben die Tatsache, dass hier ein Lyrika mit Gedichten werden, berühmt wird und ganz viel Geld verdient Aber ja trotzdem durchaus möglich.

00:46:22: Also ich meine, es gab ja Leute die mit mir viel Geld verdient haben also Heinz Ehrhardt, Mascha Kaleco, Erich Kästner um nur ein paar zu nennen und das wird zum Beispiel auch im Endeck Gorman die bei der Amtsanführung von Joe Biden ihre Gedicht gelesen hat The Hill We Climb Das sind ja schon Momente, dass es gibt ist durchaus Und deswegen muss man eigentlich nur eine Ecke weiter drehen und dann ist sowas durchaus möglich.

00:46:49: Es ist ja schon so ein bisschen so eine Märchenärfte Geschichte, in die Welt ist sein Abenteuer-Romant auch ein Märchen.

00:46:54: Also zum Beispiel kommt Jakob im Verlauf des Busten mehrfach zu Vergleichsversuch und Geldbeträgen wie es bei vielen Türkei nicht üblich ist.

00:47:04: Ja aber die kriegt er ja eher so, indem man wieder irgendwelche Leute mit irgendwas aus dem Kreuz

00:47:11: leiert.

00:47:13: Das also einem Märchen...

00:47:16: Okay, du willst dich über

00:47:18: die Märchen berücksichtigen?

00:47:22: Ich weiß zu wenig über Märchen.

00:47:24: Mir ist es eigentlich... Also ich mochte die grimmsten Märchen nie weil immer diese Belehrungen, das fand ich als Kind schon grob und ich fand es auch einfach zu unrealistisch.

00:47:35: also so.

00:47:37: Das ist ja jetzt eigentlich nicht, hier gibt's halt keine sprechenden Wölfe Und das mochte ich eigentlich nicht.

00:47:44: Ich mochte eigentlich Märchen nie so viel.

00:47:46: Ich war immer, wurde als Kind schon ungeduldig, wenn es so fantastisch wurde im Sinne von sprechenden Wölfen eben und also dass wir sprechen doch gar nicht.

00:47:59: Dann lass uns mal vor den Märchen weg zum

00:48:01: Humor gehen!

00:48:02: Der Humor ist Christoph von Wagner, so eine hieße Veranstaltung im März glaube ich in Halle.

00:48:09: Der Ton seiner Werke ist geprägt von Komik, Leichtigkeit und Unterhaltsamkeit.

00:48:14: Sarkastisch aber voller Liebe blickt er auf seine Figuren.

00:48:17: Was ist daran harte Arbeit?

00:48:18: Und wie viel ist so Werkseinstellung?

00:48:20: Christoph Wachersang.

00:48:24: Ja ich glaube also Arbeit ist Streitungen generell.

00:48:28: egal was man tut... Egal ob man das jetzt im Kopf tausendmal umdreht und dann sofort relativ druckgreif ausschreibt, was es ja gibt bei manchen Kolleginnen oder so wie ich erst mal irgendwas hin schreibt bis da tausende Mal überarbeitet.

00:48:45: Ich glaube, dass ist ... Das hat schon immer ... Ist Arbeit dabei.

00:48:52: Wobei, glaube ich, dann ... Also, ich deutlich gefragt wurde auf der Lesung die im nördlichsten Teil, also meine nörddlichste Lesung bisher in Rennsburg am Nordostekanal.

00:49:05: Da hat jemand gefragt, ob ich ganz viel Spaß habe beim Schreiben?

00:49:10: Ich glaube das

00:49:11: ist so ein bisschen...

00:49:14: Wie Brecht so schön gesagt hat, dass Leichte was so schwer zu machen ist.

00:49:19: Das ist glaube ich genauso viel Arbeit wie das was alle anderen tun.

00:49:26: Es ist nur sozusagen mit einem anderen Ideal.

00:49:28: also ich glaube es gibt ja Leute die wollen den Texten anmerkt, wie viel Arbeit da reingeschlossen ist und wie sehr sie mit jeder Metapher gerungen haben.

00:49:39: Und die nochmal dreimal durch den Diskurswolf gedreht worden ist bevor am Schluss so irgendwas rauskommt was du ganz... Wo der Witz dann?

00:49:48: so ist das dann Zeit auf einmal klein geschrieben ist und nicht mehr groß und man muss darüber nachdenken.

00:49:53: So solche Sachen Das ist eine ganz andere Form von Literatur.

00:50:01: schon immer ungern gelesen und auch ehrlich ich mochte es wirklich, wenn man das dem Büchern ihm nicht angemerkt hat.

00:50:08: Ich habe heute noch dieses... hier auf der Buchhandlung, die gleich auf der Frankfurter Allee ist, habe ich zwei Bücher gekauft als ich vor zwei Wochen schon mal mit diesen Veranstaltungen angeschaut habe.

00:50:24: Eines von Las Locras no Jorgei, der jetzt gerade den Nobelpreis gekriegt hat.

00:50:30: Ein Buch, das von einem Briten der den Bookerpreis gekriegt hat.

00:50:34: Und das eine sofort in einem Rutsch durchgelesen und bei dem anderen habe ich irgendwie aus Versehen da mit der Ballwasser drübergekippt und dachte jetzt kann ich doch endlich gleich in die Ecke liegen.

00:50:47: Das ist einfach so... Ich finde es ist weiter so eine tolle Erfahrung wenn man nicht merkt was man liest.

00:50:54: Was deine Arbeit auch

00:50:55: ausmacht ist dass

00:50:55: du sehr oft sehr viel recherchierst.

00:50:58: Du bist für den Arzroman bist du habe ich

00:50:59: gelesen ...

00:51:00: im Krankenwagen mitgefahren.

00:51:01: Auch, wie hast du hierfür recherchiert?

00:51:04: Bietet der BLD Schnippa-Pratiker an?

00:51:06: Ja das ist natürlich genau das Problem.

00:51:08: also für den Arztrummern bin ich einfach... hatte auch so eine Warnweste, also so ein Warnwester an, stand hinten Praktikant drauf und bin eben mit gefahren mit den Notärzinnen, mit denen ich das recherchierte.

00:51:23: Das ist jetzt natürlich im Spionagemilieu selten, dass die Leute Warnvesten tragen, damit man sie besser erkennt.

00:51:28: Aber die haben ja schon so lustige Karriereinformationen beim WND.

00:51:31: Also wir suchen

00:51:32: Terroristen,

00:51:33: MWD finde sie mit uns?

00:51:36: Ja das ist natürlich der Lust hier und ich glaube nur dass es ein Milieu ist wo man einfach mit den normalen Recherche wegen nicht so wahnsinnig weit kommt.

00:51:44: weil also viele Berufe die freuen das ja im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit wenn Leute genau hingucken wie machen wir das daraus?

00:51:52: Das ist glaube ich gerade bei dem WND jetzt nicht so.

00:51:55: deswegen muss man da.

00:51:57: Ich glaube, ich sehe viel mehr so zwischen den Zeilen lesen.

00:52:00: Und gerade wenn man auf diesen ganzen Veranstaltungen ist... Irgendwann hört man dann noch so mal in Sassier die Kollegin oder der jetzt bei der Behörde und das ist eine Schiffritz zum Beispiel dafür dass sie beim Bundesnachrichtendienst geht weil es gibt ja eigentlich jeder Botschaft und irgendwie wissen die Leute das ja auch und es spricht sich dann ein bisschen rum.

00:52:17: aber da muss man glaube ich wirklich eher so zwischen dem Zeilen ganz viel lesen und darunter gibt's natürlich ein paar Bücher die man auch lesen kann in den Geschichtsbüchern.

00:52:28: Aber ich glaube, das ist ein Milieu wo man jetzt nicht bei der Pressestelle anrufen kann und sagen wie ist es denn jetzt genau?

00:52:37: Ich glaube beim KGB oder seinen Nachfolger gilt das noch viel mehr.

00:52:42: Ich glaube auch an die an die eine Pressestell fast nicht.

00:52:46: Das müssen wir erst mal googeln!

00:52:49: Der Garmeshausen um auf den zurückzukommen ist eigentlich wirklich ein bewittler ins Werter Kerl.

00:52:54: also wer ja Fußballer würde an die Brehme Motto gelten, hast du Scheißer am Fuß?

00:53:01: Haben es Doppelagenten noch doppelt

00:53:02: schwer?".

00:53:04: Oh das weiß ich natürlich jetzt gar nicht.

00:53:07: Ich glaube das ist wahrscheinlich auch eine Frage der Persönlichkeit und wie gut man... also genau wie die Frage welche Schiffstelle schwerer haben als die anderen was ich würde sagen dass in fast jedem Beruf so die äußeren Bedingungen jetzt nicht darauf wird es beeinflussen, wie gut man das und ist.

00:53:26: Aber ich fand das bei dem Dieter Germas auch nicht wichtig, den so als Gegenpult zu haben zu diesem blau-äugigen Jakob Dreiser.

00:53:35: und dass diese Idee, dass da eigentlich ein Pessimist und einen Unglücksrabe oder Glücksbilds und Optimists Dauernd versuchen, den anderen auf die eigene Seite zu ziehen.

00:53:49: Weil sie können ja beides nicht akzeptieren dass der andere so ist wie er ist und versuchen eigentlich andauernd irgendwie... Das ist der Anderen, die werden ein bisschen besser, ein bisschen schlechter und das hat mich interessiert von diesem Person weil ich trage das schon beides in mir.

00:54:03: also ich finde diese optimistische positive Sicht, die finde ich sinnvoller Ich finde auch weniger toxisch und weniger gemein.

00:54:12: aber wenn ich jetzt morgens um sieben Uhr verkartet irgendwo am Versuch, noch in einen überfüllten Zug reinzukommen.

00:54:21: Dann bin ich natürlich auch nicht besonders positiv und nicht besonders optimistisch.

00:54:26: Das heißt das ist auch so ein bisschen was dann wiederum sehr schön am Streifen ist dass man bestimmte Teilen seiner Persönlichkeit nachgehen kann indem man sie bestimmten Personen überträgt.

00:54:39: Das heisst die Summe aus den beiden.

00:54:42: Wäre das bei dir oder in

00:54:47: dir?

00:54:47: Nein, ich glaube die Summe ist ja gerade das Langweilige weil dann wären beide total debiliert.

00:54:52: Ich glaube es sind sozusagen die beiden Extreme die interessanter sind.

00:54:58: Wie muss man sich dich in den Neunzehren vorstellen?

00:55:00: Mich!

00:55:00: Und was hat das vielleicht für eine Rolle gespielt?

00:55:03: erst mal für dieses Buches?

00:55:06: Ja also... Das fing eigentlich an, als ich mit zwölf eine zweite Fremdsprache wählen musste.

00:55:14: Ich bin eben bei meinem Vater aus Islander Hamburg gegangen und bin da aufgewachsen.

00:55:17: Und dann sollten wir mit zwälf eine Zweite Fremdsprache wählten die Wahl zwischen Latein und Russisch.

00:55:25: Mein Großvater, mein deutscher Oper der an der Ostfront war als Soldat für Deutschland in vier Jahre lang.

00:55:32: Der hat mir gesagt Christoph Lernen russisch, dass die Sprache der Zukunft, die Sprach des Friedens.

00:55:38: Das waren aus den Sieben und Achtzig, das gerade losging mit Gorbatschow.

00:55:43: Und dann habe ich russische gelernt, das war vorher da in Hamburg so eine... Vielleicht ist es immer geil.

00:55:50: keine ernstzunehmende Wahl an unserer Schule, also das hatten immer vielleicht so drei Leute russischer gewählt, Dann glaube ich alles immer so hoch begabt, die sich Latein mit zwölf schon selbst beigebracht hatten oder so.

00:56:02: Es war keine ernsthafte Wahl.

00:56:04: aber auf einmal in diesem Jahr in den letzten Jahren war es über zwanzig Leute, die russisch gewählt haben.

00:56:10: Unser russischer Lehrer war auf einmal die coolste Person an der ganzen Schule.

00:56:15: Das war für ihn eine ganz neue Erfahrung weil das war ein ganz korrekter Studienrat der die Welt abonniert hatte und immer Anzüge trug und einen VW Golf fuhr.

00:56:25: Einzige Menschen, die ich hier gesehen habe auf dessen Hutablage wirklich an Hut lag.

00:56:30: Also der war bis ins Markt so ein total korrekter Mensch und auf einmal fanden das alle wahnsinnig cool!

00:56:36: Und kam zu ihm unter unseren Eltern haben sogar noch einen privaten Kurs bei ihnen gemacht.

00:56:40: Das heißt es gab dann diese riesigen Russland-Begeisterung, die ja natürlich auch mal wieder wenn nicht das Freunden im Osten aufgewachsen sind erzähle was auch nochmal interessant ist das natürlich abzugleichen.

00:56:53: also wie... Verhältnis zu Russland auch sagt über die Frage zwischen

00:56:58: aus dem West.

00:56:59: Ja, ich schaue gerade vom Lüfter.

00:57:01: Ja.

00:57:02: Aber das geht darum um so mehr und schneller.

00:57:06: Also dann hielt diese Begeisterung an.

00:57:10: Und wir waren, was da einundneunzig wirklich im Schuleraustausch in Kasachstan mit fünfzen, also irgendwie unsere Eltern das erlaubt haben, sonderbar... Aber dann, und da ging das so weiter in den Neunzigerjahren.

00:57:23: Ich bin immer wieder hin, hab Kurse gemacht, hab mütlich Abi gemacht, die russische Freunde von mir haben.

00:57:29: Slawistik studiert.

00:57:30: diese Begeisterung, die trug so durch die neunzige Jahre... ...und dann merkte man so langsam wie das dann wieder bröckelt.

00:57:37: Und als ich dann im Jahr, glaube ich, sieben-zwei-tausend acht mal wieder an meiner Schule war,... Da hatte der Russisch Kurs wieder drei Personen.

00:57:45: Und das heißt sozusagen diese Begeisterung für die Sprache, für die Literatur und die ist wow!

00:57:50: Ja wir lesen Gogol im Original und machen unser Habi damit... ...die gab es und dann war sie wieder weg.

00:57:57: und das fand ich interessant.

00:57:59: wie sich auch so eine große politische Dynamik darin widerspiegelt wie es eine Begeistersprache und eine Literatur ist Nehmt sie wieder ab.

00:58:14: In Kasachstan, Mathe spielt ja auch das Buch, da nimmt er noch einen in den Weg rein.

00:58:19: Warst du noch bald darin gewesen für die Recherche über das Buch oder hast du da so ein bisschen aus der Erinnerung geschriftet?

00:58:24: Nee, dass habe ich das Buch ja in den neunzigern spiel, hab' ich's dann auch wirklich so belassen und es hat sich dann aber sehr schön eigentlich wie ich fand ergeben So den Anschein erwecken könnte, als hätte ich das von Anfang an geplant.

00:58:42: Aber es ist immer wieder eine dieser tollen Zufälle die beim Schreiben entstehen.

00:58:45: Es beginnt eben in Rom... ...in der Stadt wo sich überhaupt nichts verändert hat mit dem Fall der Mauer.

00:58:53: Für die stehen ja noch die Mauern da in Rom.

00:58:59: also wenn in einer Stadt wo die Mauer aus dem Jahr zweihundertsechzig nach Christus ist ist glaube ich so ein bisschen, ob da in Berlin eine Mauer umfällt.

00:59:07: Da hat sich gar nichts verändert.

00:59:10: In Kasachstan wiederum hat sich alles verändert.

00:59:13: Das heißt das es an diesen beiden Orten dann spielte, dass es eigentlich konzeptionell sehr stringent zumindest und da gibt's in der Mitte noch ein Kapitel was in Bonn spielt also dem einzigen Ort im Westen wird sich wohl richtig verändert hat durch den Fall der Mauer.

00:59:28: aber das ist alles Zufall gewesen.

00:59:30: das für mich immer diese schöne Erfahrung wenn beim Schreiben das irgendwie eine Dynamik entwickelt, dass am Schluss der Text eigentlich klüger ist als der Autor und seine eigene Ideen auf einmal eine große Rolle spielen.

00:59:45: So hat sich das ergeben.

00:59:46: aber... Lass

00:59:52: uns mal noch Rubrik machen!

00:59:53: Das war die Rubrik einer Seitenlinie, eine liebste Nebenfigur.

00:59:58: Wen hast du wieder ausgesucht?

00:59:59: Dann würde ich ja jedenfalls sagen Francesca Aquatone die eigentlich eine wie dritte Hauptfigur ist.

01:00:07: Ich fand es nur zu versirrend, normalerweise auf Lesung jetzt drei Personen vorzustellen.

01:00:11: Das ist die italienisch-lehrerin an der russischen Botschaft, die natürlich auch spioniert weil der lernt.

01:00:20: natürlich die ganzen russische Botschaftsmitglieder lernen immer Italienisch bei ihr und erzählen natürlich alles möglich und sind immer froh wenn sie was sagen können.

01:00:28: Francesca ist eigentlich ganz reich Und so ein bisschen, ja glaube ich auch um ihre Familie zu ärgern hat sie dann angefangen italienisch für Ausländer zu unterrichten und sich parkt dann immer ihren luxuriösen Volvo zwei Ecken weiter damit es nicht so auffällt.

01:00:47: Hat auch ganz viel Affären mit diesen Botschaftsangehörigen und das fällt dadurch auf dass die dann den sehr vielen Männern immer sehr schnell die auf italienische Zwei-Sätze beherrschen die russischen Botschaft Angehörigen nämlich einmal.

01:01:00: Ich bin verheiratet, aber meine Frau ist in Moskau geblieben.

01:01:04: Und die hat eigentlich alles in der Hand und ist immer so ein bisschen fast schon wie eine Göttin in einer griechischen Komödie, so ein bißchen unschlüssig, wie viele von den Strippen, die sie jetzt in der hand hält, sie auch zieht.

01:01:21: Eine Eigenschaft von ihr ist was ich gelesen habe dass viele von ihren falsches Bild haben das sich aber zu Nutzen macht.

01:01:27: also es beginnt damit Tochter eines reichgewordenen Speiteurs aus Mainat ist, die aber die anderen in der Mainaner Oberschicht nicht anerkennen.

01:01:33: Weil Aufsteiger?

01:01:35: Dann geht sie zum Kommunisten, die finden sich aber zur Oberschicht und dann gelangt sie zu Geheimdienst, der Sie für eine Kommunistin

01:01:44: hält.

01:01:44: Ja!

01:01:45: Und sie kann da nie so sein wie sie ist.

01:01:46: Sie ist eben aus einer Aussteigerfamilie reich geworden... ...und die Reichen akzeptieren sie nicht und dann gehts sie für ihre Zukunft.

01:01:53: Die Reichen finden sie zu plebeisch Und dann geht sie zu den Kommunisten, die finden sie wiederum so reich.

01:01:59: Also niemand sieht sie so wie sie ist und vielleicht ist sie auch deswegen Spionel geworden, weil er sagt, wenn nicht eh niemand so sieht wie ich bin, dann kann ich ja gleich irgendwie nur so ein geiles Zeug machen.

01:02:11: Das ist glaube ich so das was mich auch an der fasziniert hat.

01:02:19: Du hast einen großen Spaß daran, Lebenswege entwerfen zu zeigen wendungsreich sind, also französische Sendung und Beispiele.

01:02:25: gibt es noch andere?

01:02:27: Ja ja dann hat sie diese Tochter dem wiederum.

01:02:29: Ja genau da gibt es auch noch andere.

01:02:36: Nach einer Rubrik die schnellen Fragen fast fifteen habe ich das genannt.

01:02:41: ihr könnt durchzählen ob es wirklich fünfzehn Fragen sind.

01:02:42: weil ich bis dreizehn gemacht hab weiß ich nicht genau.

01:02:45: Also

01:02:46: bist du bereit?

01:02:48: Sprachenerricht oder Anrufen?

01:02:50: auf gar keinen Fall Sprachnachricht.

01:02:53: E-Roller oder Tretboot?

01:02:55: Wieder noch.

01:02:57: U-Acht oder Achterbahn?

01:02:58: U-ach!

01:02:59: Das

01:03:02: ist eine Fußballfrage, ich weiß nicht ob du mit Fuß bewandert bist.

01:03:06: jetzt kurz vor der Wärm.

01:03:07: Hauhei oder...

01:03:09: Huuhu?

01:03:13: Huuhuu, der Schlachtruf der isländischen Fans bei der Währungswehr in Russland.

01:03:18: Hast du irgendeine Art von WM Vorfreude?

01:03:20: interessiert dich das?

01:03:24: Der Mitmach-Part

01:03:25: kommt jetzt gleich.

01:03:27: Ja, ich finde ja also ein bisschen... Ich finde es ist eine schöne Gelegenheit sich mit Freunden zu treffen und Bier zu trinken wenn da nebenbei Fußball läuft.

01:03:37: das find' ich voll okay.

01:03:39: In Neuzer gab's auch ne Wärme in den USA.

01:03:41: damals war eins Clintonpräsidenten oder nicht Trump?

01:03:45: Ja aber das ist so die... Das war jetzt keine Frage.

01:03:50: Nee, das ist eher so eine Analogie, dass in den neunzehnten Wochen die Sachen besser waren als wenn sie es

01:03:55: vergeben sind.

01:03:56: Lass mich so stehen!

01:03:57: Elfen oder F-Meter?

01:03:59: Elfen.

01:04:02: Glas halb voll oder halb leer?

01:04:05: Man kann ein kleiner Lust Lars nehmen.

01:04:09: Tisch oder Dresen?

01:04:11: Tisch.

01:04:13: Prinzenbad oder Weibaden?

01:04:15: Meter noch... Was war noch genau wie Jahrnebel?

01:04:21: Tisch Ich finde Tisches, ich find Möle schön.

01:04:27: Björk oder Pet Shop Boys?

01:04:29: Pet Shop-Boys!

01:04:31: Die kommen übrigens jetzt in zwei... die machen so zwei... gibt's hier Pet Shop Boys Fans.

01:04:36: Die machen nämlich zwei heimliche Konzerte im Haxles neuer Welt ganz, ganz klein.

01:04:40: Das hab' ich heute erfahren wo.

01:04:42: die spielen ja groß in der Waldbühne an Elften und man am zwölften, am dreizehnten spielen sie noch so ganz obsgruche Sachen eben in einem ganz

01:04:49: ganz kleinen

01:04:50: Veranstaltungsort.

01:04:53: Ich glaube, das werden.

01:04:54: heute Abend wird es irgendwann der Ticket Link freigeschaltet.

01:04:56: Also... Ja, frag mal weit!

01:04:59: Wir machen hier einen Podcast raus oder jetzt wär's nicht mehr heimlich?

01:05:03: Du wirst ein großer Patch-Up-Polls.

01:05:04: Das ist ein Buch über die Patch-up-Palls geschrieben.

01:05:08: Warum kommt ihr eigentlich nicht in den Buch vor?

01:05:10: Also Go West wäre fast dafür präsentiert

01:05:13: gewesen.

01:05:15: Ich habe ja auch eigentlich kein Buch über den Patch-UP-POLLS geschrieben sondern über mich und Patch-Ups.

01:05:19: Korrekt.

01:05:20: Es ist so eine kleine Reihe.

01:05:22: Ja, das war ein sehr autobiografisches Buch und jetzt ist es eben keins.

01:05:27: Und diese Jakob Dreiser, die hören das glaube ich nicht, die hört

01:05:30: eine andere Sache.

01:05:33: Wenn du die Pachelbelst treffen würdest, Autogramm oder Selfie?

01:05:39: Auch wieder!

01:05:40: Ich würde sagen weder noch, ich würde sogar meiden, die zu treffen weil ich weiß ja gar nicht was ich sagen soll.

01:05:51: Hallo, ich bin Fan Man freut sich sicherlich, die sagen schön und dann was?

01:05:58: Du bist ja erst heute.

01:06:02: Reg mich an Berlin an!

01:06:04: Was mich an der Berlin anregt... Das ist hier so wahnsinnig viele Leute immer zu Besuch kommen.

01:06:13: also wenn man in ich habe lange in Hamburg gelebt das ist also da kann man lange warten dass die Freunde und die Bekannten aus der ganzen Welt jemand irgendwo mal kennengelernt hat mal kommen.

01:06:23: aber in Berlin ist es wirklich so.

01:06:25: Früher oder später kommen die alle und man kann sie wieder treffen.

01:06:29: Riegt mich an Berlin auf?

01:06:32: Nein, also...

01:06:33: Die drei Smart-Optänen hatten wir ja

01:06:34: schon!

01:06:36: Mich riecht da nicht gar nichts so viel.

01:06:39: Ja Leute, doch schon Leute, die links auf der Rolltreppe stehen und wenn ich vorbei bin.

01:06:45: Da werde ich ein bisschen zu gut Bürger, wenn das...

01:06:48: Zum Glück fahren hier nicht ganz so oft.

01:06:50: Gut dass die Rolltreppen halt kaputt sind.

01:06:54: Die Frage war beim letzten Mal ganz lustig.

01:06:56: Kai Wegener oder Kai?

01:07:01: Ich habe Kai Wegender nur einmal live erlebt, das war bei dem Eröffnungs-Gottesdienst vom CSD in der Marienkirche am Alexanderplatz.

01:07:10: Da hat er irgendwie schon eine okaye Figur gemacht.

01:07:12: Also es war lustig, weil es war wirklich so ein dermaßen Queer.

01:07:20: Man hat sehr gut gekleidete Personenschützer.

01:07:24: Gibt es eigentlich

01:07:25: bei der KI

01:07:25: Unterschiede in isländisch und vielleicht zum deutschen?

01:07:28: Ich habe eine isländerische KG, ich meine das heißt ja Large Language Model.

01:07:32: Ich weiß nicht ob man damit islendisch wahnsinnig weit kommt... Ich finde weiterhin alles immer, also viele lustige Dinge mit KI.

01:07:42: Ich hab da doch nicht was übersetzen lassen wollen von der KI aus dem isländernischen ins deutsch und kamen nicht Die Übersetzung, dann habe ich irgendwann mal nachgefragt und meinte

01:07:50: G.P.T.,

01:07:51: dauert noch ein bisschen aber läuft super.

01:07:53: Hätte ich auch... Also ich glaube die haben das Gefühl, sie wird so langsam menschlich dass die auch keinen Bock mehr hat.

01:08:02: Weil du übersetzt... Stimmt es eigentlich, dass es nur ein deutsches Wort gibt?

01:08:05: Dass uns Islandische eingewandelt

01:08:06: ist?

01:08:07: Ja, vielleicht gibt's das auch.

01:08:10: Aber eins ist richtig im Sprachstatt drin.

01:08:15: Besser bis jetzt!

01:08:19: Was sagt das über das Bild, dass man den Islam von uns Deutsch hat?

01:08:22: Ja was sagt das vor?

01:08:24: dem war der Bild?

01:08:26: Vielleicht

01:08:27: fragen wir es lieber nicht.

01:08:28: Und für das Wort für Islandisch für Computer ist Tölber habe ich

01:08:32: gehört?

01:08:32: Tölberg!

01:08:33: Zahlhexe Das heißt aus Taler und Wöllwald ist auf der Eder an der altnordischen Lyrik eine Sehre mehr.

01:08:46: Das kann sich keine

01:08:47: KI ausdenken oder?

01:08:49: Nee, nee.

01:08:49: Das ist also das... Nee ich glaube nicht.

01:08:55: Sprichst du eigentlich Alltag oft auch immer bei Islandisch oder?

01:08:59: Ich bin ja auch zwei Monate da und das Schöne an Berlin ist auch dass viele Isländer vorbeikommen hier.

01:09:06: Auch in Hamburg hat man auch das nicht zum Beispiel.

01:09:13: Gut dann lass uns noch einen Rubrik machen weil wir uns schon auf die Ziele gerade bewegen was mich fast schon ein bisschen bekümmert.

01:09:19: Fremde Edelfedern, Lieblingsbuch eines anderen, einer anderen Trifftellerin.

01:09:24: Was hast du mitgebracht?

01:09:25: Was hast ihr ausgesucht?

01:09:26: Ja also da... Das ist schon ein bisschen älter.

01:09:31: Den Autor gibt's noch der schreibt noch auf Deutsch veröffentlicht.

01:09:34: Der heißt Eina Kaurazon.

01:09:37: Ein Buch geschrieben die Teufels Inseln mal in den Neunzigern und es geht über so.

01:09:42: Ich will gar nicht so viel darüber sagen, dass es geht.

01:09:44: Und ja darum wie sich Island verändert nach dem Zweiten Weltkrieg also irgendwie von den Amerikanern setzt man auf einmal einfach wahnsinnig schnell Wahnsinnig modern wurde und alle Leute in die Stadt zogen nach Reykjavik und über Leute die in die Barakken einziehen von den Soldaten weil es eine große Wohnungsnot gibt um zu einer Barakgesiedlung entsteht und da sozusagen die von der eigentlichen Reykjawika Bevölkerung sehr kritisch beäugt ja ärmere Leute vom Land hinziehen.

01:10:11: Und das ist eines von diesen Büchern, dass vielleicht das erste Buch gelesen, was ich so mit mit siebzehn-achzehn gelesen habe, wo ich nicht gemerkt hab, dass ich lese also im Vergleich zu der Schuhlektüre die damals eher schwarzbrotig war, weil das wirklich so... Ich habe sofort gemerkt, dass es richtige Literatur, das ist ganz toll!

01:10:29: Das ist jetzt überhaupt nicht blöder Es las sich nur sehr viel besser.

01:10:34: und Dann habe ich alles von dem gelesen, damals noch auf Deutsch, weil die Bücher hier in Deutschland mitgesorgt haben und habe dann festgestellt, dass mich das irgendwie geprägt hat.

01:10:46: Ich habe meinen ersten Roman geschrieben und dann kommt der Verleger von diesem Anacauda-Sondi Deutsche und sagt, wollen Sie das nächste Buch vom Anacuda-Son übersetzen?

01:10:56: Ich habe Ihren ersten Roman gelesen und es hat mich sehr stilistisch daran erinnert.

01:11:01: Der Mensch, der meinen Stil sehr geprägte den übersetze ich jetzt und präge sozusagen wieder seinen deutschen Stil.

01:11:08: Da schließt sich so ein ganz verrückter Kreis, dass der ja nicht so viel von dem gelernt hat was ich jetzt damit dazu benutze seine Bücher zu übersetzen.

01:11:18: und das ist eine Autor der mich seit ich siebzehn bin begleitet und ich war letztes Jahr auf seinem siebzigsten Geburtsdach in Afghanistan.

01:11:30: Dann lassen wir zur letzten Dienststelle kommen.

01:11:32: Wir sind

01:11:33: in einer Kauderform, hat übrigens eine Katze.

01:11:36: Und der feste Überzeugung des Katzen auf S-Lauten besonders gut reagieren, dass man immer irgendwie... Was mit ganz vielen S-Lauten ist die Katze sich darüber freut und dann hat er seine Katze Hans Magnus Inzensberger gemacht!

01:11:55: Ja, da liess ich jetzt die letzte Lesestelle, ne?

01:11:58: Sehr gerne.

01:11:59: Also das ist es Das neunte Kapitel, ja ihr fahrt jetzt einfach noch zum Schluss was das ist.

01:12:08: Was die zusammen planen.

01:12:10: Sie sind auf dem Weg nach Kassau an.

01:12:12: Jakob Dreyser erfährt hier jetzt und was.

01:12:16: der erste große Ding ist dass Dieter Germeshausen mit ihm drehen möchte.

01:12:22: Dieter German Hausen rohme Flughafen Schumichino.

01:12:27: Germesshausen kam fast eine Stunde vor der mit Jakob Dreyser verabredeten Zeit am Flughaften Schumicino an.

01:12:32: Er kam lieber eine Stunde zu früh als eine Minute zu spät.

01:12:38: Um sich die Wartezeit zu vertreiben, kaufte er sich an Flughafen Buchhandlung.

01:12:42: ein Buch überzieht zu rohen.

01:12:44: Als Schüler war Germishausen Fan von ihm gewesen.

01:12:47: in seinen zugegebenermaßen seltenen Anflügen von pubertäre Leidenschaft hatte er für diesen vor zweitausend Jahren verschrobenen Dichter und Erredner geschwärmt wie andere für James Dean oder Elvis Presley.

01:13:00: Cicero war alles, was Hermes Hausen schon als Jugendlicher nicht war und er ahnte auch damals bereits dass er es nie werden würde.

01:13:07: Ciciro war charismatisch und klug erfolgreich und belesen.

01:13:11: Hermeshausen saß als Ironie des Lebens an das er nun wo seine Spermerei für Cicirro eigentlich ja schon fast vergessen hatte, er wirklich etwas mit ihm gemeinsam hatte.

01:13:20: Auch er hatte eine sterbende politische Ordnung bis auf das Blut verteidigt Und sie war ihm dennoch verloren gegangen, so wie Cicero die römische Republik vor der Verschwörung des Katiliner gerettet hatte um dann dort Zeuge ihres Untergangs zu werden.

01:13:36: Doch Gerneshausen merkte auch dass ihn diese Dinge heute weniger definierten als sonst.

01:13:42: Er hatte einen Plan und dieser Plan funktionierte.

01:13:45: er hat den Dichter erfolgreich rekrutiert.

01:13:47: Sie waren auf dem Weg nach Kazakhstan wo er die nächste Stufe seines Plans in die Tat umsetzen würde.

01:13:52: ab jetzt würde er von dem neuen System profitieren.

01:13:56: Ein neues Leben stand verheißungsvolleuchtend vor Dieter Gerneshausen, dem Bundesbeamten im siebenundzwanzigsten Dienstjahr.

01:14:04: Endlich sah Jakob Reiser auf sich zukommen.

01:14:08: Er trug eine rote Reisetasche und eine Wollmütze in die die silhouette Schnee bedeckter Berge eingestickt war.

01:14:15: Unter der Wollmitze rag nach allen Seiten seine blonden Lockner vor, auf dem T-Shirt stand The Cure.

01:14:21: Darüber trockert ein weites Oberhemd, dessen Stoff so dick war, dass es auch als Übergangsjacke hätte durchgehen können.

01:14:28: Ein Muster in den Farben Jeansblau-Beisch und Dunkelbraun zog sich wie einen All Over Print über das gesamte Kleidungsstück.

01:14:36: der Stil des Musters deutete gleichermaßen aus Südostasien, Afrika und Südamerika.

01:14:43: Was machen wir denn jetzt in Almaty?

01:14:46: Ah, sagte Gerneshausen!

01:14:48: Das möchten Sie also wissen... Ja, es würde mich schon interessieren ob es einen Plan gibt.

01:14:55: Natürlich gibt es einen plan sagt die Dieter Gärmishausen und machte eine längere Kunstpause um die Spannung zu erhöhen und kam sich dabei schon sehr gewieft vor.

01:15:04: Wir fliegen nach Almaty und kaufen da einen Hubschrauber.

01:15:10: Einen Hubsschrauber?

01:15:12: Dieter Germanhausen genoss die Versicherung auf dem Gesicht von Jakob Dreißer.

01:15:17: Ja, ein Militärhubschrauber.

01:15:20: Ein ganz neuen Militärehubsschrauber direkt ab Werk!

01:15:23: Die Rote Armee war ja wahnsinnig hochgerüstet.

01:15:25: Nun brauchen die diese ganzen Waffen gar nicht mehr.

01:15:28: aber so eine Maschine für Kriegsmaschine, die stoppt man natürlich von heute auf morgen.

01:15:32: Die Fabriken sind ja noch da, die Arbeiter sind doch da... ...die alten fünf Jahrespläne?

01:15:37: Da werden weiterhin Waffen produziert und dass sie keiner mehr braucht.

01:15:40: Wir fahren also nach Almaty weil da eine große Hubschrauberfabrik ist und kaufen da ein Hubschauber direkt ab Werk.

01:15:47: Es handelt sich also um, wie sagt man in Deutschland neumodisch jetzt immer so einen Outlet?

01:15:55: Ein Kampfhubschrober-Outlet!

01:15:59: Dieter Gerneshausen sah mit Vergnügen im Jakobdreisers versiertes Gesicht.

01:16:05: Naja, also Transport-Hubschrower aber von Militär.

01:16:10: Dieter Gerneshausen war seit einigen Jahren mit einem gewissen Joey Suarez bekannt, der in Roben vor eine Firma arbeitete die Kaffee aus Kolumbien importierte.

01:16:19: Dieser Joey Suares – der in Wirklichkeit sicherlich anders hieß und in Wirksamkeit sicher auch andere Dinge als Kaffe aus Kolombien importiert – hatte sich mit Gerneshausen über deutsche Autobahnen unterhalten und dann über das kolumbianische Straßennetz.

01:16:32: Und wie viel einfacher es doch wäre mehr Dinge mit Hubschraubern zu transportieren wären diese nur nicht so teuer!

01:16:39: Gärmeshausen entgegen wusste von den sich auflösenden Strukturen der Roten Armee und ihn unverzahlt weiter produzierenden Rüstungsbetrieben.

01:16:47: So war die Idee entstanden, einen Hubschrauber in den Westen zu bringen oder vielmehr in den gar nicht so wahnsinnig westlichen Süden des

01:16:54: Westens.".

01:16:56: Und was ist meine Aufgabe?

01:16:58: Ich verstehe doch gar nichts von Hubschaubern", sagte Jacob.

01:17:02: Jetzt sagen Sie doch erstmal wie Ihnen der Plan gefällt!

01:17:05: Ja, klingt erst mal gut.

01:17:07: Gärneshausen wartete ob Jakob Dreiser noch mehr sagen würde, doch das tat er nicht.

01:17:12: Gärmeshausen war fast ein bisschen enttäuscht!

01:17:16: Wie kaufen wir den Hubschrauber denn?

01:17:18: Na kaufen kann man denen natürlich nicht offiziell und da kommen sie ins Spiel", sagte Gärmesshausen.

01:17:24: In Kasachstan gibt es eine große deutschsprachige Minderheit.

01:17:27: Viele haben deutsche Vorfahren und gar nicht so wenige sprechen auch Deutsch – in

01:17:31: Kasachstern?!

01:17:33: Ja, die wurden vom Stalien deportiert.

01:17:35: Wolker Deutsche glaube ich, da wohnen hunderttausende, die Deutsch sprechen.

01:17:38: Es gibt so sein deutsches Theater.

01:17:41: Das ja toll, sagte Jakob.

01:17:43: In Kasastra neun Flugstunden entfernt Mitten in der Steppe sprechen die Leute Deutsch und bringen Schillers Räuber auf die Bühne.

01:17:51: Na was die dem Theater spielen?

01:17:53: Das weiß sie natürlich nicht.

01:17:54: Aber mir wurde gesagt dass die deutsche Kultur in Kasastran weiterhin eine Bedeutung hat Und genau da kommen eben Sie ins Spiel.

01:18:03: Ich habe meine Kontakte zur Kulturabteilung der Deutschen Botschaft spielen lassen.

01:18:07: Morgen beginnt in Almaty das erste Festival der deutschen Kultur, mit Veranstaltung überall in der Stadt.

01:18:13: Die festliche Eröffnung ist morgen Nachmittag im Club der Arbeiter der Vereinten Hubschrauberbetriebe Sergei Danilovic Luganski.

01:18:21: Sie treten da als Überraschungsgast auf Das hab ich kurzfristig arrangiert.

01:18:27: Und die stellen Hubschaubers her?

01:18:29: So ist es!

01:18:30: Und zu der Lesung kommt auch die Katharina Alfredow nach Haarms, vor Gerneshausen fort.

01:18:36: Sie ist Maschinenbauingenieurin und leitet die Vereinten Upschrauberbetriebe.

01:18:41: Und von der kaufen wir den Upsschrauber?

01:18:44: Genau!

01:18:45: sagte Gerneshausen und sprach dann sofort besonders leise.

01:18:48: Die sind so billig... Aber das hat noch niemand mitbekommen.

01:18:52: Es gibt ja keine Strukturen, keine Preisfindung.

01:18:54: Die wurden doch im Kommunismus geplant.

01:18:56: Keiner weiß was man dafür nehmen soll!

01:18:58: Die Leute haben ja noch nie auf dem Freien Markt der Loopschrauber verkauft glaube ich.

01:19:01: Gernishausen hüpfte fast von der Sitzbleche seine Sturz.

01:19:04: Du kannst auch einen haben Jakob, möchtest du auch ein Loopschauber?

01:19:09: Gernishausen hatte gar nicht gemerkt dass er vor lauter Aufregung angefangen hatte Jakop preiser zu dutzen.

01:19:14: Na mal sehen sagte Jakob Ich helfe dir ja gern aber gleich an.

01:19:20: Hubschrauber kaufen, das ist doch vielleicht ein bisschen extrem.

01:19:23: Wieso?

01:19:24: sagte Gerneshausen.

01:19:25: Andere Tourist kaufen Fällenmützen mit Hammer und Sichel aus Militärbeständen.

01:19:28: davon haben die auch viel zu viele genau wie von den Hubschaubern.

01:19:32: Und dann wen willst du den Hupschrauben verkaufen?

01:19:36: Das ist geheim!

01:19:37: sagte Germeshausens.

01:19:38: Lächelte.

01:19:39: oder sagen wir mal...das ist meine Aufgabe.

01:19:42: Deine Aufgabe ist eine ganz andere.

01:19:44: Nämlich die, dass je Katharina Alfred auf Nachhadens nichts davon weiß, das sie an seinen Hubschrauber verkaufen soll.

01:19:51: Und ich soll mit ihr reden.

01:19:53: Genau da ist das Problem, sagte Hermeshausen.

01:19:56: Sie redet nämlich äußerst ungern.

01:19:58: Wir brauchen einen guten Draht zu ihr.

01:20:00: Aber nach allem was ich gehört habe ist sie nicht besonders gesellig.

01:20:03: Es heißt, sie kämen mit Motoren besser zurecht als mit Menschen.

01:20:06: Aber mir wurde auch gesagt, dass sie aus irgendeinem Grund Literatur mag Besonders Gedichte.

01:20:12: Sie hat deutsche Vorfahren und wenn sie mal etwas Privates redet, dann mit Künstlern.

01:20:17: Geistreich eben!

01:20:18: Wir gehen zu dem Festival.

01:20:20: du liest da und dann machst Du das was Du sonst eben auch immer machst.

01:20:25: Du redest über Kultur und ich erzähle Dir von unserem Geschäft und tüte alles ein.

01:20:31: Hermeshausen warf sich im weltmännischen Haltung zurück.

01:20:35: Je mehr Erkepreiser von seinem Plan erzählt Ihr umso besser wie vieler ihm Alles andere überlässt Du mir und meiner langjährigen Erfahrung.

01:20:43: Sagt bloß nichts vor den Hubschraubern, dann springt sie vielleicht ab.

01:20:45: Das ist meine Sache.

01:20:47: Rede du einfach mit über Kundenst und Kultur und solche Sachen sagt die Gärmeshausen und hoffte, dass seine Stimme nicht allzu verechtlich klang.

01:20:54: Du machst die Kultur?

01:20:56: Ich mache die Hubschauber!

01:20:57: Dann kann überhaupt nichts schiefgehen, sagte Gärmesshausen unverso vergnügt, das er jetzt sogar seine Lehrer-Espresso-Tasse Jakob Dreiser zum Anstoßen

01:21:06: hienielt.".

01:21:07: Wir machen alles wie besprochen ja?

01:21:09: Dann wird das ein Spaziergang.

01:21:11: Alles absolut Idioten sicher.

01:21:20: So, und wenn Sie wissen wollen wie es weitergeht – und ich kann nur sagen das wird noch sehr wild und sehr lustig – dann lesen Sie das Buch Die Reise aus der Geschichte von Christopher Magnussen bei dem ich mich jetzt herzlich bedanke für sein Besuch in der TIP Berlin Literaturkapelle!

01:21:47: Danke schön!

01:21:49: Die Folgen werden live aufgezeichnet an jedem letzten Mittwoch des Monats in der Kapelle neunundneinzig in Friedrichshain.

01:21:55: Tickets unter www.tipp-berlin.de.

01:21:58: Neue Folgen gibt's immer am ersten Montag des Monads auf tipp minus berlin.DE und allen gängigen Podcastsportalen!

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